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Stadtarchiv Rettung durch Hartz IV Betroffene?

Die Hartz-IV Empfänger werden durch die Arge Köln vermittelt. Der Sprecher des Kulturamtes Köln wolle auch nur Erwerbslose zum Minimal-Lohn beschäftigen, die "auch wirklich wollen". Erwerbslosen Gruppen fragen sich, warum keine regulär Beschäftigte eingesetzt werden.

Das Kölner Stadtarchiv soll durch Hartz IV Betroffene gerettet werden. Mit scharfer Kritik reagierte das Erwerbslosen Forum Deutschland auf die Ankündigung

Köln. Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchives sollen Hartz IV Empfänger nun die Bergung und Sortierung der wichtigen Kölner Dokumente übernehmen. Das Stadtarchiv war durch den Bau eines U-Bahn-Tunnels eingestürzt. Dabei wurden viele historisch- wertvolle Dokumente vernichtet. Derzeit üben 14 Hartz IV Betroffene im Rahmen eines Ein-Euro-Jobs diese Tätigkeit bereits aus. Bis zu 50 weitere Ein-Euro-Jobber sollen im Laufe eines halben Jahres diese Tätigkeiten übernehmen.

Scharfe Kritik an dieser Kölner Praxis äußerte Martin behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forums Deutschland: "Dies ist für uns der Gipfel der Geschmacklosigkeit. So wie es aussieht, sind die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) maßgeblich an dem Desaster mitbeteiligt, das zum Einstrutz des Stadtarchivs geführt hat. Dann haben sie auch die Kosten zu tragen und dazu gehört, dass man nicht billigste Arbeitskräfte auf Kosten der Allgemeinheit einsetzen lässt, sondern von sich auch anbietet, dass die Menschen regulär entlohnt werden".

Die "Ein-Euro-Helfer" werden durch die Arge Köln vermittelt. Der Sprecher des Kulturamtes Köln wolle auch nur Erwerbslose zum Minimal-Lohn beschäftigen, die "auch wirklich wollen". Die Hilfskräfte würden eine intensive Einarbeitung bekommen, "damit keine Schäden" entstehen.

Mit völligem Unverständnis reagiert jedoch die Erwerbslosen Initaitive. Die Frage lautet, warum keine regulär Beschäftigten für diese Tätigkeiten eingestellt werden, sondern Hartz IV Empfänger dafür herran gezogen werden. Behrsing: "Wir fordern die Stad Köln nachdrücklich auf, sich sofort für reguläre tariflich entlohnte Beschäftigungen einzusetzen und endlich ihre bundesweit sehr fragwürdige Praxis der Ein-Euro-Jobs aufzugeben". (17.04.2009)


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