Rente: Diese Fristen im November 2026 können Rentner bares Geld kosten

28. Oktober 2026
Der November 2026 bringt wichtige Termine für Rentner, Arbeitnehmer und Autofahrer. Während die gesetzliche Rente am 30. November ausgezahlt wird, müssen viele Fahrzeughalter ihre Versicherung bis zu diesem Tag kündigen, wenn sie zum Jahreswechsel ändern möchten. Auch beim Steuerfreibetrag für 2027, beim Rentenbeginn und beim Black Friday gibt es wichtige Termine. Besonders dringend ist die Lage für bestimmte Auslandsrentner, denn ein fehlender Lebensnachweis kann bereits ab Ende Oktober zum Zahlungsstopp führen. Diese sechs Termine sind im November 2026 wichtig Nicht hinter jedem Termin steckt ein neues Gesetz. Einige betreffen jährlich wiederkehrende Fristen, andere ergeben sich aus den bestehenden Rentenregeln oder dem Verbraucherrecht. Termin Änderung oder Ereignis Ab 1. November Lohnsteuerfreibetrag für 2027 beantragen Bis 30. November Kfz-Versicherung bei vielen Verträgen kündigen 30. November Auszahlung der Novemberrente bei nachschüssiger Zahlung 27. November Black Friday mit zahlreichen Rabattaktionen Ab 1. November Weitere Versicherte können erstmals Altersrente beziehen Bereits ab Ende Oktober Zahlungsstopp bei fehlendem Lebensnachweis möglich Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen festen gesetzlichen Fristen und individuellen Voraussetzungen. Wer einen Termin übersieht, verliert nicht direkt den entsprechenden Anspruch, muss aber unter Umständen mit finanziellen Nachteilen oder Verzögerungen rechnen. Ab 1. November kann der Steuerfreibetrag für 2027 beantragt werden Ab dem 1. November 2026 können Arbeitnehmer beim Finanzamt einen Lohnsteuerfreibetrag für das kommende Jahr beantragen. Dadurch lassen sich bestimmte steuerlich abziehbare Ausgaben bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigen. Das kann sinnvoll sein, wenn Beschäftigte regelmäßig hohe Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen haben. Auch Rentner, die neben ihrer Rente weiterhin lohnsteuerpflichtig arbeiten, können unter den gesetzlichen Voraussetzungen davon profitieren. Typische Beispiele sind hohe Fahrtkosten zur Arbeitsstelle, berücksichtigungsfähige Kinderbetreuungskosten oder bestimmte behinderungsbedingte Aufwendungen. Welche Beträge anerkannt werden, richtet sich nach § 39a Einkommensteuergesetz. Für viele dieser Aufwendungen gilt eine Antragsgrenze von mehr als 600 Euro. Bei Werbungskosten wird dabei nur der Betrag berücksichtigt, der den Arbeitnehmer-Pauschbetrag übersteigt. Ein bewilligter Freibetrag wird in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen hinterlegt. Der Arbeitgeber kann ihn dadurch bei der Berechnung des monatlichen Nettogehalts berücksichtigen. Lohnsteuerfreibetrag und steuerlicher Grundfreibetrag sind nicht dasselbe Eine wichtige Unterscheidung betrifft die Art des Freibetrags. Der ab November beantragbare Lohnsteuerfreibetrag ist nicht mit dem allgemeinen steuerlichen Grundfreibetrag zu verwechseln. Der Grundfreibetrag wird bei der Einkommensteuerberechnung gesetzlich berücksichtigt und muss nicht gesondert beantragt werden. Der individuelle Lohnsteuerfreibetrag dient dagegen dazu, bestimmte zusätzliche Aufwendungen schon während des Jahres beim Steuerabzug zu berücksichtigen. Ein Freibetrag von beispielsweise 1.200 Euro bedeutet deshalb nicht, dass das Finanzamt 1.200 Euro auszahlt. Vielmehr verringert dieser Betrag die Grundlage für den Lohnsteuerabzug, sodass die tatsächliche Entlastung von der persönlichen Steuerbelastung abhängt. Wer einen Freibetrag beantragt, kann ihn grundsätzlich für zwei Kalenderjahre berücksichtigen lassen. Besteht bereits eine entsprechende Bewilligung für 2027, ist möglicherweise kein erneuter Antrag erforderlich. Die Antragstellung ist über Mein ELSTER oder beim zuständigen Finanzamt möglich. Der reguläre Antragszeitraum für das Jahr 2027 reicht vom 1. November 2026 bis zum 30. November 2027, wobei eine frühe Beantragung die Berücksichtigung ab Jahresbeginn erleichtert. Bis zum 30. November sollten Autofahrer ihre Kfz-Versicherung prüfen Für viele Autofahrer endet am Montag, dem 30. November 2026, die reguläre Kündigungsfrist ihrer Kfz-Versicherung. Das gilt insbesondere bei Verträgen, deren Versicherungsjahr am 31. Dezember endet und die eine einmonatige Kündigungsfrist vorsehen. Entscheidend ist nicht das Datum, an dem die Kündigung abgeschickt wird. Sie muss spätestens am 30. November beim bisherigen Versicherer eingegangen sein. Allerdings gilt dieser Termin nicht für sämtliche Kfz-Versicherungen. Bei Verträgen mit einem anderen Ablaufdatum verschiebt sich auch die Kündigungsfrist. Gerade Rentner sollten ihre Versicherungsbedingungen überprüfen. Wer nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben deutlich weniger Auto fährt, kann möglicherweise durch eine niedrigere jährliche Fahrleistung Beiträge sparen. Auch die Schadenfreiheitsklasse, der versicherte Fahrerkreis und die gewählte Selbstbeteiligung beeinflussen den Beitrag. Ein günstigeres Angebot muss deshalb mit dem bisherigen Versicherungsschutz verglichen werden. Auch unfallfreie Rentner können höhere Beiträge zahlen Besonders ärgerlich sind Beitragserhöhungen für Menschen, die seit vielen Jahren unfallfrei fahren. Dennoch können steigende Reparaturkosten, neue Typ- und Regionalklassen oder altersabhängige Tarifmerkmale zu höheren Versicherungsbeiträgen führen. Wer bisher beispielsweise 750 Euro jährlich bezahlt und einen vergleichbaren Vertrag für 600 Euro findet, könnte 150 Euro pro Jahr sparen. Voraussetzung ist, dass der neue Versicherungsschutz tatsächlich den benötigten Leistungen entspricht. Die Besonderheiten bei älteren Autofahrern erläutert auch unser Beitrag Unfallfreie Rentner müssen jetzt mehr für die Kfz-Versicherung zahlen. Bei einer Beitragserhöhung kann außerdem ein Sonderkündigungsrecht bestehen. Nach § 40 Versicherungsvertragsgesetz ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Kündigung innerhalb eines Monats nach Zugang der Erhöhungsmitteilung möglich. Betroffene sollten deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass nach dem 30. November jeder Versicherungswechsel ausgeschlossen ist. Ob ein späterer Wechsel möglich bleibt, hängt vom konkreten Vertrag und dem Grund der Beitragserhöhung ab. Vor einer Kündigung sollte zudem feststehen, dass der neue Versicherer den gewünschten Schutz übernimmt. Eine Unterbrechung des gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflichtversicherungsschutzes muss vermieden werden. Die Novemberrente kommt am Montag, dem 30. November 2026 Für viele Rentner ist der letzte Bankarbeitstag des Monats besonders wichtig. Im November 2026 fällt dieser Termin auf Montag, den 30. November. Wer seine gesetzliche Rente nachschüssig erhält, bekommt an diesem Tag die Zahlung für November. Das betrifft grundsätzlich Renten, die nach dem 31. März 2004 begonnen haben. Bei älteren Renten sieht die Auszahlung anders aus. Wer seine Rente vorschüssig erhält, bekam die Novemberrente bereits am Freitag, dem 30. Oktober 2026. Die Zahlung am 30. November betrifft bei diesen Rentnern deshalb schon den Dezember. Auch bei bestimmten Folgerenten kann die bisherige vorschüssige Zahlungsweise erhalten bleiben. Zahlungsweise Novemberrente Zahlung am 30. November Nachschüssig 30. November 2026 Rente für November Vorschüssig 30. Oktober 2026 Rente für Dezember Der Unterschied kann bei der Planung von Miete, Strom und anderen laufenden Ausgaben entscheidend sein. Besonders bei einem Wechsel der Rentenart sollten Versicherte prüfen, welcher Zahlungsrhythmus für sie gilt. Die gesetzlichen Grundlagen ergeben sich insbesondere aus § 118 und § 272a SGB VI. Weitere Hinweise enthält unser Beitrag über die Rente im November 2026 und die wichtigsten Zahlungstermine. Neue Versicherte können ab November erstmals Altersrente beziehen Für bestimmte Geburtsjahrgänge beginnt am 1. November 2026 erstmals die Möglichkeit, eine Altersrente zu beziehen. Entscheidend sind dabei die jeweilige Rentenart, das Geburtsdatum und die erfüllten Versicherungszeiten. Bei der regulären Altersrente betrifft das beispielsweise Menschen, die im Juni 1960 geboren wurden. Sie erreichen ihre Regelaltersgrenze von 66 Jahren und vier Monaten im Oktober 2026 und können bei rechtzeitigem Antrag grundsätzlich ab November eine Regelaltersrente beziehen. Bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte gelten andere Altersgrenzen. Wer im Februar 1962 geboren wurde und die erforderlichen 45 Versicherungsjahre erfüllt, kann grundsätzlich ab November 2026 abschlagsfrei in Rente gehen. Auch für langjährig Versicherte mit mindestens 35 Versicherungsjahren kann ein Rentenbeginn möglich sein. Menschen mit Geburtsmonat Oktober 1963 erreichen das Mindestalter von 63 Jahren, müssen bei einem so frühen Rentenbeginn jedoch grundsätzlich einen dauerhaften Abschlag von 13,8 Prozent hinnehmen. Weitere Möglichkeiten bestehen für schwerbehinderte Menschen des Geburtsjahrgangs 1964. Wer im Oktober 1964 geboren wurde, einen Grad der Behinderung von mindestens 50 bei Rentenbeginn besitzt und 35 Versicherungsjahre erfüllt, kann die entsprechende Altersrente ab November mit einem Abschlag von 10,8 Prozent beziehen. Für Versicherte, die am ersten Tag eines Monats geboren wurden, kann sich der Rentenbeginn um einen Monat nach vorn verschieben. Deshalb muss der persönliche Rentenbeginn immer anhand des genauen Geburtsdatums bestimmt werden. Diese Altersgrenzen sind im November entscheidend Die folgenden Beispiele zeigen, für welche Versicherten ein Rentenbeginn am 1. November 2026 möglich ist. Rentenart Beispielgeburtstag Voraussetzungen Regelaltersrente 15. Juni 1960 66 Jahre und 4 Monate, mindestens 5 Versicherungsjahre Besonders langjährig Versicherte 15. Februar 1962 64 Jahre und 8 Monate, 45 Versicherungsjahre Langjährig Versicherte 15. Oktober 1963 63 Jahre, 35 Versicherungsjahre, 13,8 Prozent Abschlag Schwerbehinderte Menschen 15. Oktober 1964 62 Jahre, GdB mindestens 50, 35 Versicherungsjahre, 10,8 Prozent Abschlag Die Beispiele setzen voraus, dass die Rentenversicherung sämtliche weiteren Anspruchsvoraussetzungen anerkennt. Ein bestimmtes Lebensalter allein löst noch keine automatische Rentenzahlung aus. Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt, den Antrag ungefähr drei Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn zu stellen. Wer die rechtzeitige Antragstellung versäumt, kann unter Umständen einen späteren Rentenbeginn riskieren. Am 27. November beginnt der Black Friday Am Freitag, dem 27. November 2026, findet der diesjährige Black Friday statt. Viele Händler werben an diesem Tag mit deutlichen Preisnachlässen bei Elektrogeräten, Haushaltswaren und zahlreichen weiteren Produkten. Für Menschen mit begrenztem Einkommen können günstige Angebote interessant sein, wenn ohnehin eine notwendige Anschaffung geplant war. Allerdings bedeutet ein auffälliger Rabatt nicht zwangsläufig, dass das Produkt tatsächlich besonders preiswert ist. Einige Händler beziehen ihre Rabattangaben auf unverbindliche Preisempfehlungen, die deutlich über den üblichen Verkaufspreisen liegen können. Deshalb sollten Verbraucher den tatsächlichen Marktpreis und möglichst auch die Preisentwicklung der vergangenen Wochen vergleichen. Nach § 11 Preisangabenverordnung müssen Händler bei der Bekanntgabe von Preisermäßigungen für Waren grundsätzlich den niedrigsten Gesamtpreis angeben, den sie innerhalb der vergangenen 30 Tage verlangt haben. Für bestimmte Preisaktionen gelten gesetzliche Ausnahmen. Auch am Black Friday bleiben die gesetzlichen Verbraucherrechte bestehen. Bei gewöhnlichen Online-Warenkäufen gilt grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen ab Erhalt der Ware, wobei bestimmte Produkte und Verträge ausgenommen sind. Der Cyber Monday fällt mit dem Rentenzahltag zusammen Eine weitere Besonderheit des November 2026 ist der Cyber Monday am 30. November. Er fällt damit auf denselben Montag, an dem viele Rentner ihre Novemberrente ausgezahlt bekommen. Händler setzen ihre Rabattaktionen häufig bis zu diesem Tag fort. Teilweise laufen sie sogar unter Bezeichnungen wie Black Week über mehrere Tage. Wer eine größere Anschaffung plant, sollte deshalb nicht ausschließlich auf die zeitliche Nähe zur Rentenzahlung achten. Entscheidend ist, ob der tatsächliche Endpreis einschließlich Versandkosten günstiger ist und die Anschaffung ins verfügbare Haushaltsbudget passt. Besondere Vorsicht ist bei unbekannten Onlineshops angebracht, die ausschließlich Vorkasse per Überweisung verlangen. Das Europäische Verbraucherzentrum empfiehlt, solche Angebote kritisch zu prüfen und sich nicht durch künstlichen Zeitdruck zu einem Kauf drängen zu lassen. Auslandsrentner müssen wegen fehlendem Lebensnachweis aufpassen Für bestimmte Bezieher einer deutschen Rente, die im Ausland leben, ist eine weitere Frist besonders wichtig. Der Renten Service der Deutschen Post verlangt von ihnen regelmäßig einen Nachweis darüber, dass sie noch leben. Die Frist für den Lebensnachweis 2026 endete bereits am 9. Oktober 2026. Nach den aktuellen Angaben des Renten Service werden Rentenzahlungen bei fehlendem Nachweis ab Ende Oktober angehalten. Damit kann sich das Problem unmittelbar auf die Rentenzahlungen im November auswirken. Wer einen solchen Nachweis abgeben musste und bisher nicht reagiert hat, sollte deshalb unverzüglich handeln. Die Rentenzahlung wird nach Angaben des Renten Service so lange angehalten, bis der erforderliche Lebensnachweis eingegangen ist. Es handelt sich nicht automatisch um einen endgültigen Verlust des Rentenanspruchs. Betroffene können den Nachweis entweder digital über das vorgesehene Verfahren oder durch eine bestätigte Lebensbescheinigung erbringen. Eine Übersendung per gewöhnlicher E-Mail oder Fax wird ausdrücklich nicht akzeptiert. Nicht jeder Auslandsrentner muss eine Lebensbescheinigung einreichen Der Nachweis wird nicht von allen im Ausland lebenden Rentnern verlangt. In immer mehr Staaten können die erforderlichen Informationen bereits durch einen Datenaustausch zwischen den Behörden übermittelt werden. Wer mit seiner Rentenanpassungsmitteilung keine Aufforderung zum Lebensnachweis erhalten hat, muss nach den Angaben des Renten Service für 2026 grundsätzlich nichts weiter unternehmen. Anders sieht es aus, wenn eine entsprechende Aufforderung vorliegt. Dann ist der Nachweis in der vorgesehenen Form zu erbringen, auch wenn sich an den persönlichen Lebensumständen nichts verändert hat. Beim digitalen Lebensnachweis muss sich die rentenberechtigte Person selbst identifizieren. Angehörige können dieses Verfahren nicht stellvertretend durchführen und sollten bei Schwierigkeiten gegebenenfalls das papiergebundene Verfahren unterstützen. Besonders wichtig ist die rechtzeitige Klärung für Menschen, deren deutsche Rente ihre wesentliche Einkommensquelle darstellt. Bleibt die Zahlung aus, können sonst laufende Ausgaben wie Miete oder Krankenversicherung schnell zum Problem werden. Was Betroffene vor und während des Novembers erledigen sollten Für Rentner mit Auto ist zunächst die Kündigungsfrist der Kfz-Versicherung wichtig. Wer wechseln möchte, sollte den bisherigen Vertrag überprüfen, vergleichbare Angebote einholen und den rechtzeitigen Zugang seiner Kündigung sicherstellen. Beschäftigte und weiterarbeitende Rentner können ab dem 1. November die Möglichkeit eines Lohnsteuerfreibetrags für 2027 prüfen. Dabei sollte auch kontrolliert werden, ob bereits ein gültiger Freibetrag für das kommende Jahr besteht. Wer ab November erstmals Altersrente beziehen möchte, sollte seine Anspruchsvoraussetzungen und den Stand des Rentenantrags kontrollieren. Besonders bei fehlenden Versicherungszeiten kann eine Rückfrage bei der Rentenversicherung sinnvoll sein. Auslandsrentner mit noch offenem Lebensnachweis sollten dagegen nicht bis Ende November warten. Die hierfür maßgebliche Frist ist bereits abgelaufen und der angekündigte Zahlungsstopp kann schon Ende Oktober einsetzen. Beim Black Friday empfiehlt sich schließlich ein Preisvergleich vor dem Kauf. Ein angekündigter Rabatt ist nur dann eine tatsächliche Ersparnis, wenn das Angebot günstiger ist als vergleichbare reguläre Preise. Häufige Fragen zu den Änderungen im November 2026 Wann wird die gesetzliche Rente im November 2026 überwiesen? Bei nachschüssiger Auszahlung wird die Novemberrente am Montag, dem 30. November 2026, überwiesen. Wer seine Rente vorschüssig erhält, bekommt die Novemberzahlung bereits am 30. Oktober und am 30. November die Rente für Dezember. Muss ich meine Kfz-Versicherung bis zum 30. November 2026 kündigen? Nur wenn der Vertrag zum 31. Dezember 2026 endet und eine Kündigungsfrist von einem Monat gilt, ist der 30. November der reguläre Stichtag. Bei anderen Vertragslaufzeiten oder einem bestehenden Sonderkündigungsrecht können andere Termine maßgeblich sein. Wird meine Auslandsrente im November gestoppt, wenn der Lebensnachweis fehlt? Das ist möglich, wenn der Renten Service für 2026 einen Lebensnachweis verlangt hat und dieser nicht eingegangen ist. Die Frist endete am 9. Oktober 2026 und die Zahlungen können bereits ab Ende Oktober angehalten werden, bis der Nachweis vorliegt. Quellen Bundesfinanzministerium, Lohnsteuer-Handbuch 2026 zu § 39a EStG und dem Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren ELSTER, Offizielle Anleitung zum Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung für 2027 Verbraucherzentrale, Kfz-Versicherung überprüfen und mehrere hundert Euro sparen § 40 Versicherungsvertragsgesetz zum Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhungen Deutsche Rentenversicherung, Rechtliche Erläuterungen zu § 118 SGB VI und den Rentenzahlungsterminen § 235 SGB VI zur Regelaltersgrenze § 236b SGB VI zur Altersrente für besonders langjährig Versicherte
Aktuelles
28. Oktober 2026
