Mehr als 10.000 Euro Bargeld zu Hause: Dieses Gerücht ist falsch

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Das Gerücht hält sich hartnäckig und verunsichert viele: Wer mehr als 10.000 Euro Bargeld zu Hause aufbewahrt, soll gegen das Gesetz verstoßen und muss sogar mit Strafen rechnen.

Gerade diejenigen unter uns, die eine Notreserve in den eigenen vier Wänden bewahren, um im Ernstfall Geld in der Hand zu haben, fragen sich jetzt, ob das illegal ist.

Erst einmal eine Entwarnung: Dieses Gerücht ist schlicht falsch. In Deutschland gibt es keine Obergrenze für den Sparstrumpf unter dem Kopfkissen (oder die im Vorgarten vergrabene Geldtruhe).

Keine gesetzliche Grenze für die Notreserve

Es ist also egal, ob es sich um einige Hundert Euro oder um mehrere zehntausend Euro handelt. Sie dürfen als Privatperson selbst darüber entscheiden,  wie viel Bargeld sie zu Hause aufbewahren.

Eine magische Grenze von 10.000 Euro existiert juristisch also nicht. Sie können diese Summe überschreiten und begehen keine Straftat und nicht einmal eine Ordnungswidrigkeit.

Wie kommt es zu der Zahl 10.000 Euro

Gerüchte haben oft einen wahren Kern, den die stille Post dann in einen ganz anderen Zusammenhang rückt. So gibt es tatsächlich eine 10.000 Euro Grenze. Wer Bargeld auf ein Konto einzahlt oder größere Beträge bar bezahlt, muss bereits heute mit zusätzlichen Kontrollen rechnen.

Geldwäsche statt Sparstrumpf

Ab einem Betrag von 10.000 Euro gelten nämlich Vorschriften, um Geldwäsche zu bekämpfen.  Banken können dann einen Nachweis über die Herkunft des Geldes verlangen. Händler sind unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet sind, die Identität ihrer Kunden festzustellen und zu dokumentieren.

Bei dieser Vorschrift geht es neben der Geldwäsche auch darum, die Finanzierung von Terrorismus zu verhindern. Sie bedeuten aber ausdrücklich nicht, dass niemand mehr als 10.000 Euro Bargeld besitzen oder zu Hause aufbewahren darf.

Und Sie sind auch nicht verpflichtet, es zu melden, wenn Sie höhere Summen bei sich deponieren.

Hinzu kommt eine weitere Änderung auf EU-Ebene. Ab 2029 sollen Bargeldzahlungen von mehr als 10.000 Euro grundsätzlich verboten werden. Auch diese Regel betrifft ausschließlich den Vorgang des Bezahlens, es geht nicht um den Besitz von Bargeld oder darum, wie sie dieses aufbewahren.

Das wirkliche Problem ist der Versicherungsschutz

Wer eine größere Summe zu Hause lagert, braucht sich keine Gedanken über vermeintliche Bargeldgrenzen zu machen. Das wirkliche Problem realisieren viele Menschen allerdings nicht.

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Denn große Geldsummen in den eigenen vier Wänden können Probleme bei der Hausratversicherung bringen. Diese erstatten gestohlenes Bargeld häufig nur bis zu einer Höchstgrenze zwischen 1.000 und 2.000 Euro.

Stiehlt jemand bei einem Einbruch also mehr Bargeld, dann bleiben Sie auf dem Verlust sitzen.

Tresor statt Geheimversteck

Wenn Sie sich ein “besonders schlaues” Geheimversteck suchen, haben Sie bei professionellen Einbrechern in der Regel verloren. Denn die kennen auch vermeintlich originelle Geheimverstecke bestens.

Ob Kleiderschränke mit doppelten Böden, Kaffeedosen, Vasen, lose Dielen: Die Kriminellen wissen, wo sie suchen müssen.

Sicherheit bietet Ihnen hingegen ein fest verankerter und zertifizierter Tresor. Der schützt nicht nur vor den Einbrechern, sondern bietet auch einen höheren Schutz durch die Versicherung.

FAQ: Gibt es eine Grenze für Bargeld zu Hause?

Ist es verboten, mehr als 10.000 Euro Bargeld zu Hause aufzubewahren?

Nein. Für privat aufbewahrtes Bargeld gibt es in Deutschland keine gesetzliche Höchstgrenze. Auch deutlich höhere Beträge sind erlaubt.

Warum hört man immer wieder von einer 10.000-Euro-Grenze?

Die Grenze gilt für bestimmte Bargeldgeschäfte. Bei Bareinzahlungen oder hohen Barzahlungen greifen Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung. Ab 2029 sollen zudem Bargeldzahlungen über 10.000 Euro EU-weit grundsätzlich verboten werden.

Worauf sollten Menschen mit einem größeren Notgroschen achten?

Vor allem auf den Versicherungsschutz. Viele Hausratversicherungen ersetzen gestohlenes Bargeld nur bis zu einer Höchstgrenze von etwa 1.000 bis 2.000 Euro. Außerdem sollte Bargeld niemals an den typischen Verstecken aufbewahrt werden, die Einbrecher als Erstes durchsuchen.

Quellenverzeichnis

Allianz: Hinweise zur sicheren Aufbewahrung von Bargeld.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Vorgaben zur Geldwäscheprävention.
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Informationen zum Versicherungsschutz für Bargeld.Rat der Europäischen Union: Regelungen zur Begrenzung von Bargeldzahlungen.
Sparkassen-Finanzgruppe: Informationen zu Bareinzahlungen und Bargeldgeschäften.