Theresia Kronenbitter aus Kottgeisering bewirtschaftet ein mehrere tausend Quadratmeter großes Grundstück mit 50 Obstbäumen sowie einem Blumen- und Gemüsegarten. Durch Einfrieren, Einkochen und eine kühle Lagerung reicht ein großer Teil ihrer Ernte bis in den Winter. Vollständig unabhängig vom Lebensmitteleinkauf ist die 87-Jährige deshalb jedoch nicht.
50 Obstbäume liefern Vorräte für viele Monate
Theresia Kronenbitter lebt auf der Johannishöhe in Kottgeisering im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck. Auf ihrem Grundstück wachsen neben den Obstbäumen Brombeeren, Himbeeren, Zwiebeln, Rosenkohl, Karotten, Brokkoli, Tomaten, Gurken, Rote Bete und Salat.
Wie der von Gottfried Obermair verfasste und bei tz veröffentlichte Bericht schildert, erwarben Kronenbitters Schwiegereltern das Grundstück vor fast 100 Jahren. Die Familie wohnte damals in München und verbrachte ihre Wochenenden in Kottgeisering, bevor die frühere Bankangestellte vor rund zehn Jahren dauerhaft in das Haus zog.
„Ich bin keine Vegetarierin, aber ich lebe von den Erträgen meines Gartens“, sagt Kronenbitter. Gemeint ist damit vor allem die ganzjährige Nutzung des selbst angebauten Obstes und Gemüses, nicht eine vollständig vom Einkauf unabhängige Ernährung.
So bewahrt die 87-Jährige ihre Ernte auf
Im Spätsommer und Herbst fällt mehr Obst und Gemüse an, als ein Haushalt unmittelbar verbrauchen kann. Kronenbitter verteilt diese Überschüsse deshalb auf Gläser, Gefrierschrank und Keller.
| Erntegut | Verarbeitung oder Lagerung |
|---|---|
| Beeren, Äpfel und Birnen | zu Marmelade, Kompott oder Saft verarbeiten |
| grüne Bohnen | blanchieren, abkühlen und einfrieren |
| Knollensellerie und Rote Bete | kühl in einer Sandwanne lagern |
| weiteres geeignetes Gemüse | nach einer geprüften Anleitung einkochen |
Für eine längere Lagerung eignen sich nur gesunde, unbeschädigte Knollen und Wurzeln. Die Bayerische Gartenakademie nennt für Rote Bete, Möhren und anderes Wurzelgemüse eine kühle, nicht zu trockene Umgebung sowie trockenen Sand oder trockene Erde als mögliche Abdeckung.
Möhren und Rote Bete sollten vor der Einlagerung nicht gewaschen werden; leicht anhaftende Erde schützt ihre Oberfläche. Das Grün wird entfernt, während beschädigte Exemplare möglichst bald verbraucht werden sollten.
Moderne Kellerräume sind allerdings häufig zu warm und zu trocken. Das eingelagerte Gemüse sollte deshalb alle paar Tage auf weiche Stellen, Schimmel oder Fäulnis geprüft werden.
Äpfel gehören nicht unmittelbar neben Gemüse und Kartoffeln. Sie geben Ethylen ab, das Kartoffeln schneller austreiben und Gemüse früher welken lassen kann.
Grüne Bohnen blanchiert Kronenbitter und friert sie portionsweise ein. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt vor dem Einfrieren etwa drei Minuten in kochendem Wasser; vor dem Essen müssen die Bohnen dennoch vollständig gegart werden.
Wer größere Mengen konservieren möchte, sollte schon vor der Ernte ausreichend Gefrierplatz, geeignete Behälter und saubere Gläser bereithalten. Ein Überblick zum Haltbarmachen von Obst und Gemüse erleichtert die Auswahl des passenden Verfahrens.
Beim Einkochen von Gemüse ist besondere Vorsicht nötig
Selbst eingekochtes Gemüse kann bei falscher Zubereitung ein Gesundheitsrisiko darstellen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt davor, dass sich in unzureichend erhitzten Gemüsekonserven Botulinum-Neurotoxine bilden können.
Beim gewöhnlichen Einkochen im Wasserbad oder Backofen werden höchstens 100 °C erreicht. Für säurearme Lebensmittel wie Bohnen empfiehlt das BfR eine Erhitzung unter Druck auf 121 °C, wobei diese Temperatur an allen Stellen des Einkochguts erreicht werden muss.
Ist eine Erhitzung unter Druck nicht möglich, nennt das BfR eine zweimalige Erhitzung auf 100 °C im Abstand von ein bis zwei Tagen. Dieses Verfahren senkt das Risiko überlebender Sporen, bietet aber keine gleichwertige Sicherheit.
