Krankengeld Auszahlung 2026: Wann wird das Krankengeld ausgezahlt

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Wer 2026 Krankengeld bezieht, erwartet oft einen Jahreskalender mit festen Auszahlungstagen. Genau das gibt es beim Krankengeld jedoch nicht. Anders als bei Rente oder Kindergeld existiert kein bundeseinheitlicher Stichtag, an dem alle Krankenkassen gleichzeitig auszahlen.

Überwiesen wird in der Regel rückwirkend für bereits ärztlich festgestellte Zeiträume – und zwar immer dann, wenn der nächste Abschnitt der Arbeitsunfähigkeit (AU) dokumentiert ist oder die AU endet.

Der entscheidende Punkt lautet: Ausgezahlt werden kann nur bis zu dem Datum, bis zu dem die AU ärztlich festgestellt wurde. Fehlt die Folgebescheinigung oder ist sie nicht rechtzeitig festgestellt, fehlt der „abrechenbare“ Zeitraum – und genau dann drohen Verzögerungen oder sogar Lücken.

Warum Krankengeld nicht „monatlich am selben Tag“ kommt

Krankenkassen zahlen Krankengeld in der Praxis häufig abschnittsweise aus. Das kann je nach Kasse, Bearbeitungsablauf und individueller Konstellation bedeuten, dass Zahlungen eher in einem 7-, 14- oder auch unregelmäßigen Rhythmus eingehen.

Der Takt entsteht nicht durch einen Kalender, sondern durch den Rhythmus der ärztlichen Feststellungen (und die Frage, wann die Kasse den Abschnitt als vollständig erfasst betrachtet).

Wichtig ist deshalb weniger die Suche nach einem „Auszahlungstermin“, sondern die Kontrolle von zwei Daten: dem letzten festgestellten AU-Tag und dem Status der Folgebescheinigung.

Die einfache Formel: So entsteht der nächste Auszahlungstermin

Für viele Betroffene lässt sich das System auf eine klare Logik reduzieren:

Feststellung bis Datum X → Auszahlung für Tage bis X
Neue Feststellung (Folgebescheinigung) → nächste Auszahlung für den nächsten Abschnitt

Dazwischen liegen Bearbeitung und Banklaufzeit. Das erklärt, warum die Überweisung oft kurz nach dem Arzttermin (bzw. nach Eingang/Verarbeitung der Meldung) erfolgt – aber eben nicht verlässlich an einem bestimmten Kalendertag.

Krankengeld 2026: Diese drei Faktoren verschieben Auszahlungen am häufigsten

Aus der Praxis sind drei Verschiebungsgründe besonders typisch:

1) Wochenende, Feiertage, Brückentage

Fällt der Tag, an dem die AU endet, ungünstig auf ein Wochenende oder einen Feiertag, wird es schnell eng, weil der nächste Arzttermin nicht immer sofort möglich ist. Dadurch verschiebt sich die ärztliche Feststellung – und damit oft der Zeitpunkt, zu dem die Kasse den nächsten Zeitraum auszahlen kann.

Gerade rund um Ostern, Pfingsten, Weihnachten und Jahreswechsel entstehen so häufiger „ungewollte Pausen“, wenn keine rechtzeitige Feststellung gelingt.

2) eAU-Meldung hängt, obwohl der Arztbesuch stattgefunden hat

Auch wenn die Arbeitsunfähigkeit korrekt festgestellt wurde, kann es vorkommen, dass die Meldung bei der Krankenkasse nicht sauber ankommt oder im System nicht sofort verarbeitet wird.

Dann wirkt es für Betroffene so, als sei „nichts passiert“ – und die Zahlung bleibt aus, bis der Abschnitt eindeutig zugeordnet ist.

3) Kasse zahlt in kleineren Abschnitten als erwartet

Manche Kassen zahlen, sobald ein Abschnitt vorliegt, andere bündeln stärker. Beides ist für Betroffene irritierend, weil Beträge von Monat zu Monat schwanken können, ohne dass sich am Gesundheitszustand etwas geändert hat.

Krankengeld Auszahlung

Zwei typische Fälle aus der Praxis

Fall 1: AU endet Freitag, Folgebescheinigung erst Montag – und plötzlich fehlt Geld

Die AU ist bis Freitag bescheinigt, das nächste Arztfenster gibt es erst am Montag. Wenn die Folgebescheinigung erst dann festgestellt wird, entsteht häufig eine kurze Unsicherheit, ob die Kasse den Zeitraum nahtlos bewertet, oder ob zunächst nur bis Freitag gezahlt wird und der „Rest“ später folgt.

