Seit Mai 2023 gibt es das Deutschlandticket als Nachfolger des 9-Euro-Tickets. Viele Bezieher von Bürgergeld fragen sich seitdem, ob sie das Ticket günstiger bekommen können. Die kurze Antwort lautet: Einen bundesweiten Rabatt für Bürgergeld-Empfänger gibt es auch 2026 nicht.
Dennoch existieren in mehreren Städten und Bundesländern Ermäßigungen, Sozialtickets oder regionale Sondermodelle. Gerade für Menschen mit geringem Einkommen ist das wichtig, weil der reguläre Ticketpreis eine erhebliche Belastung darstellt.
Inhaltsverzeichnis
Deutschlandticket übersteigt den vorgesehenen Regelbedarfsanteil
Schon bei der Einführung des Tickets im Jahr 2023 wurde deutlich, dass der Preis für viele Bürgergeld-Beziehende schwer zu stemmen ist. Aktuell liegt der Regelbedarf für Alleinstehende 2026 bei 563 Euro. Das Deutschlandticket kostet dagegen 63 Euro im Monat und liegt damit über dem im Regelbedarf vorgesehenen Anteil für Verkehr.
Für viele Betroffene bedeutet das: Wer das Ticket nutzen will, muss an anderer Stelle sparen. Deshalb verlangen Sozialverbände seit Langem einen bundesweiten Sozialtarif.
Kein bundesweiter Sozialrabatt – aber regionale Ausnahmen
Obwohl es keine einheitliche Ermäßigung in ganz Deutschland gibt, haben einzelne Länder, Städte und Verkehrsverbünde reagiert. Dort gibt es entweder vergünstigte Deutschlandtickets oder regionale Sozialtickets für den Nahverkehr vor Ort.
Übersicht: Hier gibt es Vergünstigungen oder regionale Sozialtickets
| Region / Modell | Preis / Regelung |
|---|---|
| Hessen – Hessenpass mobil | Je nach offizieller Stelle wird für das vergünstigte Deutschlandticket derzeit 39 Euro oder 44 Euro genannt |
| Hamburg – Sozialrabatt | Das hvv-Deutschlandticket kostet mit Sozialrabatt 27,50 Euro Eigenanteil |
| VRR – DeutschlandTicket Sozial | Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr kostet das Ticket für Berechtigte 53 Euro im Monat |
| Bremen – StadtTicket Bremen | Ermäßigtes lokales Nahverkehrsticket für 39,90 Euro monatlich, kein Deutschlandticket |
| Nürnberg – Deutschlandticket Nürnberg-Pass | In Nürnberg gibt es das ermäßigte Deutschlandticket für 30 Euro im Monat |
| Berlin – Berlin-Abo / Berlin-Ticket S | Das allgemeine 29-Euro-Berlin-Abo wurde eingestellt; das Berlin-Ticket S kostet seit 1. Januar 2026 wieder 27,50 Euro |
Hessen: Vergünstigtes Deutschlandticket mit Hessenpass mobil
In Hessen hat sich das Modell „Hessenpass mobil“ etabliert. Wer anspruchsberechtigt ist, kann ein vergünstigtes Deutschlandticket erwerben. Allerdings nennen offizielle Stellen derzeit unterschiedliche Preise: Die hessische Landesregierung spricht von 39 Euro, während der RMV aktuell 44 Euro nennt. Wer das Ticket nutzen will, sollte deshalb den aktuell gültigen Preis beim zuständigen Verkehrsverbund prüfen.
Hamburg: Besonders hoher Sozialrabatt
Besonders günstig fahren Berechtigte in Hamburg. Dort wird ein städtischer Zuschuss auf das hvv-Deutschlandticket gewährt, sodass der Endkundenpreis 2026 bei 27,50 Euro liegt. Hamburg gehört damit zu den stärksten Entlastungen für Menschen mit geringem Einkommen.
VRR: DeutschlandTicket Sozial für 53 Euro
Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gibt es mit dem DeutschlandTicket Sozial ein vergünstigtes Angebot für Anspruchsberechtigte. Dort beträgt der Preis 53 Euro im Monat. Das ist günstiger als das reguläre Deutschlandticket, aber nur eine vergleichsweise kleine Entlastung.
Bremen: StadtTicket als lokale Alternative
In Bremen gibt es ebenfalls ein vergünstigtes Modell. Dort kostet das StadtTicket Bremen 39,90 Euro pro Monat. Wichtig ist aber: Dabei handelt es sich nicht um ein Deutschlandticket, sondern um ein ermäßigtes Nahverkehrsticket für das Gebiet der Stadt Bremen.
Berlin: 29-Euro-Berlin-Abo wurde eingestellt
In Berlin gab es zeitweise das sogenannte 29-Euro-Berlin-Abo für den Tarifbereich AB. Dieses Angebot wurde eingestellt, weil die Finanzierung durch das Land Berlin entfiel. Wer bereits ein solches Abo hatte, konnte unter bestimmten Bedingungen bis zum Ende der Laufzeit weiter für diesen Preis fahren. Daneben gibt es in Berlin weiterhin das Berlin-Ticket S als Sozialticket; dieses kostet seit dem 1. Januar 2026 wieder 27,50 Euro pro Monat.