Aufgewölbte Deckel oder austretender Inhalt sind Warnzeichen. Solche Konserven dürfen weder geöffnet noch probiert werden; zugleich können gefährliche Veränderungen auch ohne sichtbare oder riechbare Hinweise vorliegen.
Deshalb sollten nur fachlich geprüfte Anleitungen verwendet werden, die zum Lebensmittel, zum Glas und zum Gerät passen. Überlieferte Faustregeln oder reine Zeitangaben ohne Angaben zu Temperatur und Verfahren reichen nicht aus.
Was bei Tomaten und Kohl auf dem Beet zu beachten ist
Nach Kronenbitters Erfahrung gedeihen Tomaten bei ihr auch mehrere Jahre am selben Platz. Diese Beobachtung lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres auf andere Böden und Standorte übertragen.
Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt auch bei Tomaten einen Fruchtwechsel, soweit die Fläche dies zulässt. So lässt sich das Risiko senken, dass sich Erreger von Stängelgrundfäule, Korkwurzelkrankheit oder Verticilliumwelke im Boden vermehren.
Unter einem fest installierten Tomatendach oder im Gewächshaus ist ein Standortwechsel nicht immer möglich. Dann helfen gute Bodenpflege, Kompost, Mulch, ausreichender Pflanzabstand und widerstandsfähige Pflanzen.
Bei Kohl wechselt Kronenbitter die Anbaufläche, weil sie andernfalls geringere Erträge beobachtet. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rät ebenfalls dazu, Pflanzen derselben Familie nicht unmittelbar nacheinander auf dasselbe Beet zu setzen.
Ein einfacher Plan für die Fruchtfolge im Gemüsebeet hilft dabei, Pflanzenfamilien und Standorte über mehrere Jahre festzuhalten. Dafür genügt meist eine Skizze mit Beet, Pflanzenart und Anbaujahr.
Kompost, Nacktschnecken und Hilfe bei schwerer Arbeit
Kronenbitter versorgt ihre Pflanzen mit Komposterde und einem Brennnesselansatz. Nach ihren Angaben liegen die Brennnesseln etwa eine Woche im Wasser, bevor sie die Flüssigkeit im Verhältnis 1 zu 10 verdünnt.
Diese Zubereitung ist ihre persönliche Gartenpraxis und keine für jeden Boden passende Düngeempfehlung. Auch organische Dünger sollten an Pflanzenart, Boden und vorhandene Nährstoffe angepasst werden; Hinweise bietet ein Ratgeber zum Anlegen und Verwenden von Kompost.
Während Kronenbitter manche Schädlinge inzwischen seltener sieht, findet sie weiterhin viele Nacktschnecken. Sie sammelt die Tiere ein und setzt sie in größerer Entfernung aus, berichtet aber zugleich, dass sie häufig zurückkehren.
Bei gefährdeten Jungpflanzen helfen regelmäßiges Absammeln, geeignete Barrieren und ein angepasstes Gießen meist besser als eine einmalige Maßnahme. Weitere Möglichkeiten beschreibt der interne Ratgeber über Nacktschnecken im Garten.
Die Pflege des großen Grundstücks bewältigt die 87-Jährige nicht allein. Ihr Sohn und ein Hausmeister übernehmen einen Teil der Arbeiten, damit schwere Aufgaben nicht zur gesundheitlichen Belastung werden.
Bei aller Arbeit bleibt der Garten für Kronenbitter auch ein Ort der Erholung. Gerne sitzt sie auf ihrer Terrasse und blickt über das Grundstück, das ihre Familie seit mehreren Generationen begleitet.
Was auch auf einer kleineren Fläche möglich ist
Mehrere tausend Quadratmeter und 50 Obstbäume sind keine Voraussetzung, um den Einkauf durch eigene Ernte zu ergänzen. Auch ein Hochbeet, einige Beerensträucher oder ein kleines Gemüsebeet können über Wochen frische Lebensmittel liefern.
Die Fläche sollte zur verfügbaren Zeit und zur körperlichen Belastbarkeit passen. Wer einen Gemüsegarten nach dem vorhandenen Platz plant, sollte außerdem früh entscheiden, welche Ernte frisch gegessen, eingefroren, verarbeitet oder eingelagert werden soll.
Frühe und späte Sorten verteilen die Ernte über einen längeren Zeitraum. Lagerfähiges Gemüse und unterschiedliche Konservierungsverfahren verhindern, dass große Mengen innerhalb weniger Tage verarbeitet werden müssen.
Gläser, Gefrierbehälter und Beutel sollten mit Inhalt und Datum beschriftet werden. So lassen sich ältere Vorräte zuerst verbrauchen und vergessene Lebensmittel vermeiden.