Neue GdB-Regeln: Warum mehrere Erkrankungen nicht automatisch eine Schwerbehinderung ergeben Ein Einzel-GdB von 30 und ein weiterer von 20 ergeben nicht automatisch einen Gesamt-GdB von 50. Wer mehrere Erkrankungen hat, wird danach beurteilt, wie stark deren Folgen zusammen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beeinträchtigen. Für Betroffene ist das mitunter schwer nachvollziehbar: Die Beschwerden häufen sich, doch im Bescheid steigt der Behinderungsgrad kaum oder überhaupt nicht. Umso wichtiger ist die Unterscheidung zwischen einer unzulässigen Rechenaufgabe und einer unvollständigen Bewertung der tatsächlichen Einschränkungen. Was sich seit dem 3. Oktober 2025 geändert hat Seit dem 3. Oktober 2025 gilt die überarbeitete Fassung von Teil A der Versorgungsmedizinischen Grundsätze unter der Bezeichnung „Gemeinsame Grundsätze“. Die Neufassung stellt deutlicher heraus, dass die Auswirkungen auf die gesellschaftliche Teilhabe und das Zusammenwirken verschiedener Beeinträchtigungen bewertet werden. Das Additionsverbot wurde allerdings nicht erst mit dieser Reform eingeführt. Bereits lange zuvor hatte das Bundessozialgericht klargestellt, dass Einzelbewertungen keine Zahlen sind, die sich zu einem Gesamt-GdB zusammenzählen lassen. Wer die Neufassung als völlig neue Berechnungsmethode versteht, zieht deshalb einen falschen Schluss. Einen ergänzenden Überblick bietet unser Beitrag zu den überarbeiteten GdB-Regeln und ihrer Anwendung durch die Ämter. Eine lange Diagnoseliste sagt noch wenig aus Eine Diagnose benennt eine Erkrankung, beschreibt aber noch nicht vollständig deren Folgen. Für die Feststellung einer Behinderung geht es um gesundheitliche Beeinträchtigungen, die in Wechselwirkung mit Barrieren die gleichberechtigte Teilhabe voraussichtlich länger als sechs Monate behindern können. Im Antrag sollte deshalb erkennbar werden, was hinter den medizinischen Begriffen steht. Wie weit jemand gehen kann, ob Gespräche verständlich bleiben oder wie häufig Beschwerden den Tagesablauf unterbrechen, macht Einschränkungen greifbarer als eine bloße Aneinanderreihung von Diagnosen. Zunächst werden die Funktionssysteme bewertet Die Begutachtung beginnt mit den betroffenen Funktionssystemen, etwa dem Hören oder dem Herz-Kreislauf-System. Bestehen innerhalb eines Systems mehrere Gesundheitsstörungen, wird dessen Beeinträchtigung insgesamt bewertet. Anschließend bildet die stärkste Einzelbeeinträchtigung den Ausgangspunkt für den Gesamt-GdB. Weitere Einschränkungen rechtfertigen eine Erhöhung, wenn sie die gesamte Teilhabebeeinträchtigung wesentlich verstärken und damit mindestens einen weiteren Zehnerschritt begründen. Eine zweite Erkrankung bekommt also keinen festen „Zuschlag“. Auch die Bildung eines Durchschnittswerts ist unzulässig. Wie mehrere Einschränkungen zusammenwirken Die Verordnung unterscheidet verschiedene Beziehungen zwischen Funktionsbeeinträchtigungen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Folgen für die Gesamtbewertung. Zusammenwirken der Einschränkungen Bedeutung für den Gesamt-GdB Eine Beeinträchtigung wirkt sich besonders nachteilig auf eine andere aus In der Regel stärkere Gesamtbeeinträchtigung Die Auswirkungen betreffen unabhängig voneinander verschiedene Lebensbereiche Häufig stärkere Gesamtbeeinträchtigung Die Auswirkungen überschneiden sich teilweise Eine höhere Gesamtbewertung kann gerechtfertigt sein Die Auswirkungen überschneiden sich vollständig In der Regel keine höhere Gesamtbewertung Damit kann eine zusätzliche Erkrankung auch dann ins Gewicht fallen, wenn sie die erste Erkrankung medizinisch nicht verschlimmert. Umgekehrt rechtfertigen zwei Diagnosen keine doppelte Bewertung desselben Funktionsverlusts. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Welche zusätzliche Einschränkung bleibt bei einer Betrachtung des gesamten Alltags bestehen? Das lässt sich weder an der Zahl der Facharztberichte noch an der Länge eines Medikamentenplans ablesen. Einzel-GdB von 10 oder 20: Weder automatisch mehr noch automatisch bedeutungslos Zusätzliche leichte Funktionsbeeinträchtigungen mit einem Einzel-GdB von 10 erhöhen den Gesamt-GdB grundsätzlich nicht, wobei Ausnahmen möglich bleiben. Auch mehrere solcher Beeinträchtigungen führen normalerweise zu keiner Erhöhung. Bei einem Einzel-GdB von 20 ist eine wesentliche zusätzliche Beeinträchtigung ebenfalls häufig zu verneinen. Die Verordnung verlangt jedoch ausdrücklich, dies in jedem Einzelfall zu prüfen. Genau hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Begründung eines Bescheids. Aus dem fehlenden Anspruch auf Addition folgt schließlich nicht, dass eine weitere Erkrankung ohne Prüfung übergangen werden darf. Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg bestätigte mit Urteil vom 23. Juni 2026, dass selbst Einzelbewertungen von 30, 20 und 20 nicht zwingend einen Gesamt-GdB von 50 ergeben. Im Verfahren mit dem Aktenzeichen L 11 SB 27/24 blieb es für den späteren streitigen Zeitraum bei einem Gesamt-GdB von 40. Welche Unterlagen die Einschränkungen verständlich machen Für die medizinische Prüfung werden beispielsweise Facharztbefunde, Krankenhausberichte und Reha-Unterlagen ausgewertet. Diese sollten möglichst nachvollziehbar beschreiben, welche Funktionsverluste bestehen und wie ausgeprägt sie sind. Hilfreich ist eine konkrete Darstellung von Häufigkeit, Dauer und Folgen der Beschwerden. Statt lediglich „Rückenschmerzen und Hörstörung“ anzugeben, sollte erkennbar werden, welche Bewegungen eingeschränkt sind und welche Kommunikationsprobleme zusätzlich auftreten. Eine ergänzende eigene Beschreibung kann dafür Anhaltspunkte liefern. Besonders überzeugend wird sie, wenn ärztliche Befunde die geschilderten Einschränkungen bestätigen. Einen zu niedrigen Bescheid gezielt angreifen Wer eine unvollständige Bewertung vermutet, kann Akteneinsicht beantragen, um die Entscheidungsgrundlagen nachzuvollziehen. § 25 SGB X eröffnet Beteiligten dieses Recht, soweit die Kenntnis der Akten zur Wahrung ihrer rechtlichen Interessen erforderlich ist. Ein Widerspruch muss grundsätzlich innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids eingelegt werden; die ausführliche Begründung kann nachgereicht werden. Sie sollte erklären, welche Einschränkungen fehlen oder weshalb deren Zusammenwirken unzureichend berücksichtigt wurde. Die Argumentation „30 plus 20 ergibt 50“ hilft dabei nicht weiter. Worauf Betroffene stattdessen achten sollten, erläutert unser Beitrag zu häufigen Fehlern beim Widerspruch gegen einen GdB-Bescheid. Unterhalb von GdB 50 kann eine Gleichstellung helfen Die Schwelle zur Schwerbehinderung liegt bei einem GdB von mindestens 50. Bei einem GdB von 30 oder 40 kommt eine Gleichstellung infrage, wenn Betroffene wegen ihrer Behinderung ohne diese Hilfe einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder behalten können. Eine Gleichstellung erhöht den festgestellten GdB allerdings nicht und führt auch nicht zu einem Schwerbehindertenausweis. Welche Möglichkeiten sie im Arbeitsleben eröffnet, beschreibt unser Beitrag zur Gleichstellung bei einem GdB von 30 oder 40. Praxisbeispiel: Rückenbeschwerden und eine Hörbeeinträchtigung Bei einer Frau werden die Einschränkungen der Wirbelsäule mit einem Einzel-GdB von 30 und eine Hörbeeinträchtigung mit 20 bewertet. Während die Rückenbeschwerden ihre Beweglichkeit begrenzen, erschwert die Hörbeeinträchtigung zusätzlich Gespräche und die Teilnahme an Veranstaltungen. Geprüft werden muss nun, wie stark diese unterschiedlichen Einschränkungen ihre Teilhabe insgesamt beeinträchtigen. Ein Gesamt-GdB von 50 lässt sich aus den beiden Einzelwerten allein nicht ableiten. Sieben Fragen und Antworten Werden mehrere Erkrankungen beim GdB zusammengerechnet? Nein, Einzelbewertungen werden weder addiert noch gemittelt. Bewertet werden die gesamten Auswirkungen und die Beziehungen der Einschränkungen untereinander. Gilt das Additionsverbot erst seit Oktober 2025? Nein, es bestand bereits vorher. Die Reform hat die Bewertungsgrundsätze überarbeitet und die Betrachtung der Teilhabebeeinträchtigungen deutlicher gefasst. Kann ein zusätzlicher Einzel-GdB von 20 den Gesamt-GdB erhöhen? Ja, wenn die weitere Einschränkung die Gesamtbeeinträchtigung entsprechend verstärkt. Das muss im Einzelfall geprüft werden und geschieht nicht automatisch. Können mehrere Einzelbewertungen von 10 zusammen eine Erhöhung bewirken? Grundsätzlich führen zusätzliche Beeinträchtigungen mit einem Einzel-GdB von 10 auch zusammen nicht zu einer Erhöhung. Die Bewertungsgrundsätze lassen allerdings Ausnahmefälle zu. Welche Unterlagen sind für den Antrag hilfreich? Aussagekräftig sind medizinische Befunde, die Art und Ausmaß der Funktionsbeeinträchtigungen beschreiben. Dazu können Facharztberichte sowie Krankenhaus- und Reha-Berichte gehören. Wie lange bleibt Zeit für einen Widerspruch? Grundsätzlich beträgt die Frist einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids. Eine ausführliche Begründung muss nicht bereits mit dem fristgerechten Widerspruch vorliegen. Macht eine Gleichstellung aus einem GdB von 30 einen GdB von 50? Nein, der festgestellte GdB bleibt bestehen. Eine Gleichstellung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen zusätzliche Rechte im Arbeitsleben eröffnen, ersetzt aber keinen Schwerbehindertenausweis.
