Wer Pflegegrad 2 hat, kann für die Reinigung der Wohnung, Einkäufe oder andere Arbeiten im Haushalt finanzielle Unterstützung von der Pflegekasse erhalten. Doch nicht alle Pflegebedürftigen und Angehörigen wissen, welche Leistungen ihnen tatsächlich zustehen.
Neben dem monatlichen Entlastungsbetrag von 131 Euro gibt es eine weitere Möglichkeit, Haushaltshilfe zu finanzieren. Unter bestimmten Voraussetzungen können dafür zusätzlich bis zu 318,40 Euro aus dem Budget für Pflegesachleistungen eingesetzt werden.
Damit stehen bei Pflegegrad 2 im Jahr 2026 rechnerisch bis zu 449,40 Euro monatlich für geeignete Unterstützungsangebote zur Verfügung. Allerdings kann die zusätzliche Leistung das Pflegegeld verringern. Außerdem übernimmt die Pflegekasse nicht jede privat beschäftigte Haushaltshilfe.
Pflegegrad 2: Welche Haushaltshilfe bezahlt die Pflegekasse?
Menschen mit Pflegegrad 2 sind in ihrer Selbstständigkeit erheblich beeinträchtigt. Häufig fällt es ihnen schwer, alltägliche Arbeiten ohne Unterstützung zu erledigen.
Das betrifft beispielsweise die Reinigung der Wohnung, das Waschen der Kleidung oder den Einkauf von Lebensmitteln.
Die Pflegeversicherung bietet verschiedene Möglichkeiten, solche Hilfen zu finanzieren. Welche Leistung genutzt werden kann, hängt unter anderem davon ab, wer die Unterstützung übernimmt.
Für Menschen mit Pflegegrad 2 kommen insbesondere drei Leistungen infrage:
- Entlastungsbetrag: Monatlich 131 Euro für bestimmte Betreuungs- und Unterstützungsangebote.
- Umwandlungsanspruch: Bis zu 40 Prozent nicht genutzter ambulanter Pflegesachleistungen können für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden.
- Ambulante Pflegesachleistungen: Zugelassene Pflegedienste können auch bei der Haushaltsführung helfen und ihre Leistungen über das Sachleistungsbudget abrechnen.
Wichtig ist, dass die verschiedenen Leistungen unterschiedliche Voraussetzungen haben. Nicht jede Haushaltshilfe kann über jedes Budget abgerechnet werden.
131 Euro Entlastungsbetrag für die Haushaltshilfe nutzen
Bei Pflegegrad 2 besteht 2026 ein Anspruch auf monatlich 131 Euro Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI.
Das entspricht 1.572 Euro im Jahr, wenn der Anspruch während des gesamten Jahres besteht.
Der Entlastungsbetrag soll Pflegebedürftige und ihre Angehörigen im Alltag unterstützen. Er kann beispielsweise für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag verwendet werden.
Dazu können folgende Hilfen gehören:
- Wohnung reinigen und aufräumen
- Wäsche waschen und andere hauswirtschaftliche Arbeiten
- Unterstützung beim Einkaufen
- Begleitung bei alltäglichen Erledigungen
- Betreuungsangebote zur Entlastung pflegender Angehöriger
Entscheidend ist, dass der jeweilige Anbieter die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. Bei Angeboten zur Unterstützung im Alltag ist in der Regel eine Anerkennung nach Landesrecht erforderlich.
Wer eine beliebige private Reinigungskraft beauftragt, hat deshalb nicht automatisch Anspruch auf Kostenerstattung.
Der Entlastungsbetrag wird außerdem nicht wie Pflegegeld frei ausgezahlt. Die Pflegekasse erstattet die Kosten für erstattungsfähige Leistungen gegen entsprechende Nachweise. Teilweise ist auch eine direkte Abrechnung durch den Anbieter möglich.
Nicht genutzte 131 Euro gehen nicht sofort verloren
Wer den Entlastungsbetrag in einem Monat nicht vollständig verbraucht, kann das verbleibende Guthaben in spätere Monate übertragen.
Das ist besonders hilfreich, wenn eine Haushaltshilfe nur gelegentlich benötigt wird oder größere Unterstützungsleistungen anfallen.
Nicht verbrauchte Beträge aus dem Jahr 2026 können grundsätzlich noch bis zum 30. Juni 2027 genutzt werden.
Beispiel: Eine Rentnerin mit Pflegegrad 2 benötigt zunächst keine Haushaltshilfe. Nach mehreren Monaten fällt es ihr jedoch zunehmend schwer, die Wohnung zu reinigen.
Dann kann sie angesparte Entlastungsbeträge für erstattungsfähige Unterstützungsleistungen einsetzen.
Wichtig: Die angesparten Beträge sind weiterhin zweckgebunden. Sie können nicht einfach als zusätzliches Pflegegeld ausgezahlt werden.
