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AWO setzt Leiharbeiter in der Pflege ein

DIW Studie: Die Armen werden immer ärmer und die Reichen immer Reichen. Die Mittelschicht schrumpft immer weiter. Das Sparpaket der Bundesregierung wird diese Entwicklung weiter begünstigen.

Die AWO setzt Leiharbeiter in der Pflege ein. Sozialminister Laumann will das abschaffen.

(01.05.2010) Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) setzt im Bereich der Pflege (Altenhilfe) Leiharbeiter ein. Im Zuge des NRW- Wahlkampfes kritisiert der Sozialminister die Praxis der AWO. Wohlfahrtsverbände und damit inbegriffen die AWO erhalten Subventionen vom Staat und bekämen steuerliche Vergünstigungen. Es sei nicht einsehbar, warum dann die Arbeiterwohlfahrt Leiharbeiter von Zeitarbeitsfirmen einsetzen würde. So sagte der Nordrhein-Westfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) gegenüber der "WAZ": "Da erwarte ich, dass gerade die AWO anders auftritt. Sonst müssen wir über die Privilegien reden." Die sozialen Verbände würden hier mit schlechtem Beispiel voran gehen und bei den Lohnkosten sparen. Laumann will, natürlich, wenn er wieder gewählt wird prüfen, ob dabei eine Gemeinnützigkeit noch vorliegt. Die Frage ist aber auch , warum der Minister seine Verantwortung nicht jetzt ausübt, sondern erst nach der Wahl?

Die AWO in Herne verwehrt sich gegen die Vorwürfe. Man würde nur Zeitarbeiter einsetzen, wenn es zu Krankheitsausfällen kommen würde, argumentiert man in der WAZ. Doch auch hier sei die Frage erlaubt, warum es nicht genügend Personal gibt, die den Pflegedienst auch ohne Leiharbeit aufrecht erhalten könnten. Die Personaldecke scheint so engmaschig zu sein, dass man auf "billige" Leiharbeit zurück greift. Erst vor einigen Wochen stand die AWO in den Schlagzeilen. Eine Tochterfirma der AWO, die "AWO Service GmbH Neumünster" setzte Hartz IV Bezieher als Ein-Euro-Jobber im Bereich der ambulanten Betreuung von Senioren ein. Während die Ein-Euro-Jobber rund einen Euro pro Stunde erhielten, müssen die betreuten Senioren acht Euro pro Pflegestunde bezahlen. Zusätzlich bekommt die AWO 200 Euro "Regiegeld" für die "Betreuung" der eingesetzten Ein-Euro-Jobbern. Das Bundesarbeitsministerium kündigte an, diesen Fall zu überprüfen. (sb)

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