28. Oktober 2026
Die Pflegekasse erkennt den Hilfebedarf an, doch sofort steht eine andere Sorge im Raum: Ist damit auch der Führerschein gefährdet? Für Rentner, die ihre Einkäufe und Arztbesuche mit dem Auto erledigen, wäre der Verlust der Fahrerlaubnis ein erheblicher Einschnitt. Der Pflegegrad bewertet den Alltag, keine Fahrprüfung Bei der Pflegebegutachtung wird untersucht, wie selbstständig ein Mensch seinen Alltag bewältigt. Dazu gehören unter anderem Beweglichkeit, geistige Fähigkeiten, Körperpflege und der Umgang mit Behandlungen. Der Medizinische Dienst erläutert diese sechs Begutachtungsbereiche ausführlich. Eine Prüfung der Fahreignung ersetzt dieses Verfahren nicht. Wer Hilfe beim Duschen oder Anziehen benötigt, kann Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit dennoch behalten haben. Wie die Einstufung zustande kommt, erklärt auch unser Beitrag zur Begutachtung für einen Pflegegrad. Auch Pflegegrad 3 ist keine gesetzliche Grenze Eine Regel nach dem Muster „Ab Pflegegrad 3 darf niemand mehr Auto fahren“ gibt es nicht. Aus der Einstufung allein lässt sich weder eine Erlaubnis für jede Fahrt noch ein pauschales Fahrverbot ableiten. Zwei Menschen mit demselben Pflegegrad können gesundheitlich sehr unterschiedlich eingeschränkt sein. Deshalb kommt es auf die Fähigkeiten an, die im Straßenverkehr gebraucht werden, wie wir auch im Beitrag zum möglichen Führerscheinverlust bei Pflegebedürftigkeit erläutern. Wann die Fahrerlaubnisbehörde eingreifen darf Nach § 46 Fahrerlaubnis-Verordnung muss die Behörde die Fahrerlaubnis entziehen, wenn sich jemand als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen erweist. Besteht noch eine bedingte Eignung, kommen stattdessen notwendige Beschränkungen oder Auflagen infrage. Für weitere Untersuchungen braucht die Behörde Tatsachen, die entsprechende Zweifel begründen. Das können beispielsweise Auffälligkeiten bei einem Unfall oder Hinweise auf eine Erkrankung sein, die sich auf das sichere Fahren auswirkt. Ein Schreiben der Führerscheinstelle sollte deshalb weder Panik auslösen noch unbeantwortet bleiben. Betroffene sollten prüfen lassen, welche Zweifel konkret bestehen und welche Untersuchung verlangt wird. Ein angefordertes Gutachten lässt sich nicht einfach aussitzen Welche medizinischen Nachweise angeordnet werden können, regelt § 11 Fahrerlaubnis-Verordnung. Die Behörde muss unter anderem die zu klärenden Fragen, die Gründe ihrer Zweifel und eine Frist benennen. Wer ein rechtmäßig gefordertes Gutachten nicht fristgerecht vorlegt, riskiert die Entziehung der Fahrerlaubnis. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen darf die Behörde aus der fehlenden Mitwirkung auf mangelnde Eignung schließen; auf diese Folge muss sie zuvor hinweisen. Eine Untersuchung auf eigene Initiative und ein behördlich angeordnetes Gutachten sind dabei nicht beliebig austauschbar. Welche Unterlagen genügen, hängt von der konkreten Anordnung ab. Körperliche Einschränkungen können sich ausgleichen lassen Probleme beim Gehen bedeuten nicht zwangsläufig, dass ein Mensch kein Fahrzeug sicher bedienen kann. Unter Umständen helfen ein Automatikgetriebe oder eine fachgerecht angepasste Bedienung. Die Anlage 4 zur Fahrerlaubnis-Verordnung sieht bei Bewegungsbehinderungen ausdrücklich mögliche technische Vorrichtungen und Beschränkungen auf bestimmte Fahrzeuge vor. Ob das im Einzelfall ausreicht, muss individuell beurteilt werden. Ein Umbau allein ersetzt diese Beurteilung nicht. Er muss zu den Einschränkungen passen und gegebenenfalls mit den erforderlichen Nachweisen und Eintragungen verbunden werden. Pflegegrad und Autofahren: Diese Unterschiede zählen Situation Bedeutung für das Autofahren Pflegegrad wird erstmals bewilligt oder erhöht Dadurch allein entsteht kein automatisches Fahrverbot. Körperliche Einschränkungen erschweren die Fahrzeugbedienung Technische Anpassungen und Auflagen können je nach Einzelfall eine Lösung sein. Orientierung und Urteilsvermögen lassen nach Die Fahreignung muss medizinisch beurteilt werden. Ein Medikament verursacht Benommenheit Die betroffene Person darf in diesem Zustand nicht selbst fahren. Ein behördliches Gutachten wird verlangt Anlass, Anforderungen und Frist sollten geprüft und beachtet werden. Bei Demenz reicht die eigene Einschätzung häufig nicht Besondere Aufmerksamkeit ist nötig, wenn Orientierung, Aufmerksamkeit oder Urteilsvermögen nachlassen. Wer sich auf vertrauten Strecken verfährt oder Verkehrssituationen nicht mehr überblickt, sollte das medizinisch abklären lassen. Eine Demenzdiagnose beantwortet die Frage nach der Fahreignung nicht in jedem frühen Erkrankungsstadium gleich. Bei schwerer Demenz besteht jedoch keine Fahreignung mehr; auch zuvor können Einschränkungen das Fahren ausschließen. Der Wegweiser Demenz des Bundes empfiehlt, das Thema bereits bei der Diagnose anzusprechen. Betroffene können ihre Fähigkeiten krankheitsbedingt überschätzen, weshalb eine fachärztliche Einschätzung besonders wichtig ist. Ein gültiger Führerschein macht nicht jede Fahrt zulässig Auch ohne behördlichen Entzug kann eine konkrete Autofahrt unzulässig sein. Wer wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht sicher fahren kann, muss nach § 2 Fahrerlaubnis-Verordnung dafür sorgen, dass andere nicht gefährdet werden. Das betrifft auch vorübergehende Beschwerden und die Wirkung von Medikamenten. Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie bestimmte Schmerzmittel können beispielsweise Aufmerksamkeit und Reaktion beeinträchtigen. Der ADAC weist besonders auf den Beginn einer Behandlung und auf Dosisänderungen hin. Bei Benommenheit, Schwindel oder deutlicher Müdigkeit bleibt das Auto stehen; mit Arzt oder Apotheke sollte geklärt werden, wie sich die Behandlung auf das Fahren auswirkt. Angehörige sollten Beobachtungen ansprechen, keine Vorwürfe machen Ein Gespräch hilft eher, wenn es um konkrete Situationen geht: etwa übersehene Ampeln, die Verwechslung von Pedalen oder wiederholte Beinaheunfälle. Der pauschale Vorwurf, jemand sei „zu alt zum Fahren“, klärt dagegen keine gesundheitliche Frage. Die AOK empfiehlt ein behutsames Gespräch und ärztliche Unterstützung. Gleichzeitig sollten Familien überlegen, wie Einkäufe, Arzttermine und Besuche organisiert werden können, wenn einzelne oder sämtliche Fahrten wegfallen. Praxisbeispiel: Pflegegrad 2 und trotzdem selbstständig unterwegs Ein fiktives Beispiel: Die 76-jährige Ingrid braucht wegen körperlicher Einschränkungen Hilfe beim Waschen und Anziehen und erhält Pflegegrad 2. Eine individuelle Untersuchung ergibt, dass sie ihr bereits passend angepasstes Auto unter den erforderlichen Bedingungen weiterhin sicher führen kann. Der Pflegegrad steht ihren Fahrten damit nicht entgegen. Als ein neues Medikament starke Benommenheit auslöst, lässt sie das Fahrzeug jedoch stehen und klärt mit ihrer Ärztin, wann sie wieder fahren kann. Vier Fragen und Antworten zu Pflegegrad und Führerschein Muss ich mit Pflegegrad 3 meinen Führerschein abgeben? Nein, der Pflegegrad allein löst keinen Entzug aus. Ausschlaggebend ist, ob die gesundheitlichen Einschränkungen sicheres Fahren erlauben und notwendige Auflagen eingehalten werden. Muss ich den Pflegegrad der Führerscheinstelle melden? Eine allgemeine Pflicht, allein die Bewilligung eines Pflegegrads von sich aus zu melden, besteht nicht. Das entbindet jedoch nicht von der Verantwortung, nur dann zu fahren, wenn dies gesundheitlich sicher möglich ist. Genügt ein Attest meines Hausarztes, wenn ein Gutachten verlangt wird? Nicht automatisch, denn die Fahrerlaubnisbehörde bestimmt die Fragestellung und die erforderliche Qualifikation der untersuchenden Stelle. Ein gewöhnliches Attest ersetzt deshalb nicht ohne Weiteres das angeordnete Gutachten. Darf ich weiterfahren, solange mein Führerschein noch gültig ist? Nur wenn Sie tatsächlich sicher fahren können und bestehende Auflagen erfüllen. Bei fahrbeeinträchtigender Benommenheit oder anderen erheblichen Ausfällen darf das Auto auch mit gültigem Führerschein nicht selbst gefahren werden.