Nürnberg: Kommunale Lösung statt Landesmodell
Auch in Bayern gibt es keine landesweit einheitliche Regelung. Einzelne Städte haben aber eigene Modelle geschaffen. In Nürnberg erhalten Menschen mit Nürnberg-Pass das Deutschlandticket Nürnberg-Pass für 30 Euro im Monat. Das zeigt: Vergünstigungen hängen oft vom Wohnort ab.
Viele Betroffene bleiben auf regionale Lösungen angewiesen
Die bisherige Entwicklung zeigt, dass es zwar punktuelle Hilfen gibt, aber keine verlässliche bundesweite Regelung. Ob Bürgergeld-Empfänger günstiger fahren können, hängt deshalb oft vom jeweiligen Bundesland, von der Stadt oder vom einzelnen Verkehrsverbund ab.
Hinzu kommt: Nicht überall gibt es ein vergünstigtes Deutschlandticket. Teilweise existieren nur lokale Sozialtickets, die dann nur in der jeweiligen Stadt oder Region gelten.
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Hinweis auf bevorstehende Reform der Grundsicherung
Der Bundestag hat am 5. März 2026 eine Reform der Grundsicherung beschlossen. Das bisherige Bürgergeld soll ab dem 1. Juli 2026 durch eine „Grundsicherung für Arbeitsuchende“ ersetzt werden. Ob sich dadurch künftig etwas an der Finanzierung von Mobilität oder an möglichen Sozialtarifen beim Deutschlandticket ändert, ist bislang offen.
FAQ zum Deutschlandticket für Bürgergeld-Empfänger
Gibt es 2026 ein bundesweit vergünstigtes Deutschlandticket für Bürgergeld-Empfänger?
Nein. Auch 2026 gibt es keinen einheitlichen bundesweiten Sozialrabatt für Bürgergeld-Beziehende.
Wie teuer ist das Deutschlandticket 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 kostet das Deutschlandticket 63 Euro pro Monat.
Reicht der im Bürgergeld vorgesehene Betrag für Bus und Bahn aus?
In der Praxis ist das für viele Betroffene schwierig, weil das Deutschlandticket mit 63 Euro über dem im Regelbedarf vorgesehenen Verkehrsanteil liegt.
Wo gibt es Vergünstigungen?
Vergünstigungen oder Sozialtarife gibt es unter anderem in Hessen, Hamburg, im VRR, in Bremen, in Nürnberg und in Berlin.
Wo ist das Ticket für Bürgergeld-Empfänger am günstigsten?
Von den hier genannten Beispielen ist Hamburg besonders günstig. Dort beträgt der Eigenanteil für Berechtigte 27,50 Euro pro Monat. In Berlin kostet auch das Berlin-Ticket S seit 2026 27,50 Euro, ist aber kein Deutschlandticket.
Gibt es in Berlin noch das 29-Euro-Ticket?
Nein. Das Berlin-Abo wurde eingestellt. Bestandskunden konnten es nur noch bis zum Ende ihrer Laufzeit nutzen.
Können Städte und Verkehrsverbünde eigene Sozialtickets einführen?
Ja. Viele Vergünstigungen beruhen auf kommunalen oder regionalen Sonderregelungen. Deshalb hängt die Entlastung stark vom Wohnort ab.
Wird sich durch die Grundsicherungs-Reform 2026 etwas ändern?
Das ist derzeit offen. Ab 1. Juli 2026 soll das Bürgergeld durch eine neue Grundsicherung ersetzt werden. Ob das Auswirkungen auf Mobilitätskosten oder Sozialtickets hat, ist bislang nicht bekannt.
Fazit
Für Bürgergeld-Empfänger gibt es auch 2026 keinen bundesweiten Rabatt auf das Deutschlandticket. Das ist besonders problematisch, weil der Ticketpreis von 63 Euro für viele Menschen mit knappem Budget schwer zu finanzieren ist. Wer das Ticket nutzen will, muss die Mehrkosten deshalb oft selbst tragen.
Immerhin gibt es in einigen Regionen Vergünstigungen. Besonders günstig sind regionale Lösungen derzeit etwa in Hamburg, Nürnberg oder beim Berliner Sozialticket. In anderen Regionen gibt es vergünstigte Deutschlandtickets oder lokale Sondermodelle.
Für Betroffene lohnt es sich deshalb, direkt bei Stadt, Jobcenter, Sozialamt oder Verkehrsverbund nachzufragen, welche Unterstützung vor Ort angeboten wird.
Quellen
- Deutsche Bahn: Deutschlandticket
- Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum: Hessenpass mobil
- hvv: hvv Deutschlandticket
- VRR: Sozialticket / DeutschlandTicket Sozial
- Serviceportal Bremen: StadtTicket Bremen
- Land Berlin: Pressemitteilung zum 29-Euro-Ticket
- VAG Nürnberg: Deutschlandticket Nürnberg-Pass
- Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll zur Reform der Grundsicherung