Zusätzlich 318,40 Euro für Unterstützung im Haushalt
Viele Pflegebedürftige kennen den Entlastungsbetrag. Weniger bekannt ist der sogenannte Umwandlungsanspruch nach § 45a SGB XI.
Bei Pflegegrad 2 stehen 2026 monatlich bis zu 796 Euro für ambulante Pflegesachleistungen zur Verfügung.
Wer dieses Budget nicht vollständig für einen Pflegedienst benötigt, kann unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 40 Prozent davon für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag einsetzen.
Die Rechnung lautet:
796 Euro × 40 Prozent = 318,40 Euro.
Dieser Betrag kann zusätzlich zum Entlastungsbetrag genutzt werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Damit ergibt sich ein mögliches monatliches Budget von:
131 Euro + 318,40 Euro = 449,40 Euro.
Das Geld steht allerdings nicht frei zur Verfügung. Es kann nur für entsprechend anerkannte Unterstützungsleistungen verwendet werden.
Außerdem handelt es sich bei den 318,40 Euro nicht um einen zusätzlichen Leistungsanspruch neben den Pflegesachleistungen. Der Betrag wird aus dem vorhandenen Sachleistungsbudget finanziert.
Tabelle: Diese Leistungen gibt es bei Pflegegrad 2 für den Haushalt
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Beträge für das Jahr 2026.
| Leistung | Betrag pro Monat | Verwendung |
|---|---|---|
| Entlastungsbetrag | 131,00 Euro | Erstattungsfähige Betreuungs- und Unterstützungsangebote |
| Umwandlungsanspruch | Bis zu 318,40 Euro | Anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag |
| Entlastungsbetrag und Umwandlungsanspruch zusammen | Bis zu 449,40 Euro | Geeignete Unterstützungsleistungen bei erfüllten Voraussetzungen |
| Ambulante Pflegesachleistungen | Bis zu 796,00 Euro | Leistungen zugelassener Pflegedienste, auch Hilfe bei der Haushaltsführung |
| Pflegegeld | Bis zu 347,00 Euro | Häusliche Pflege durch selbst organisierte Pflegepersonen |
Die Beträge lassen sich nicht beliebig miteinander kombinieren. Besonders beim Umwandlungsanspruch müssen Pflegebedürftige beachten, dass sich dadurch ihr Pflegegeld verringern kann.
Haushaltshilfe kann das Pflegegeld verringern
Wer Pflegegrad 2 hat und zu Hause beispielsweise von Angehörigen gepflegt wird, kann monatlich 347 Euro Pflegegeld erhalten.
Wird zusätzlich der Umwandlungsanspruch genutzt, wirkt sich das auf die Höhe des Pflegegeldes aus.
Der Grund: Die umgewandelten Pflegesachleistungen werden bei der Berechnung der Kombinationsleistung berücksichtigt.
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Wer 40 Prozent des Sachleistungsbudgets für anerkannte Unterstützungsangebote verwendet, erhält grundsätzlich nur noch 60 Prozent des Pflegegeldes, sofern keine weiteren Pflegesachleistungen genutzt werden.
Bei Pflegegrad 2 sind das:
347 Euro × 60 Prozent = 208,20 Euro Pflegegeld.
Das monatliche Pflegegeld sinkt damit um 138,80 Euro.
Der Entlastungsbetrag von 131 Euro allein führt dagegen nicht zu einer Kürzung des Pflegegeldes.
Beispiel: So viel Geld bleibt mit einer Haushaltshilfe
Eine Rentnerin mit Pflegegrad 2 wird von ihrer Tochter gepflegt. Sie erhält deshalb monatlich 347 Euro Pflegegeld.
Für Einkäufe, Wohnungsreinigung und andere Arbeiten benötigt sie zusätzliche Unterstützung.
Sie nutzt den Entlastungsbetrag von 131 Euro und wandelt außerdem 318,40 Euro ihrer nicht benötigten Pflegesachleistungen für einen anerkannten Anbieter um.
Die monatliche Berechnung sieht folgendermaßen aus:
| Leistung | Monatlicher Betrag |
|---|---|
| Entlastungsbetrag | 131,00 Euro |
| Umgewandelte Pflegesachleistungen | 318,40 Euro |
| Gesamtbudget für anerkannte Unterstützung | 449,40 Euro |
| Verbleibendes Pflegegeld | 208,20 Euro |
| Kürzung des Pflegegeldes | 138,80 Euro |
Die Rentnerin kann damit bis zu 449,40 Euro für geeignete Unterstützungsangebote einsetzen. Gleichzeitig erhält sie weniger Pflegegeld.
Deshalb sollte vor der Nutzung des Umwandlungsanspruchs geprüft werden, ob sich diese Kombination im konkreten Fall lohnt.