28. Oktober 2026
Wer regelmäßig Medikamente braucht, ins Krankenhaus muss oder Zahnersatz benötigt, muss sich 2027 auf höhere eigene Ausgaben einstellen. Die Reform soll die Krankenkassen finanziell stabilisieren, verlangt dafür aber auch von den Versicherten mehr Geld. Besonders spürbar wird das für Menschen, die mit einer kleinen Rente oder wenig Einkommen auskommen müssen. Zwar bleiben Schutzregelungen bestehen, doch deren Entlastung muss häufig erst beantragt werden. Höhere Zuzahlungen sind bereits beschlossen Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurde im Juli 2026 verkündet; die hier beschriebenen höheren Zuzahlungen und niedrigeren Zahnersatzzuschüsse gelten ab dem 1. Januar 2027. Es handelt sich damit um beschlossene Änderungen. Für erwachsene Versicherte ohne Zuzahlungsbefreiung ergeben sich unter anderem folgende Beträge; beim Zahnersatz ist die gesonderte Härtefallregelung zu beachten. Leistung Bis Ende 2026 Ab Januar 2027 Zuzahlungspflichtige Medikamente 10 Prozent des Preises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro 10 Prozent des Preises, mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro Vollstationäre Krankenhausbehandlung 10 Euro je Tag, höchstens 28 Tage im Kalenderjahr 15 Euro je Tag, höchstens 28 Tage im Kalenderjahr Physiotherapie und andere Heilmittel 10 Prozent der Behandlungskosten plus 10 Euro je Verordnung 10 Prozent der Behandlungskosten plus 15 Euro je Verordnung Festzuschuss zum Zahnersatz ohne Vorsorgebonus 60 Prozent der festgelegten Kosten der Regelversorgung 50 Prozent der festgelegten Kosten der Regelversorgung Medikamente werden nicht pauschal um 50 Prozent teurer Bei zuzahlungspflichtigen Arzneimitteln steigen die Mindest- und Höchstbeträge um die Hälfte, während die Berechnungsregel von zehn Prozent erhalten bleibt. Die tatsächliche Mehrbelastung hängt deshalb vom Medikamentenpreis ab. Bei einem Präparat für 40 Euro erhöht sich die Zuzahlung beispielsweise von 5 auf 7,50 Euro, bei einem Präparat für 80 Euro bleibt es bei 8 Euro. Kostet das Mittel 200 Euro, werden künftig 15 statt 10 Euro fällig; mehr als der tatsächliche Preis des Mittels darf weiterhin nicht verlangt werden. Krankenhaus und Physiotherapie belasten den Geldbeutel stärker Bei einem vollstationären Krankenhausaufenthalt steigt die Zuzahlung für Erwachsene auf 15 Euro je Kalendertag. Für 14 Tage sind damit 210 statt 140 Euro fällig, bei ausgeschöpften 28 Zuzahlungstagen steigt der Betrag von 280 auf 420 Euro. Bei Physiotherapie sind die künftig verlangten 15 Euro lediglich der feste Betrag je Verordnung, zusätzlich fallen weiterhin zehn Prozent der Behandlungskosten an. Bei angenommenen Behandlungskosten von 400 Euro erhöht sich die gesamte Zuzahlung daher von 50 auf 55 Euro. Zahnersatz kostet Versicherte einen größeren Eigenanteil Bei Kronen, Brücken und Prothesen sinkt der reguläre Festzuschuss von 60 auf 50 Prozent der festgelegten Kosten der Regelversorgung. Auch mit nachgewiesener regelmäßiger Vorsorge fällt die Unterstützung geringer aus: Nach fünf Jahren gibt es 60 statt 70 Prozent, nach zehn Jahren 65 statt 75 Prozent. Diese Prozentsätze beziehen sich auf die zum Befund gehörende Regelversorgung, also den medizinisch notwendigen Standard. Wer eine aufwendigere Versorgung wählt, muss die darüber hinausgehenden Kosten zusätzlich tragen. Gerade bei geringem Einkommen sollte deshalb vor der Behandlung ein Härtefallantrag für die vollständige Übernahme der Regelversorgung geprüft werden. Dieser Schutz bleibt bestehen und kann auch Menschen mit kleiner Rente zugutekommen. Die Belastungsgrenze verhindert eine unbegrenzte Jahresrechnung Für gesetzliche Zuzahlungen gilt weiterhin eine jährliche Belastungsgrenze von grundsätzlich zwei Prozent der anrechenbaren Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Bei anerkannt schwerwiegend chronisch Kranken kann sie auf ein Prozent sinken. Bei Ehepaaren werden die berücksichtigungsfähigen Einnahmen gemeinsam betrachtet, wobei gesetzliche Freibeträge die Berechnungsgrundlage verringern können. Entscheidend ist deshalb die persönliche Berechnung der Krankenkasse. Wer die Grenze erreicht hat, kann sich für den Rest des Kalenderjahres befreien und darüber hinaus geleistete gesetzliche Zuzahlungen erstatten lassen. Wie Betroffene vorgehen, erläutert unser Beitrag zur Zuzahlungsbefreiung für Rentner. Für die Ein-Prozent-Grenze genügt die regelmäßige Einnahme eines Medikaments allein nicht; die Voraussetzungen einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung müssen nachgewiesen werden. Eine fehlende Aussicht auf Heilung wird dafür jedoch nicht verlangt. Zahnersatz fällt nicht unter die Zwei-Prozent-Grenze Die Belastungsgrenze erfasst ausschließlich gesetzliche Zuzahlungen, etwa für verordnete Arzneimittel, Heilmittel und Krankenhausbehandlungen. Eigenanteile beim Zahnersatz, privat vereinbarte Zusatzleistungen und bestimmte Mehrkosten für Medikamente werden dabei nicht mitgerechnet. Deshalb kann auch ein bereits von Zuzahlungen befreiter Versicherter noch eine erhebliche Zahnarztrechnung erhalten. Für den Zahnersatz muss die Krankenkasse gesondert prüfen, ob ein Härtefall vorliegt. Grundsicherung bedeutet keine automatische Befreiung Wer Grundsicherung im Alter oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II erhält, ist als Erwachsener nicht allein deshalb von gesetzlichen Zuzahlungen befreit. Für diese Gruppen gelten jedoch besondere Berechnungsvorschriften auf Grundlage des gesetzlichen Regelbedarfs. Höhere Einzelbeträge erhöhen daher nicht automatisch die persönliche jährliche Belastungsgrenze um denselben Prozentsatz. Was sich außerdem zum Jahreswechsel verändert, beschreibt unser Überblick zu den Änderungen bei der Grundsicherung ab 2027. Wo Versicherte ihre Ausgaben senken können In der Apotheke lohnt sich die Frage, ob ein medizinisch geeignetes, zuzahlungsbefreites Präparat zur Verfügung steht. Ein günstigeres Generikum ist allerdings nicht automatisch von der Zuzahlung befreit. Auch Bonusprogramme der Krankenkassen können sich lohnen, etwa für nachgewiesene Vorsorge oder bestimmte Präventionsangebote. Welche Voraussetzungen gelten und welcher Bonus gewährt wird, legt die jeweilige Kasse fest. Ein stabiler Durchschnitt schützt nicht vor höheren Beiträgen Der GKV-Schätzerkreis hat für 2027 einen rechnerischen durchschnittlichen Zusatzbeitrag von unverändert 2,9 Prozent ermittelt. Jede Krankenkasse legt ihren tatsächlichen Zusatzbeitrag jedoch selbst fest, sodass einzelne Kassen trotzdem teurer werden können. Bei einer Erhöhung besteht grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht. Ein Vergleich sollte neben dem Beitrag auch die benötigten Zusatzleistungen berücksichtigen. Hinzu kommt die geplante Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 5.812,50 auf 6.375 Euro monatlich; die vom Kabinett beschlossene Verordnung benötigt noch die Zustimmung des Bundesrates. Wer entsprechend hohe beitragspflichtige Einnahmen hat, zahlt dadurch auch bei unverändertem Beitragssatz mehr, weil ein größerer Einkommensanteil erfasst wird. Für Versicherte zählt am Ende die Summe aus Beiträgen und selbst getragenen Behandlungskosten. Eine stabile Beitragszahl allein sagt wenig darüber aus, wie bezahlbar ihre Versorgung bleibt. Beispiel aus der Praxis Ein fiktiver alleinstehender Rentner verfügt über insgesamt 18.000 Euro anrechenbare Bruttoeinnahmen im Jahr und ist als schwerwiegend chronisch krank anerkannt. Seine jährliche Belastungsgrenze für gesetzliche Zuzahlungen beträgt damit 180 Euro. Nach einem 14-tägigen Krankenhausaufenthalt im Jahr 2027 wären zunächst 210 Euro Zuzahlung fällig, sofern keine Befreiung vorliegt und keine anderen Tage anzurechnen sind. Lässt er seine Belastungsgrenze mit den erforderlichen Nachweisen feststellen, kann er 30 Euro zurückerhalten und sich für den Rest des Kalenderjahres von weiteren gesetzlichen Zuzahlungen befreien lassen. Benötigt er zusätzlich eine Krone, greift diese Befreiung dafür nicht. Wegen seines niedrigen Einkommens sollte er vor der Behandlung außerdem die Härtefallregelung für Zahnersatz prüfen lassen. Sieben Fragen und Antworten Ab wann gelten die höheren Zuzahlungen? Die beschriebenen höheren Zuzahlungen für Medikamente, Krankenhausbehandlungen und Heilmittel gelten ab dem 1. Januar 2027. Muss ich für jedes Medikament künftig 15 Euro zahlen? Nein, bei zuzahlungspflichtigen Arzneimitteln gilt grundsätzlich weiterhin die Berechnung mit zehn Prozent des Preises, künftig mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro. Die Zuzahlung darf den tatsächlichen Medikamentenpreis nicht übersteigen. Sind mit 15 Euro alle Kosten einer Physiotherapie bezahlt? Nein, die 15 Euro fallen je Verordnung zusätzlich zu zehn Prozent der Behandlungskosten an. Wann gilt die niedrigere Belastungsgrenze von einem Prozent? Sie kommt bei anerkannt schwerwiegend chronisch Kranken in Betracht. Die dafür erforderlichen Voraussetzungen und Nachweise prüft die Krankenkasse. Gilt die Zuzahlungsbefreiung auch für Zahnersatz? Nein, für Zahnersatz besteht eine eigene Härtefallregelung. Sie kann bei geringem Einkommen die vollständige Übernahme der Regelversorgung ermöglichen, muss aber gesondert geprüft werden. (AOK) Werden Rentner oder Grundsicherungsempfänger automatisch befreit? Nein, auch sie müssen eine Befreiung bei ihrer Krankenkasse beantragen. Die Kasse ermittelt anhand der geltenden Vorschriften die persönliche Belastungsgrenze. Bleibt mein Zusatzbeitrag 2027 sicher unverändert? Der errechnete Durchschnitt von 2,9 Prozent garantiert keinen unveränderten Beitrag bei jeder Krankenkasse. Entscheidend ist der Zusatzbeitrag der eigenen Kasse.