In solchen Situationen entscheidet die saubere, zeitnahe Feststellung und die klare Dokumentation, dass es um dieselbe Erkrankung und einen fortlaufenden Verlauf geht.

Praktisch gilt: Wer absehen kann, dass es weitergeht, sollte den Folgetermin so legen, dass der Anschluss sicher ist – insbesondere vor Feiertagen.

Fall 2: Arzttermin war, aber in der App steht „keine Krankschreibung“ – Auszahlung bleibt stehen

Betroffene sehen im Onlineportal der Kasse keinen neuen AU-Abschnitt, obwohl sie beim Arzt waren. Dann ist nicht selten die Übermittlung der eAU der Flaschenhals.

In der Praxis hilft ein zweigleisiges Vorgehen: zuerst die Arztpraxis um Bestätigung bitten, dass die AU elektronisch übermittelt wurde (und wann), parallel bei der Krankenkasse nachfragen, ob der Datensatz eingegangen ist oder ob ein technischer Nachlauf besteht. Sobald die Zuordnung erfolgt, wird der Abschnitt meist nachgezahlt.

Muster-Kalender 2026: Beispiel bei 14-Tage-Rhythmus

Dieser Kalender ist kein offizieller Auszahlungskalender. Er zeigt lediglich, wie sich Termine entwickeln könnten, wenn eine Folgebescheinigung typischerweise alle 14 Tage ärztlich festgestellt wird.

Die Auszahlung folgt dann meist zeitnah, sobald der Abschnitt bei der Kasse verarbeitet ist; Wochenenden und Feiertage können das verschieben.

Muster-Start: Montag, 05.01.2026 – dann alle 14 Tage

Monat 2026 Muster-Termine (alle 14 Tage ab 05.01.2026)
Januar 05.01.2026 / 19.01.2026
Februar 02.02.2026 / 16.02.2026
März 02.03.2026 / 16.03.2026 / 30.03.2026
April 13.04.2026 / 27.04.2026
Mai 11.05.2026 / 25.05.2026
Juni 08.06.2026 / 22.06.2026
Juli 06.07.2026 / 20.07.2026
August 03.08.2026 / 17.08.2026 / 31.08.2026
September 14.09.2026 / 28.09.2026
Oktober 12.10.2026 / 26.10.2026
November 09.11.2026 / 23.11.2026
Dezember 07.12.2026 / 21.12.2026

So prüfen Betroffene den Status – und vermeiden Zahlungslücken

In der Praxis ist der sicherste Weg eine kleine Routine, die wenig Aufwand macht, aber viel Stress verhindert: Nach jedem Arzttermin sollte klar sein, bis zu welchem Datum die AU festgestellt wurde.

Gleichzeitig lohnt sich ein Blick in App/Portal der Kasse, ob der Abschnitt erfasst ist, weil sich dort oft Bearbeitungsstände ablesen lassen. Wer merkt, dass die neue Feststellung noch nicht sichtbar ist, sollte früh reagieren – besonders, wenn bereits der nächste Monatswechsel oder ein Feiertagsblock näher rückt.

Warum Beträge trotz „durchgehender Krankheit“ schwanken können

Krankengeld wird für Kalendertage gezahlt. Außerdem gilt für volle Monate eine feste Rechenlogik, die dazu führen kann, dass sich Zahlungen in der Wahrnehmung „verschieben“, obwohl der Verlauf stabil ist.

Sobald ein Zeitraum beginnt oder endet, entstehen zudem Teilabschnitte, die von Kassen je nach Bearbeitung unterschiedlich gebündelt werden. Das ist oft der Grund, warum ein Monat höher wirkt, der nächste niedriger, obwohl sich an der AU nichts geändert hat.

Quellenhinweise

  • Techniker Krankenkasse (TK): Informationen zur Krankengeld-Auszahlung und zur typischen Überweisungslogik
  • BARMER: Hinweise zur abschnittsweisen, rückwirkenden Auszahlung und zum Status in Mitgliederbereichen
  • AOK: Hinweise zur rückwirkenden Zahlung je Krankschreibung und zur Auszahlung nur bis zur ärztlich festgestellten AU
  • SGB V: Regelungen zum Krankengeld, insbesondere Entstehung/Fortbestand des Anspruchs sowie Berechnung/Zahlung nach Kalendertagen