Schwerbehinderung: Anspruch auf Freibetrag in Höhe von 1.800 Euro beim Wohngeld

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Wohngeld ist ein Zuschuss zur Miete oder für den selbst genutzten Wohnraum im Eigenbesitz. Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach dem verfügbaren Einkommen aller Bewohner eines Haushalts.

Wohngeld für schwerbehinderte Menschen

Wer schwerbehindert ist, erhält einen Freibetrag von 1.800 Euro Wohngeld auf das anzurechnende Gesamteinkommen. Dies gilt für diejenigen, die einen Grad der Behinderung von 100 haben. Wer einen Wert unter 100 hat, aber pflegebedürftig ist, also häuslich oder stationär gepflegt wird, hat ebenfalls diesen Anspruch. Darunter fällt auch Kurzzeitpflege.

Opfer des Nationalsozialismus

Opfer der Verfolgung durch den Nationalsozialismus und diejenigen, die unter das Bundesentschädigungsgesetz fallen, erhalten einen Freibetrag von 750 Euro auf das anzurechnende Gesamteinkommen.

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Die Freibeträge gelten für jeden Einzelnen

Wer diese Kriterien erfüllt, für den oder die gelten diese Freibeträge. Sie werden für jedes Familienmitglied einzeln berechnet.

Alleinerziehende und Kinder

Ein Freibetrag von 1.320 Euro gilt, wenn das jeweilige Haushaltsmitglied allein mit einem Kind oder mehreren Kindern im entspechenden Wohnraum lebt.

Kind muss minderjährig sein

Hier gibt es die Einschränkung, dass mindestens eins dieser Kinder das achtzehnte Lebensjahr noch nicht erreicht hat. Außerdem muss für dieses Kind Kindergeld gewährt werden – nach dem Einkommenssteuergesetz oder dem Bundeskindergeldgesetz (beziehungsweise eine in § 65 Absatz 1 Satz 1 des Einkommenssteuergesetzes genannte Leistung).

Wohngeld in Höhe der eigenen Einnahmen

Ein Wohngeld kann auch in Höhe der eigenen Einnahmen aus Erwerbstätigkeit jedes Kindes eines Haushaltsmitglieds gewährt werden. Dieses beträgt höchstens 1.200 Euro und gilt nur, wenn das Kind erstens ein zu berücksichtigendes Haushaltsmitglied ist und zweitens noch keine 25 Jahre alt.

Was gilt als Gesamteinkommen?

Als Gesamteinkommen berechnet wird das steuerpflichtige Jahreseinkommen laut § 2 Abs. 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes – kurz gesagt das Bruttoeinkommen. Dieses wird für jedes zu berücksichtigende Haushaltsmitglied gezählt.

Wohngeld und Vermögen

Wohngeld ist eine Sozialleistung. Deshalb werden sowohl das Einkommen der potenziell Betroffenen wie deren Eigenvermögen geprüft, um zu entscheiden, ob ein Anspruch besteht. Im Vergleich zum Bürgergeld oder BAföG sind die Freigrenzen beim Vermögen jedoch wesentlich höher.

Lebensunterhalt muss gesichert sein

Der Grund für diese höhere Grenze liegt darin, dass es sich beim Wohngeld ausschließlich um einen Zuschuss zu den Wohnkosten handelt – nicht um eine Finanzierung des Lebensunterhaltes. Im Gegenteil: Die eigenständige Sicherung des Lebensunterhaltes durch Einkommen und / oder Vermögen ist die Voraussetzung, überhaupt einen Anspruch auf Wohngeld zu haben.

Erhebliches Vermögen entscheidend

Erst ein erhebliches Vermögen führt dazu, dass kein Wohngeld gewährt wird. Dieses ist in der Verwaltungsvorschrift definiert als 60.000 Euro für das erste berücksichtigte Haushaltsmitglied und für jedes weitere Haushaltsmitglied bei 30.000. Zudem muss dieses Vermögen verwertbar sein. Eingerechnet werden vor allem Geld und Immobilien.

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