28. Oktober 2026
Ein Geschäftsführer kündigte, weil sein Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte und er persönliche rechtliche Risiken sah. Die Agentur für Arbeit verhängte daraufhin zwölf Wochen Sperrzeit beim Arbeitslosengeld. Der Betroffene wehrte sich vor dem Sozialgericht Köln und erreichte eine Verkürzung auf sechs Wochen. Nach einem Kanzleibericht vom 23. Oktober 2026 endete das Verfahren durch einen gerichtlichen Vergleich, nicht durch ein Urteil. Persönliche Haftungsrisiken waren der Anlass für die Kündigung Die vertretende Kanzlei schildert, dass die finanziellen Probleme der Gesellschaft für den Geschäftsführer mit Haftungs- und Strafbarkeitsrisiken verbunden gewesen seien. Die Agentur für Arbeit erkannte dennoch keinen wichtigen Grund für seine Arbeitsaufgabe an. Nach Darstellung der Kanzlei hielt das Gericht nicht sämtliche vorgetragenen Umstände für ausreichend belegt. Es sah aber Anhaltspunkte für eine besondere Härte und regte eine Einigung an. Mit Beschluss vom 22. Oktober 2026 stellte das Sozialgericht Köln den Vergleich fest (S 3 AL 358/26). Danach wurde die Sperrzeit halbiert und die Hälfte der außergerichtlichen Kosten des Klägers übernommen. Der Beschluss liegt dieser Redaktion nicht im Volltext vor. Grundlage der Fallbeschreibung ist der Bericht der beteiligten Kanzlei, keine unabhängig geprüfte Veröffentlichung des Gerichts. Eine Eigenkündigung führt nicht in jedem Fall zu zwölf Wochen Sperrzeit Wer sein Beschäftigungsverhältnis selbst beendet und dadurch vorsätzlich oder grob fahrlässig arbeitslos wird, riskiert eine Sperrzeit. Liegt ein wichtiger Grund vor, tritt diese Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe jedoch nicht ein. Besteht eine Sperrzeit, beträgt sie grundsätzlich zwölf Wochen. § 159 Absatz 3 SGB III sieht unter bestimmten Voraussetzungen eine Verkürzung vor. Dazu gehört die besondere Härte. Würden zwölf Wochen nach den Umständen, die zum Eintritt der Sperrzeit geführt haben, eine solche Härte bedeuten, verkürzt sich die Dauer auf sechs Wochen. Entscheidend sind die Gründe für das Ausscheiden Ein wichtiger Grund und eine besondere Härte haben unterschiedliche Folgen. Der wichtige Grund verhindert die Sperrzeit, während die besondere Härte ihre Dauer reduziert. Dabei genügt es für die Härteprüfung nicht, dass das fehlende Arbeitslosengeld die Haushaltskasse schwer belastet. Die Bundesagentur für Arbeit stellt in ihren Fachlichen Weisungen auf die Umstände ab, die zur Arbeitsaufgabe beziehungsweise zum sperrzeitbegründenden Verhalten geführt haben. Die Weisungen nennen beispielsweise ständige Schikanen im Betrieb, wenn diese noch nicht als wichtiger Grund anerkannt werden können. Ob eine besondere Härte vorliegt, muss anhand des jeweiligen Sachverhalts geprüft werden. Die Abgrenzung erläutert auch unser Beitrag zur Verkürzung der Sperrzeit wegen besonderer Härte. Der Vergleich ist keine allgemeine Erlaubnis zur Eigenkündigung Aus der Einigung folgt nicht, dass Beschäftigte bei wirtschaftlichen Problemen ihres Arbeitgebers ohne Sperrzeit kündigen können. Ebenso wenig steht damit fest, dass persönliche Haftungsrisiken eines Geschäftsführers stets eine Halbierung rechtfertigen. Ein Vergleich beendet den konkreten Streit durch eine Einigung der Beteiligten. Er enthält keine gerichtliche Sachentscheidung, die anderen Betroffenen dasselbe Ergebnis zusichert. Für die eigene Prüfung bleibt deshalb entscheidend, welche Belastungen bestanden, welche Alternativen es gab und welche Tatsachen sich nachweisen lassen. Eine kürzere Sperrzeit kann auch mehr Anspruchstage erhalten Eine Sperrzeit verschiebt nicht nur den Beginn der Auszahlung. Bei einer Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe wird grundsätzlich auch die gesamte Anspruchsdauer gekürzt. Bei zwölf Wochen beträgt diese Minderung mindestens ein Viertel der maßgeblichen Anspruchsdauer. Bei einer sechswöchigen Sperrzeit greift diese besondere Viertelregel nicht. Ein vereinfachtes Beispiel zeigt die mögliche Wirkung bei einem ursprünglichen Anspruch von 360 Tagen. Dabei wird angenommen, dass die gesetzliche Anspruchsminderung greift und keine weiteren Kürzungen hinzukommen. Folge Zwölf Wochen Sperrzeit Sechs Wochen Sperrzeit Dauer der Sperrzeit 84 Tage 42 Tage Minderung des Anspruchs im Beispiel 90 Tage 42 Tage Verbleibende Anspruchsdauer 270 Tage 318 Tage Im Beispiel bleiben bei der verkürzten Sperrzeit 48 zusätzliche Anspruchstage erhalten. Das ist eine eigene Berechnung nach § 148 SGB III und keine Angabe zum tatsächlichen Leistungsanspruch des Kölner Klägers. Bescheid prüfen und Kündigungsgründe belegen Wer einen Sperrzeitbescheid erhält, sollte sowohl den Grund als auch die festgesetzte Dauer prüfen. Für einen Widerspruch gilt bei Bekanntgabe im Inland grundsätzlich eine Frist von einem Monat, wobei die Rechtsbehelfsbelehrung zu beachten ist. Für die Begründung hilft eine nachvollziehbare zeitliche Darstellung. Daraus sollte hervorgehen, welche Probleme vor der Kündigung bestanden, welche Abhilfe versucht wurde und weshalb ein weiteres Festhalten am Beschäftigungsverhältnis nicht vertretbar erschien. Je nach Fall können Schriftwechsel, Gesprächsprotokolle, ärztliche Unterlagen oder dokumentierte rechtliche Risiken wichtig sein. Tatsachen für einen wichtigen Grund muss die betroffene Person selbst darlegen und nachweisen, soweit sie in ihrer Sphäre oder ihrem Verantwortungsbereich liegen. FAQ zur verkürzten Sperrzeit beim Arbeitslosengeld Reichen finanzielle Schwierigkeiten für eine Halbierung der Sperrzeit? Die Geldnot, die durch das ausbleibende Arbeitslosengeld entsteht, genügt allein nicht. Für eine besondere Härte kommt es auf die Umstände an, die zum sperrzeitbegründenden Verhalten geführt haben. Hat das Sozialgericht Köln die Sperrzeit durch Urteil halbiert? Nein, laut Kanzleibericht einigten sich die Beteiligten auf einen gerichtlichen Vergleich. Eine veröffentlichte gerichtliche Sachentscheidung mit einer verbindlichen Bewertung aller Kündigungsgründe liegt der Redaktion nicht vor. Kann eine Eigenkündigung auch ganz ohne Sperrzeit bleiben? Ja, wenn ein wichtiger Grund im Sinne des § 159 SGB III vorliegt. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, hängt von den konkreten Umständen und den erforderlichen Nachweisen ab. Quellen Kanzlei Mathias Klose, Bericht „Sperrzeit beim Arbeitslosengeld erfolgreich halbiert“ vom 23. Oktober 2026 zum Verfahren vor dem Sozialgericht Köln (S 3 AL 358/26). § 159 SGB III, Ruhen bei Sperrzeit Bundesagentur für Arbeit, Fachliche Weisungen zu § 159 SGB III § 148 SGB III, Minderung und Verlängerung der Anspruchsdauer § 84 Sozialgerichtsgesetz, Widerspruchsfrist
28. Oktober 2026
Keine eigenen Rentenbeiträge, also keine Reha von der Rentenversicherung? Für Menschen mit Anspruch auf große Witwen- oder Witwerrente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit kann dieser Schluss falsch sein. § 11 Absatz 3 SGB VI eröffnet ihnen einen besonderen Zugang zu Leistungen zur Teilhabe. Dabei handelt es sich um geltendes Recht und nicht um eine neue Gesetzesänderung. Die Hinterbliebenenrente kann den Zugang zur Reha eröffnen Üblicherweise prüft die Rentenversicherung bei einem Reha-Antrag, ob bestimmte Versicherungszeiten oder andere versicherungsrechtliche Voraussetzungen vorliegen. Wer diese Bedingungen über den eigenen Versicherungsverlauf nicht erfüllt, sollte einen möglichen Anspruch aus der Hinterbliebenenrente prüfen lassen. Das Gesetz erfasst überlebende Ehegatten, die wegen verminderter Erwerbsfähigkeit Anspruch auf große Witwen- oder Witwerrente haben. Für die Vorschriften über Leistungen zur Teilhabe gelten sie als Versicherte, auch wenn sie selbst keine Beiträge nachweisen können. Entscheidend ist zunächst der Unterschied zwischen großer und kleiner Witwenrente. Die kleine Hinterbliebenenrente eröffnet keinen besonderen Zugang. Das Warum entscheidet Die „große Witwenrente“ allein reicht nicht. Der Anspruch muss auf verminderter Erwerbsfähigkeit beruhen; ein Anspruch wegen Erreichens der Altersgrenze oder wegen Kindererziehung reicht für diesen besonderen Reha-Zugang nicht aus. Prüfen Sie den Bewilligungsgrund in Ihrem Rentenbescheid und lassen Sie Unklarheiten von der Rentenversicherung erläutern. Eine Erkrankung neben einer bereits aus anderen Gründen zustehenden großen Witwenrente darf nicht mit diesem besonderen Zugang gleichgesetzt werden. Auch ein Kinderzuschlag zur Witwenrente beantwortet diese Frage nicht. Der Zuschlag betrifft die Rentenberechnung, während § 11 Absatz 3 SGB VI an den Grund des Anspruchs auf die große Hinterbliebenenrente anknüpft. Ihre Situation Bedeutung für den besonderen Reha-Zugang Große Witwen- oder Witwerrente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, keine eigenen Beiträge Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen können über § 11 Absatz 3 SGB VI erfüllt sein. Große Witwen- oder Witwerrente wegen Alters oder Kindererziehung Dieser Anspruchsgrund eröffnet den besonderen Zugang nicht. Anspruch auf kleine Witwen- oder Witwerrente § 11 Absatz 3 SGB VI greift nicht. Versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt Die Rentenversicherung prüft weiterhin die gesundheitlichen Voraussetzungen und mögliche Ausschlussgründe. Eine eigene Erwerbsminderungsrente ist nicht erforderlich Eine große Witwenrente wegen Erwerbsminderung ist etwas anderes als eine eigene Erwerbsminderungsrente. Für den hier