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Hartz IV: Sanktioniert bis ins Obdachlosenheim

Arge Greifswald sanktionierte einen 53jährigen Hartz-IV Empfänger solange, bis dieser in ein Obdachlosenheim ziehen musste.

Nach Angaben des ARD-Magazins "Report Mainz" sanktionierte die Arge Greifswald einen 53jährigen Mann solange, bis dieser nun in ein Obdachlosenheim ziehen musste. Die Arge hatte den Mann sanktioniert, da dieser zu "keiner Kooperation mit der ARGE bereit" war. Insgesamt hatte die Behörde dem Mann 9 Monate keinerlei Arbeitslosengeld II (ALG II) Leistungen bezahlt. Nun wurde die Wohnung aufgrund angewachsener Mietschulden zwangsweise geräumt. Seit letzten Mittwoch lebt der Betroffenen nun im Obdachlosenheim Greifswald. Doch konnte der Mann überhaupt im Sinne der Arge mitarbeiten? Das Brisante: Der Mann ist Analphabet! Aus diesem Grund konnte der 53jährige Arbeitslose nicht die geforderten Bewerbungen schreiben, so wie es die Fallmanagerin es von ihm forderte.

Die Rechtsanwältin Katharina Appelt zeigt sich bestürzt und ist der Auffassung dass die Sanktionierung der Arge widerrechtlich war. Zeitweise hatte die Arge im Jahre 2008 die Sozialleistungen so sehr gekürzt, dass der Betroffene noch nicht einmal krankenversichert war. In der Zwischenzeit wuchsen die Mietschulden auf 1000 Euro an. Die Arge schlug dem Mann vor, einen Ein-Euro-Job zu unternehmen, damit dieser wenigstens 120 Euro im Monat hat. Davon sollte er die Mietschulden begleichen.

Doch die Arge Greifswald wimmelte ab. Der ARGE-Geschäftsführer Erich Bartels sagte gegenüber "Report Mainz": "Diese Sanktionen waren nicht zu vermeiden." Das Magazin "Report Mainz" berichtet heute (Montag, den 19.01.2009) im Programm der ARD um 21.45 Uhr über diesen skandalösen Fall. (19.01.2009)

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