Die sogenannte Greene-Formel verspricht eine schnelle Orientierung für die spätere Rente: Mit 30 soll ein Jahresgehalt angespart sein, mit 40 drei, mit 50 fünf und mit 60 sieben.
Das klingt überzeugend konkret, lässt sich aber nicht eins zu eins übertragen. Wieviel Rente Sie im Alter haben, hängt auch von zahlreichen anderen Faktoren ab: Wann Sie in Rente gehen, welche Zeiten die Rentenversicherung anrechnet, wie hoch die gesetzliche Rente ausfällt, welche Lebenshaltungskosten Sie im Ruhestand haben und einigen Punkten mehr.
Inhaltsverzeichnis
Wonach richtet sich die Greene-Formel?
Diese Faustregel arbeitet mit Multiplikatoren des Jahresbruttogehalts. Die Idee hinter dieser Rechnung ist: Wer früh Vermögen aufbaut, profitiert länger vom Zinseszinseffekt und muss später weniger aufholen.
Für Deutschland müssen wir bei der Grudnrechnung einpalnen, dass die Regelaltersrente erst mit 67 beginnt, nicht mit 65.
Beispielrechnung mit 50.000 Euro Bruttogehalt
Die Richtwerte lassen sich anschaulich anhand von Beispielgehältern erläutern. Bei 50.000 Euro Jahresbrutto ergeben sich folgende Zielgrößen.
| Alter | Greene-Multiplikator | Zielvermögen (Beispiel) |
|---|---|---|
| 30 | 1x | 50.000 € |
| 40 | 3x | 150.000 € |
| 50 | 5x | 250.000 € |
| 60 | 7x | 350.000 € |
| 67 | ca. 8–9x | ca. 400.000–450.000 € |
Bei diesen Richtwerten müssen Sie bedenken: Wer im Alter weniger ausgeben will und kann oder hohe gesetzliche und betriebliche Ansprüche hat, braucht oft weniger, während Menschen mit hohen Wohnkosten oder lückenhaften Erwerbsbiografien größere Puffer benötigen.
Warum 400.000 Euro weniger ist als es aussieht
400.000 Euro hören sich gewaltig an. Diese Summe schrumpft allerdings, sobald man sie auf monatliches Einkommen überträgt. Dann kommt im Rentenalter grob ein vierstelliger Monatsbetrag heraus, bevor Steuern und Kosten abgehen. Das kann ein wichtiger Zusatz zur gesetzlichen Rente sein, ersetzt sie aber nicht.
Was zählt bei der Altersvorsorge?
Für Altersvorsorge zählt nicht nur Geld auf dem Konto. Wichtig ist besonders Vermögen, das langfristig Rendite erwirtschaften kann oder im Alter Kosten senkt.
Dazu gehören Depots mit Wertpapieren und Fonds, betriebliche Altersvorsorge und geeignete private Vorsorgeprodukte. Selbst genutztes Wohneigentum kann indirekt helfen, weil es Wohnkosten reduziert, ist aber kein automatisches Monatseinkommen.
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Realitätscheck: Warum Benchmarks oft irreal wirken
Viele Haushalte liegen mit ihrem Vermögen deutlich unter solchen Richtwerten, besonders bei jüngeren Menschen. Vermögensaufbau hängt stark von Einkommen, Lebensphase, Familienkosten und Startzeitpunkt ab.
Was tun, wenn Sie weit unter den Richtwerten liegen?
Wenn Sie weit unter den angesparten Summen im Modell liegen, ist das keine Katastrophe, kann aber ein Hinweis sein, vorzusorgen. Dafür können Sie Hebel in Bewegung setzen: die Sparrate schrittweise erhöhen, Kosten im Depot senken, Arbeitgeberzuschüsse über die betriebliche Altersvorsorge nutzen und die Erwerbsphase verlängern, wenn das realistisch ist.
FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Was ist die Greene-Formel?
Sie ist eine Faustregel, die dein Zielvermögen als Vielfaches deines Jahresgehalts beschreibt.
Gilt die Formel 1:1 für Deutschland?
Nur als grobe Orientierung, weil hier die gesetzliche Rente und die Regelaltersgrenze eine zentrale Rolle spielen.
Zählt mein Eigenheim als Altersvorsorge?
Es kann helfen, weil es spätere Wohnkosten senkt. Es liefert aber nicht automatisch monatliches Einkommen.
Wie viel „Zusatzrente“ bringt ein Depot von 400.000 Euro?
Je nach Entnahmestrategie ergibt sich grob ein vierstelliger Monatsbetrag vor Steuern und Kosten.
Was ist, wenn ich weit unter den Richtwerten liege?
Dann zählen Sparrate, Kosten, Anlagehorizont und deine tatsächliche Rentenlücke mehr als ein pauschaler Multiplikator.
Fazit
Die Greene-Formel ist ein gutes Werkzeug, weil sie das Thema Altersvorsorge schnell und einfach zeigt. Von einer konkreten Planung ist sie weit entfernt, weil Lebensstandard, gesetzliche Rente, Wohnkosten und Berufsbiografie entscheidend mitbestimmen, wie groß die Lücke im Alter wirklich sein wird.
Wer die eigene Renteninformation kennt und seine private Vorsorge daran ausrichtet, hat einen deutlich besseren Überblick als jede Faustformel bieten kann.