beschriebenen Zugang müssen Sie nicht zusätzlich eine eigene EM-Rente beziehen. Wer beide Renten erhält, muss daneben die Anrechnung der eigenen Erwerbsminderungsrente auf die Witwenrente beachten. Diese Berechnungsfrage ist von der Prüfung des Reha-Antrags zu trennen. Die Reha muss Ihre Erwerbsfähigkeit verbessern können Der besondere Zugang ersetzt keine medizinische Prüfung. Die Rentenversicherung untersucht weiterhin, ob Sie eine Rehabilitation benötigen, daran teilnehmen können und die Aussicht auf Erfolg besteht. Die Leistung soll Ihre Erwerbsfähigkeit wesentlich verbessern oder wiederherstellen beziehungsweise eine wesentliche Verschlechterung verhindern. Der Wunsch nach Linderung von Beschwerden begründet noch keinen Anspruch auf eine Reha der Rentenversicherung. Ärztliche Unterlagen sollten beschreiben, welche Tätigkeiten Ihnen gesundheitlich schwerfallen und welche Verbesserungen eine Rehabilitation erwarten lässt. Wenn mehrere Erkrankungen den Reha-Bedarf bestimmen, sollten die Befunde auch deren Zusammenwirken erklären. Auch berufliche Rehabilitation kommt infrage § 11 Absatz 3 SGB VI beschränkt sich nicht auf einen Aufenthalt in einer Rehaklinik. Der besondere versicherungsrechtliche Zugang erfasst die Leistungen zur Teilhabe nach § 9 SGB VI und kann damit auch für berufliche Rehabilitation Bedeutung haben. Je nach Bedarf kommen Hilfen zur Erhaltung eines Arbeitsplatzes oder eine geeignete Aus- und Weiterbildung in Betracht. Welche Leistung passt, muss die Rentenversicherung anhand Ihrer gesundheitlichen Möglichkeiten und Ihrer beruflichen Perspektive prüfen. Benötigen Sie nach einer medizinischen Reha weitere Unterstützung, sollten Sie dies bereits mit dem Sozialdienst der Einrichtung besprechen. Auch die finanzielle Absicherung zwischen medizinischer und beruflicher Reha verlangt eine gesonderte Prüfung. So machen Sie den besonderen Zugang im Antrag deutlich Wenn Sie eine Reha beantragen, weisen Sie ausdrücklich auf Ihre große Witwen- oder Witwerrente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit hin. Fügen Sie den Rentenbescheid und aktuelle ärztliche Befunde bei. Eine kurze ergänzende Erklärung kann lauten: „Bitte prüfen Sie die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen nach § 11 Absatz 3 SGB VI, da ich Anspruch auf große Witwenrente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit habe.“ Damit benennen Sie die Vorschrift, die trotz fehlender eigener Beiträge relevant sein kann. Bei einer medizinischen Rehabilitation können Sie außerdem eine geeignete Wunscheinrichtung angeben. Die Auswahl der Rehaklinik durch die Rentenversicherung richtet sich allerdings auch nach medizinischer Eignung und weiteren Entscheidungskriterien. Eine Ablehnung wegen fehlender Beiträge genau prüfen Lehnt die Rentenversicherung Ihren Antrag wegen fehlender Versicherungszeiten ab, obwohl der besondere Zugang infrage kommt, sollten Sie die Begründung prüfen lassen. Verweisen Sie im Widerspruch auf § 11 Absatz 3 SGB VI und den Bewilligungsgrund Ihrer Hinterbliebenenrente. Bei einem Wohnsitz in Deutschland beträgt die Widerspruchsfrist einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids. Beachten Sie die Rechtsbehelfsbelehrung und warten Sie nicht mit dem Widerspruch, bis sämtliche ergänzenden Unterlagen vorliegen. Beruht die Ablehnung dagegen auf medizinischen Gründen, hilft der Hinweis auf fehlende Beitragspflichten allein nicht weiter. Dann müssen Sie sich mit den konkreten Ablehnungsgründen der Rentenversicherung auseinandersetzen und möglichst eine ärztliche Stellungnahme beifügen. Auch eine anerkannte Schwerbehinderung ersetzt die Prüfung der Reha-Voraussetzungen nicht. Welche Fragen bei einer Reha-Ablehnung trotz Schwerbehinderung wichtig werden, hängt deshalb vom Inhalt des Bescheids ab. Fiktives Beispiel: Kalina aus Mainz Kalina aus Mainz ist 39 Jahre alt, hat keine eigenen Rentenbeiträge gezahlt und erhält nach dem Tod ihres Mannes eine große Witwenrente ausschließlich wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Ihre Ärztin hält eine medizinische Reha für geeignet, ihre gesundheitlich eingeschränkte Leistungsfähigkeit deutlich zu verbessern. Kalina kann die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen über § 11 Absatz 3 SGB VI erfüllen. Ob sie die beantragte Reha erhält, hängt weiterhin von der medizinischen Prüfung und den übrigen gesetzlichen Voraussetzungen ab. FAQ: Vier Fragen zur Reha bei Witwenrente Kann ich ohne eigene Rentenbeiträge eine Reha der Rentenversicherung erhalten? Ja, das kann über einen Anspruch auf große Witwen- oder Witwerrente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit möglich sein. Die weiteren Voraussetzungen für die beantragte Leistung müssen ebenfalls vorliegen. Reicht jede große Witwenrente aus? Nein, eine große Witwenrente wegen Alters oder Kindererziehung eröffnet diesen besonderen Zugang nicht. Andere Zugangswege zur Rehabilitation bleiben gesondert zu prüfen. Muss ich zusätzlich eine eigene Erwerbsminderungsrente beziehen? Nein, § 11 Absatz 3 SGB VI setzt für diesen Zugang keine eigene Erwerbsminderungsrente voraus. Entscheidend ist der Anspruch auf die große Hinterbliebenenrente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Gilt die Regelung auch für Witwer? Ja, das Gesetz nennt die große Witwenrente und die große Witwerrente ausdrücklich. Für Witwer gelten dieselben Voraussetzungen. Quellen Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet: § 11 SGB VI – Versicherungsrechtliche Voraussetzungen für Leistungen zur Teilhabe. Deutsche Rentenversicherung: Berufliche Rehabilitation – Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Deutsche Rentenversicherung: Gemeinsame Rechtliche Anweisungen zu § 10 SGB VI – Persönliche Voraussetzungen für Leistungen zur Teilhabe. Deutsche Rentenversicherung: Gemeinsame Rechtliche Anweisungen zu § 11 SGB VI – Abschnitt 8 sowie Beispiele 17 und 18 zum Zugang über die Hinterbliebenenrente. Deutsche Rentenversicherung: Reha-Antragstellung.
28. Oktober 2026
Jobcenter müssen den Versand und im Zweifel auch den Zugang eines Widerspruchsbescheides beim Grundsicherungsempfänger schon genau dokumentieren. Kann die Behörde diesen Nachweis nicht erbringen, darf der Antrag eines Arbeitslosen auf Prozesskostenhilfe zur Durchführung eines Klageverfahrens nicht einfach wegen Versäumung der Klagefrist abgelehnt werden, entschied das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen in einem am Mittwoch, 28. Oktober 2026, veröffentlichten Beschluss (Az.: L 6 AS 1878/26 B). Im konkreten Fall hatte ein Ehepaar mit vier Kindern, zwei davon Studierende, vom Jobcenter die darlehensweise Übernahme aufgelaufener Mietschulden in Höhe von rund 5.500 Euro beantragt. Das Jobcenter lehnte das Darlehen ab. Die Mietrückstände seien selbstverschuldet entstanden, weil die über 25 Jahre alten Kinder ihren Mietanteil nicht eigenständig getragen hätten. Die dagegen von den Grundsicherungsempfängern eingelegten Widersprüche wies die Behörde mit Bescheiden vom 11. März 2026 zurück. Eine Jobcenter-Mitarbeiterin vermerkte hierzu „lokal versandt am 12.03.2026“. Der Ehemann erhob am 28. April 2026 Klage und beantragte hierfür Prozesskostenhilfe. Das Sozialgericht Düsseldorf wies den Antrag ab. Die Klage habe keine hinreichende Aussicht auf Erfolg, da diese nicht innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Widerspruchsbescheids erfolgt sei. Der Kläger legte dagegen Beschwerde beim LSG ein und verwies darauf, dass ihm der Widerspruchsbescheid erst Ende März 2026 zugegangen sei. LSG Essen: Genauer Aktenvermerk bei einfachem Brief erforderlich Das LSG entschied mit Beschluss vom 23. Oktober 2026, dass der Kläger Anspruch auf Prozesskostenhilfe hat. Das Sozialgericht müsse noch einmal prüfen, ob der Kläger die Klagefrist versäumt hat. Dies sei aber nach Aktenlage nicht anzunehmen. Die Klagefrist betrage einen Monat ab „Bekanntgabe“ des Widerspruchsbescheids. Werde ein Bescheid als einfacher Inlandsbrief bei der Post aufgegeben, gelte dieser mit dem vierten Tag nach Aufgabe bei der Post als bekanntgegeben. Dann fange die Klagefrist an zu laufen. Die Behörde müsse die Aufgabe bei der Post aber nachweisen. Dies geschehe in der Regel durch einen „Ab-Vermerk“ in den Akten. Fehle dieser Vermerk über den Tag der Aufgabe bei der Post, könne grundsätzlich nicht mehr von der angenommenen Bekanntgabe ausgegangen werden. Allein der Vermerk „lokal versandt am“ genüge nicht. Denn damit werde lediglich die innerbehördliche Zuleitung des Bescheides an die Poststelle der Behörde dokumentiert. Gelinge der Nachweis über den Postversand nicht, komme es für die Klagefrist auf den tatsächlichen Zugang des Bescheides beim Kläger an. Dies müsse hier das Sozialgericht noch einmal ermitteln. fle
28. Oktober 2026