Warum die Pflegekasse nicht jede Haushaltshilfe bezahlt
Ein häufiger Irrtum ist, dass die Pflegekasse grundsätzlich jede Reinigungskraft bezahlt, sobald Pflegegrad 2 vorliegt.
Tatsächlich müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.
Wer den Entlastungsbetrag oder den Umwandlungsanspruch nutzen möchte, benötigt für Angebote zur Unterstützung im Alltag grundsätzlich einen nach Landesrecht anerkannten Anbieter.
Die Anerkennungsregeln unterscheiden sich zwischen den Bundesländern.
In einigen Ländern können unter bestimmten Voraussetzungen auch Einzelpersonen oder Nachbarschaftshelfer entsprechende Leistungen anbieten.
Eine privat beschäftigte Haushaltshilfe ohne erforderliche Anerkennung kann dagegen nicht ohne Weiteres über diese Budgets abgerechnet werden.
Anders sieht es aus, wenn ein zugelassener ambulanter Pflegedienst hauswirtschaftliche Leistungen erbringt. Solche Leistungen können im Rahmen der ambulanten Pflegesachleistungen finanziert werden.
Vor der Beauftragung sollten Betroffene deshalb bei ihrer Pflegekasse klären, ob der gewünschte Anbieter abrechnungsfähig ist.
Haushaltshilfe bei Pflegegrad 2 beantragen: So funktioniert es
Wer eine Haushaltshilfe über die Pflegekasse finanzieren möchte, sollte zunächst prüfen, welche Leistungen bereits genutzt werden.
Danach empfiehlt sich eine Nachfrage bei der Pflegekasse, welche anerkannten Anbieter in der Region zur Verfügung stehen.
Für die Finanzierung sind insbesondere folgende Schritte wichtig:
- Pflegegrad prüfen: Der Bescheid über Pflegegrad 2 muss vorliegen.
- Leistungsbudget klären: Bei der Pflegekasse nachfragen, wie viel Entlastungsbetrag vorhanden ist und ob der Umwandlungsanspruch genutzt werden kann.
- Anbieter auswählen: Vorab klären, ob die Haushaltshilfe die Voraussetzungen für eine Abrechnung erfüllt.
- Kosten vereinbaren: Umfang, Preis und Art der Unterstützung festlegen.
- Abrechnung organisieren: Rechnungen und Nachweise bei der Pflegekasse einreichen oder eine zulässige Direktabrechnung vereinbaren.
- Pflegegeld prüfen: Berechnen lassen, ob und in welcher Höhe das Pflegegeld durch die Nutzung des Umwandlungsanspruchs sinkt.
Wer den Entlastungsbetrag nutzt, muss normalerweise keine gesonderte monatliche Auszahlung beantragen. Entscheidend ist, dass erstattungsfähige Kosten entstanden sind und die erforderlichen Nachweise vorliegen.
Beim Umwandlungsanspruch sollte vorab mit der Pflegekasse geklärt werden, wie die Abrechnung erfolgt und welche Auswirkungen auf andere Pflegeleistungen entstehen.
Pflegereform 2027: Was sich bei der Haushaltshilfe ändern könnte
Für das Jahr 2027 sind Änderungen bei den Leistungen zur Unterstützung im Alltag vorgesehen.
Nach dem Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes soll der bisherige Entlastungsbetrag durch ein sogenanntes Sozialraumbudget ersetzt werden.
Für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5 sind dabei monatlich bis zu 175 Euro vorgesehen.
Gleichzeitig soll der bisherige Umwandlungsanspruch entfallen.
Damit könnte sich die Finanzierung von Haushaltshilfen deutlich verändern. Die bisherige Möglichkeit, den Entlastungsbetrag mit bis zu 40 Prozent nicht genutzter Pflegesachleistungen zu kombinieren, würde dann in dieser Form nicht mehr bestehen.
Die Änderungen sind allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Bis zum Inkrafttreten einer entsprechenden gesetzlichen Neuregelung gelten die bisherigen Vorschriften.
Fazit: Bei Pflegegrad 2 lohnt sich ein Blick auf die Haushaltshilfe
Menschen mit Pflegegrad 2 können im Jahr 2026 mehr Unterstützung für ihren Haushalt erhalten, als vielen bekannt ist.
Neben dem monatlichen Entlastungsbetrag von 131 Euro können unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 318,40 Euro aus nicht genutzten Pflegesachleistungen für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden.
Damit sind rechnerisch bis zu 449,40 Euro monatlich möglich.
Allerdings handelt es sich nicht um frei verfügbares Geld. Die Leistungen sind zweckgebunden, und die Nutzung des Umwandlungsanspruchs kann das Pflegegeld verringern.
Wer eine Haushaltshilfe benötigt, sollte deshalb vor der Beauftragung prüfen, welche Leistungen die Pflegekasse übernimmt und welche Kombination finanziell sinnvoll ist.




