Diese Rente ist die Höchste! Regelaltersrente schneidet eher schlecht ab

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Eine der häufigsten Fragen, die Menschen im Hinblick auf ihre Rente beschäftigt, ist: “Welche Rente bringt am meisten Geld?”

“Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da es mehrere Arten von Renten gibt, die alle verschiedene Voraussetzungen und Berechnungsgrundlagen haben”, sagt der Sozialrechtsexperte Dr. Utz Anhalt. In diesem Artikel gehen wir auf die wichtigsten Rentenvarianten und sagen, welche davon im Durchschnitt am höchsten ausfällt.

Für welche Rente sollte man sich entscheiden?

Wenn du die Wahl hast, ist die Entscheidung für eine Rentenvariante abhängig von mehreren Faktoren, wie deiner Erwerbsbiografie, der Anzahl der Beitragsjahre und persönlichen Umständen.

In Deutschland gibt es verschiedene Arten der gesetzlichen Altersrente, die sich vor allem hinsichtlich des Eintrittsalters und der Beitragsjahre unterscheiden. Dazu zählen:

  1. Regelaltersrente: Diese Rentenform tritt in Kraft, sobald das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht wird, welches für die meisten Menschen bei etwa 67 Jahren liegt. Einige Personen, die besonders lange in die Rentenversicherung einzahlen, können auch eine frühere Altersrente beziehen.
  2. Altersrente für besonders langjährig Versicherte: Diese Rentenart steht Menschen zur Verfügung, die mindestens 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben. In der Regel können diese Personen bereits ab 63 Jahren in Rente gehen, ohne dass Abschläge auf ihre Rente vorgenommen werden.
  3. Rente für Schwerbehinderte: Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis und einem bestimmten Grad der Behinderung haben ebenfalls die Möglichkeit, früher in Rente zu gehen. Die genauen Bedingungen hängen von der individuellen Situation ab, aber auch hier können bestimmte Vergünstigungen wie eine abschlagsfreie Rente greifen.
  4. Rente für langjährig Versicherte: Diese Variante ermöglicht es, ab 63 Jahren in Rente zu gehen, jedoch oft mit Abschlägen, falls keine 45 Beitragsjahre erreicht wurden.

Ist die Regelaltersrente tatsächlich am höchsten?

Viele gehen davon aus, dass die Regelaltersrente die höchste Rente sei, da sie ja über den längsten Zeitraum hinweg in die Rentenversicherung einzahlen. “Tatsächlich ist dies in der Praxis jedoch nicht der Fall”, sagt Anhalt.

Im Durchschnitt schneidet die Regelaltersrente deutlich schlechter ab als andere Rentenvarianten.

Dies mag auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen, da man annehmen könnte, dass die längere Einzahlung zu einer höheren Rente führen müsste.

Aber warum ist das so? Die Antwort liegt in den Voraussetzungen und den Beitragsjahren der Versicherten.

“Für die Regelaltersrente reicht eine Mindestanzahl von fünf Jahren Beitragszeit. Viele Menschen, die nur wenige Jahre gearbeitet oder in Teilzeit gearbeitet haben, fallen daher in diese Kategorie, was dazu führt, dass die durchschnittliche Höhe dieser Rente niedriger ausfällt”, so der Experte.

Warum fällt die Rente für langjährig Versicherte höher aus?

Im Gegensatz zur Regelaltersrente profitieren vor allem langjährig Versicherte oder besonders langjährig Versicherte von einer deutlich höheren Altersrente.

Der Grund dafür liegt in den längeren Einzahlungszeiten. “Die Rente für besonders langjährig Versicherte wird nach 45 Beitragsjahren gewährt. Dies bedeutet, dass viele dieser Versicherten während ihres gesamten Arbeitslebens – oft mit nur geringen Unterbrechungen – in die Rentenversicherung eingezahlt haben”, erläutert Dr. Anhalt.

Die lange Beitragsdauer und die Tatsache, dass viele dieser Menschen in Vollzeit gearbeitet haben, trägt dazu bei, dass ihre Rentenansprüche höher sind.

Warum schneidet die Regelaltersrente im Durchschnitt schlechter ab?

Ein weiterer wichtiger Punkt, der erklärt, warum die Regelaltersrente im Durchschnitt niedriger ist, liegt in der Zusammensetzung der Empfängergruppe.

Viele Menschen, die nur wenige Jahre gearbeitet haben oder überwiegend Teilzeit tätig waren, müssen oft bis zum Erreichen des regulären Rentenalters arbeiten, da sie die Voraussetzungen für die vorgezogene Altersrente nicht erfüllen.

Daher ist die Regelaltersrente oft eine Auffanglösung für Personen mit einer kürzeren Erwerbsbiografie, was den durchschnittlichen Rentenbetrag nach unten drückt.

Ist die Rente nach 45 Jahren Arbeit die beste Option?

In der Statistik zeigt sich klar, dass die Altersrente für besonders langjährig Versicherte im Durchschnitt die höchste Rentenart ist.

Diese Rentenform steht Menschen zur Verfügung, die 45 Beitragsjahre erreicht haben, was meistens bedeutet, dass sie von der Schulzeit bis zum Rentenbeginn kontinuierlich gearbeitet haben.

Auch Kindererziehungszeiten oder Zeiten von Krankheitsausfällen können hierbei mit angerechnet werden, was es Menschen mit Unterbrechungen ermöglicht, trotzdem auf eine hohe Rente zu kommen.

Welche Rentenart passt am besten zu dir?

Die Wahl der Rentenart ist letztlich eine individuelle Entscheidung, die davon abhängt, wie lange du in die Rentenversicherung eingezahlt hast und welche persönliche Lebenssituation vorliegt.

“Insbesondere Rentenversicherte mit langen Erwerbsbiografien sollten die Möglichkeit prüfen, früher in Rente zu gehen, da dies oft mit höheren Rentenzahlungen verbunden ist”, so der Sozialrechtsexperte abschließend.