Mehrere Hundert Euro zusätzlich zur Rente sind möglich, doch der Weg zur Auszahlung führt durch eine komplizierte Berechnung. Ob und wie viel Grundrentenzuschlag jemand erhält, hängt von anerkannten Versicherungszeiten, früheren Verdiensten und dem anzurechnenden Einkommen ab. Eine kleine Rente allein garantiert deshalb noch keinen Zuschlag. Wer eine Grundrente-Tabelle liest, sollte vor allem auf die Annahmen achten: Ein hoher Modellbetrag sagt wenig darüber aus, was im eigenen Fall auf dem Konto landet. 33 Jahre sind die erste Hürde Für den Grundrentenzuschlag müssen mindestens 33 Jahre mit sogenannten Grundrentenzeiten zusammenkommen. Zwischen 33 und 35 Jahren gelten niedrigere Berechnungsgrenzen; erst ab 35 Jahren ist die höchste Berechnungsstufe erreicht. Zu diesen Zeiten gehören insbesondere versicherungspflichtige Beschäftigungen sowie anerkannte Zeiten der Kindererziehung und Pflege. Auch bestimmte Zeiten mit Leistungen bei Krankheit oder Rehabilitation können dazugehören. Zeiten mit Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II oder Bürgergeld zählen dagegen für diese Voraussetzung nicht mit, ebenso wenig freiwillige Beitragszeiten. Ein langer Versicherungsverlauf ist daher noch kein Beleg dafür, dass tatsächlich 33 Jahre Grundrentenzeiten vorliegen. Welche Voraussetzungen im Einzelnen gelten, erläutert auch der Beitrag zum Anspruch auf den Grundrentenzuschlag. Grundrente-Tabelle: Diese monatlichen Zuschläge sind möglich Die folgende Tabelle zeigt eigene Modellrechnungen für eine Altersrente ohne Abschläge mit 35 Jahren Grundrentenzeiten. Dabei zählen alle 420 Monate auch für die Berechnung der Zuschlagshöhe; zugrunde liegt der seit Juli 2026 geltende Rentenwert von 42,52 Euro. Früherer Verdienst im Verhältnis zum Durchschnitt, ungefähr Angesetzte durchschnittliche Rentenpunkte pro Monat Grundrentenzuschlag monatlich brutto 30 Prozent 0,0250 391,10 Euro 40 Prozent 0,0333 519,68 Euro 50 Prozent 0,0417 391,10 Euro 60 Prozent 0,0500 260,73 Euro 70 Prozent 0,0583 132,15 Euro 75 Prozent 0,0625 66,08 Euro 80 Prozent 0,0667 0,00 Euro Die Beträge gelten vor einer möglichen Einkommensanrechnung und vor Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung. Gerechnet wurde mit den ausdrücklich genannten Monatswerten und den Rundungsschritten der Rentenversicherung; die Prozentangaben dienen der Orientierung. Die Tabelle zeigt auch, warum der Zuschlag mit sinkendem früheren Verdienst nicht durchgehend wächst. Im Modell liegt er bei ungefähr 40 Prozent des Durchschnittsverdienstes höher als bei 30 Prozent. Warum sehr niedrige Verdienste bei der Berechnung außen vor bleiben Für die Höhe des Zuschlags werden aus den Grundrentenzeiten nur Monate mit mindestens 0,025 Rentenpunkten herausgesucht. Auf ein Jahr übertragen entspricht das ungefähr 30 Prozent des jeweiligen Durchschnittsverdienstes; diese Monate heißen Grundrentenbewertungszeiten. Versicherungspflichtige Beschäftigungszeiten mit noch niedrigeren Verdiensten können für die erforderlichen 33 Jahre mitzählen, bringen aber selbst keinen Zuschlag. Das kann Menschen mit langjährigen, gering bezahlten Teilzeitbeschäftigungen treffen. Aus den bewerteten Monaten wird ein Durchschnitt gebildet, der innerhalb der gesetzlichen Grenzen aufgewertet wird. Der daraus errechnete zusätzliche Punktewert wird um 12,5 Prozent vermindert und für höchstens 420 Monate berücksichtigt. Einkommen kann den Zuschlag bis auf null verringern Nach der Berechnung aus dem Versicherungsverlauf folgt die Einkommensprüfung. Für 2026 gelten dabei die folgenden monatlichen Grenzen. Lebenssituation Ohne Einkommensanrechnung bis 60 Prozent Anrechnung auf den Einkommensteil darüber bis Oberhalb der zweiten Grenze Unverheiratet, ohne eingetragene Lebenspartnerschaft 1.492 Euro 1.909 Euro Vollständige Anrechnung des weiteren Überschusses Verheiratet oder in eingetragener Lebenspartnerschaft 2.327 Euro gemeinsam 2.744 Euro gemeinsam Vollständige Anrechnung des weiteren Überschusses Angerechnet wird jeweils nur der Einkommensteil oberhalb der betreffenden Grenze. Ein Überschreiten von 1.909 Euro bei Unverheirateten führt deshalb nicht automatisch zum vollständigen Wegfall; umgekehrt kann schon ein kleinerer Überschuss einen niedrigen Zuschlag aufzehren. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften wird das Einkommen beider Personen einbezogen. Wie dadurch selbst nach langer Erwerbstätigkeit eine Auszahlung ausbleiben kann, zeigt der Beitrag 35 Jahre gearbeitet und trotzdem kein Grundrentenzuschlag. Der Kontoeingang ist die falsche Vergleichszahl Die Einkommensgrenzen beziehen sich auf ein gesetzlich bestimmtes Einkommen. Dazu gehören insbesondere das zu versteuernde Einkommen, der steuerfreie Teil gesetzlicher Renten und bestimmte Kapitalerträge; der Grundrentenzuschlag selbst wird herausgerechnet. Bruttorente, Nettorente und anzurechnendes Einkommen können deshalb unterschiedliche Beträge sein. Wer lediglich seine Rentenüberweisung mit dem Freibetrag vergleicht, kann seinen Anspruch falsch einschätzen. Hinzu kommt der zeitliche Abstand: Bei der jährlichen Überprüfung für Januar 2026 wurden regelmäßig die im Herbst 2025 abgefragten Einkommensdaten aus 2023 verwendet. Ein aktueller Einkommensrückgang schlägt sich deshalb nicht unmittelbar in einem höheren Zuschlag nieder. Steuerfrei heißt nicht ohne Abzüge Der Grundrentenzuschlag ist von der Einkommensteuer befreit. Bei gesetzlich pflichtversicherten Rentnern fallen auf ihn jedoch grundsätzlich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Der Tabellenbetrag ist damit eine Rechengröße für die Bruttorente. Für die Haushaltsplanung zählt der zusätzliche Auszahlungsbetrag nach Einkommensanrechnung und Sozialabgaben. Auch ohne Zuschlag kann ein Freibetrag helfen Wer mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten oder entsprechende Zeiten aus anderen verpflichtenden Alterssicherungssystemen erreicht, kann bei der Grundsicherung im Alter einen besonderen Rentenfreibetrag erhalten. Dafür ist kein ausgezahlter Grundrentenzuschlag erforderlich. Anrechnungsfrei bleiben grundsätzlich 100 Euro der gesetzlichen Monatsrente zuzüglich 30 Prozent des darüberliegenden Betrags, begrenzt auf 50 Prozent der Regelbedarfsstufe 1. Der Höchstbetrag liegt 2026 bei 281,50 Euro; Näheres erklärt der Beitrag zum Rentenfreibetrag bei der Grundsicherung. Praxisbeispiel: Von 260,73 Euro bleiben 135,93 Euro vor Sozialabgaben Ein fiktives Beispiel: Für die alleinstehende Rentnerin Sabine ergibt sich bei 35 vollständig bewertungsfähigen Jahren und durchschnittlich 0,0500 Rentenpunkten pro Monat ein Zuschlag von 260,73 Euro brutto. Ihr für die Einkommensprüfung anzusetzendes Einkommen beträgt allerdings 1.700 Euro monatlich. Damit liegt sie 208 Euro über dem Freibetrag von 1.492 Euro, wovon 60 Prozent angerechnet werden: 124,80 Euro. Vom errechneten Zuschlag bleiben 135,93 Euro vor etwaigen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen. Sieben Fragen und Antworten zur Grundrente Wie hoch ist die Grundrente 2026? Die Höhe wird für jeden Versicherungsverlauf einzeln berechnet. Im dargestellten Modell sind bis zu 519,68 Euro monatlich brutto möglich; ein garantierter Betrag für alle ergibt sich daraus nicht. Reichen 33 Jahre für den vollen Zuschlag? Mit 33 Jahren Grundrentenzeiten ist die zeitliche Mindestvoraussetzung erfüllt. Bis zum Erreichen von 35 Jahren gelten jedoch niedrigere Berechnungsgrenzen. Zählen Zeiten mit Arbeitslosengeld oder Bürgergeld mit? Diese Zeiten zählen nicht zu den Grundrentenzeiten für die erforderlichen 33 Jahre. Das gilt auch dann, wenn sie im Versicherungsverlauf aufgeführt sind. Muss ich die Grundrente beantragen? Die Rentenversicherung prüft den Zuschlag automatisch und zahlt ihn gegebenenfalls mit der Rente aus. Fehlen im Rentenkonto Beschäftigungs-, Kindererziehungs- oder Pflegezeiten, sollten Betroffene diese klären lassen. Wird das Einkommen meines Ehepartners berücksichtigt? Ja, bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften wird das gemeinsame Einkommen geprüft. Der monatliche Freibetrag beträgt 2026 zusammen 2.327 Euro. Ist der Grundrentenzuschlag steuerfrei? Ja, der Zuschlag ist von der Einkommensteuer befreit. Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung können trotzdem anfallen. Gibt es den Rentenfreibetrag auch ohne Grundrentenzuschlag? Ja, bei der Grundsicherung kann der Freibetrag auch ohne ausgezahlten Zuschlag greifen. Voraussetzung sind insbesondere mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten oder entsprechende Zeiten aus anderen verpflichtenden Alterssicherungssystemen.
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"Ratschläge & Meinungen" austauschen ist das Motto unseres Forums. Hier hast Du die Möglichkeit Dich kostenlos anzumelden und mit über 20.000 Forenteilnehmer zu diskutieren sowie wichtige Fragen zum Bürgergeld zu stellen.
Selbstverständnis
Von der Arbeitsmarktreform sind Millionen von Menschen betroffen. Vieles ist im SGB II unklar und auf die individuellen Bedarfe des Einzelnen zu pauschal ausgelegt. Laut einiger Erhebungen, sollen nur rund 50 Prozent aller Bescheide der Jobcenter mindestens teilweise falsch und rechtswidrig sein. Das bedeutet für die Menschen oft tatsächliche Beschneidungen in Grundrechten und Ansprüchen.
Diese Plattform will daher denen eine Stimme geben, die kein Gehör finden, weil sie keine gesellschaftliche Lobby besitzen. Bezieher von Bürgergeld (ehemals Hartz IV) werden nicht selten als "dumm" oder "faul" abgestempelt. Es reicht nicht, dass Leistungsberechtigte mit den täglichen Einschränkungen zu kämpfen haben, es sind auch die täglichen Anfeindungen in den Jobcentern, in der Schule, in der Familie oder auf der Straße. Neben aktuellen Informationen zur Rechtssprechung konzentrieren wir uns auch auf Einzelfälle, die zum Teil skandalös sind. Wir decken auf und helfen damit den Betroffenen. Denn wenn eine Öffentlichkeit hergestellt wurde, müssen die Jobcenter agieren. Sie bekommen dadurch Druck. Lesen Sie mehr darüber in unserem redaktionellem Leitfaden!










