Reiche Sozialbetrüger: Große Schuld am Mythos Hartz IV-Hängematte

Der Mythos Sozialbetrüger wird immer wieder dadurch genährt, dass Wohlhabende, obwohl ihre Geschäfte gut laufen, Hartz IV Leistungen beziehen.

Hartz IV-Betrug: Man kann nie reich genug sein

Manche kriegen nie genug. In einem Steuersystem, in dem die Reichsten bevorteilt werden und Steuerbetrug auf der Tagesordnung steht, sichern sich manche noch ein kleines Hartz IV-Taschengeld. Ein Armutszeugnis für die Jobcenter und die Gesellschaft.

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Jüngst wurden einige Fälle von perfidem Sozialbetrug bekannt. Reiche streichen Hartz IV-Leistungen ein, obwohl sie bereits über Millionenvermögen verfügen.

Nach Medienberichten wurde kürzlich eine 63-Jährige vom Sozialgericht Landsberg verurteilt, die 2011 Hartz IV beantragt hatte, weil sie Miete und Krankenkasse nicht mehr bezahlen konnte. Dabei verschwieg sie, dass sie sieben Baugründstücke und landwirtschaftliche Flächen besaß, von denen sie sich aber nicht trennen wollte.

Im Zuge des Verfahrens stellte sich heraus, dass sie mietfrei wohnte und außerdem 15.000 Euro in bar daheim hatte. Dennoch vertrat sie die Meinung, Anspruch auf die Leistungen des Jobcenters zu haben. Sie muss 40.000 Euro an das Jobcenter zurückzahlen.

In einem anderen Fall vor dem Landgericht Osnabrück musste sich ein Ehepaar verantworten, das jahreland Hartz IV bezog. Bis sich mithilfe einer Steuer-CD herausstellte, dass sie über ein Depot-Vermögen in sechsstelliger Höhe in der Schweiz verfügten.

Außerdem sollen sie über Vermögenswerte bei deutschen Versicherungen und Banken verfügt haben, wobei nicht bewiesen werden konnte, dass diese dem jobcenter nicht bekannt gewesen wären. Die Veruteilten müssen 84.304,57 Euro an das Jobcenter zurückzahlen und eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verbüßen.

Sozialbetrug durch Reiche zeigt Unfähigkeit des Überwachungssystem der Jobcenter

Während Bedürftige durch das Überwachungs- und Sanktionssystem der Jobcenter gegängelt werden, scheinen jene, die es darauf anlegen, ganz gut damit zu fahren. Fälle wie diese zeigen nur zu deutlich, dass die Systeme Jobcenter und Hartz IV lediglich auf Kosten der Ärmsten funktionieren. Wie auch die ausbleibenden Maßnahmen der Regierung für die besonders von der Krise Betroffenen im Zuge der Corona-Krise zeigen, geht es nur darum, den Missstand zu verwalten, nicht ihn zu beseitigen, und die Arbeitslosenstatistiken zu optimieren. Eine Bankrotterklärung für Jobcenter und Gesellschaft. Beitragsbilder: alphaspirit / AdobeStock

Hartz IV abschaffen?

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