Rente: Anspruch auf Extra-Freibetrag auch bei Wohngeld und Grundsicherung

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In Deutschland gibt es eine beträchtliche Anzahl an Rentnern, die auf die Grundsicherung angewiesen sind. Diese Rentner, auch als “Aufstocker” bezeichnet, sind auf den Extra-Freibetrag wegen Grundrentenzeiten angewiesen.

Der Extra-Freibetrag stellt sicher, dass nicht die gesamte Rente auf die Grundsicherung angerechnet wird, was zu einem höheren monatlichen Einkommen führt.

In diesem Artikel erläutern wir den Extra-Freibetrag bei der Grundsicherung und Wohngeld und zeigen, wie dieser angewendet wird.

Was ist der Extra-Freibetrag und wer kann ihn beanspruchen?

Der Extra-Freibetrag steht Personen zu, die Anspruch auf Sozialleistungen wie Grundsicherung oder Wohngeld haben.

Um diesen Freibetrag in Anspruch nehmen zu können, müssen die Betroffenen mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten nachweisen können.

Der Extra-Freibetrag sorgt dafür, dass monatlich weniger Einkommen auf die Sozialleistungen angerechnet wird, was die tatsächlichen Sozialleistungen erhöht. Dies kann sogar dazu führen, dass erstmals ein Anspruch auf Grundsicherung oder Wohngeld entsteht.

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Wie wird das Einkommen angerechnet?

Bei Rentenleistungen besteht ein regulärer Einkommensfreibetrag von 100 Euro, der nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird.

Zusätzlich bleiben 30 Prozent des über diesen Freibetrag hinausgehenden Renteneinkommens ebenfalls unberücksichtigt.

Allerdings darf der Freibetrag maximal 50 Prozent des Regelsatzes zur Grundsicherung nicht überschreiten. Für das Jahr 2024 beträgt der Höchstfreibetrag monatlich 281,50 Euro.

Ein praktisches Beispiel: Berechnung des Freibetrags

Ein Beispiel kann die Berechnung des Freibetrags verdeutlichen: Ein Rentner bezieht eine Monatsrente von 800 Euro und hat 33 Jahre Grundrentenzeiten nachgewiesen.

Von diesen 800 Euro bleiben zunächst 100 Euro anrechnungsfrei. Auf die verbleibenden 700 Euro wird ein zusätzlicher Freibetrag von 30 Prozent, also 210 Euro, angewendet. Insgesamt ergibt sich somit ein nicht anzurechnendes Einkommen von 310 Euro.

Der Regelsatz für Alleinstehende in der Regelbedarfsstufe 1 beträgt 2024 genau 563 Euro.

Da der Höchstfreibetrag jedoch 281,50 Euro nicht überschreiten darf, wird der Freibetrag auf diesen Betrag begrenzt.

Daher werden von der monatlichen Rente von 800 Euro nur 518,50 Euro auf die Grundsicherung angerechnet (800 Euro minus 281,50 Euro).

Wer hat Anspruch auf die 33 Jahre Grundrentenzeiten?

Seit 2021 können Rentnerinnen und Rentner einen Anspruch auf die Grundrente haben, wenn sie langjährig versichert waren.

Im Rentenbescheid wird seitdem angegeben, ob mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten erreicht wurden. Diese Angabe ist wichtig, da sie den Anspruch auf höhere Sozialleistungen aus der Grundsicherung oder Wohngeld begründen kann.

Die Deutsche Rentenversicherung berücksichtigt als Grundrentenzeiten unter anderem Pflichtbeitragszeiten aus Beschäftigung oder selbständiger Tätigkeit, Kindererziehung, Pflege, Leistungen bei Krankheit, Rehabilitation und Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung und Pflege.

Auch Zeiten aus anderen Sicherungssystemen wie der Alterssicherung der Landwirte oder einem berufsständischen Versorgungswerk zählen dazu.

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Warum ist der Extra-Freibetrag wichtig?

Der Extra-Freibetrag spielt eine wesentliche Rolle für Rentner, die auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Er kann deren finanzielle Situation erheblich verbessern, indem er dafür sorgt, dass mehr von der Rente erhalten bleibt und nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird. Dies führt zu einer höheren monatlichen Auszahlung und verbessert die Lebensqualität der Betroffenen.

Wie kann man den Extra-Freibetrag beantragen?

Um den Extra-Freibetrag zu beantragen, müssen Rentner bei der Deutschen Rentenversicherung einen Nachweis über die Grundrentenzeiten vorlegen. Dieser Nachweis ist oft bereits im Rentenbescheid enthalten.

Mit diesem Nachweis können Rentner dann bei den zuständigen Behörden den Extra-Freibetrag geltend machen.