Viele unserer Leser fragen, bei welcher Rentenform es im Schnitt die höchsten Bezüge gibt. Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn die allgemeine Durchschnittsrente bezieht sich auf alle Rentenformen.
Inhaltsverzeichnis
Die Durchschnittsrente umfasst alle Renten
Darunter sind auch die Renten, die im Schnitt tendenziell niedriger ausfallen als die Altersrenten. Dazu gehören Hinterbliebenenrenten und halbe Erwerbsminderungsrenten.
Die reguläre Altersrente
Bei der gesetzlichen Altersrente gibt es nicht nur eine Form. Die reguläre Altersrente setzt erstens mit der Regelaltersgrenze ein und gilt für alle, die mindestens fünf Jahre Wartezeit bei der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet bekommen.
Die Altersrente für langjährig Versicherte
Dann gibt es zweitens die Altersrente für langjährig Versicherte. Diese kann jeder beanspruchen, der mindestens 35 Jahre Wartezeit anerkannt bekommt.
Bei dieser Rentenform können die Betroffenen bis zu vier Jahre vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand eintreten, dies aber mit einem Abschlag von 0,3 Prozent pro Monat früher.
Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte
Diese Rentenform gilt drittens für all diejenigen, die mindestens 45 Jahre Wartezeit bei der Deutschen Rentenversicherung erfüllen.
Sie können zwei Jahre früher ohne Abzüge in die Rente eintreten.
Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen
Die vierte Form der Altersrente gilt für Versicherte mit Schwerbehinderung. Wenn diese die 35 Jahre Wartezeit wie bei der Rente für langjährig Versicherte erfüllen, dann dürfen Sie zwei Jahre früher ohne Abschläge in den Ruhestand gehen, und sogar fünf Jahre früher mit Abschlägen.
Welche Altersrente ist im Schnitt am höchsten?
Die Höhe der Rente bemisst sich nach den Entgeltpunkten, die jemand in seinem Versichertenleben gesammelt hat. Deren Anzahl bemisst sich wiederum danach, wie lange jemand Beiträge in der Rentenkasse eingezahlt hat und zweitens, wie hoch die jeweiligen Beiträge waren.
Die Statistik belegt, was die Logik vermuten lässt.
Reguläre Rente ist am niedrigsten
Die reguläre Altersrente ist von den vier Altersrenten diejenige mit dem niedrigsten Rentendurchschnitt. Das wird zwar den einen oder die andere verwundern, ist jedoch klar, wenn wir uns die Bedingungen anschauen.
Fünf Jahre Wartezeit ergeben eine kleine Rente
Einen Anspruch auf diese Altersrente habe ich schon, wenn ich fünf Jahre als Versicherter bei der Rentenkasse angerechnet bekomme.
Mit fünf angerechneten Jahren, in denen ich jeweils durchschnittlich verdiente, also insgesamt fünf Rentenpunkte sammelte, komme ich auf eine reguläre Altersrente von gerade einmal 196 Euro.
Möglich wäre auch, dass ich fünf Jahre als Geringverdiener sozialversicherungspflichtig tätig war. Dann wäre ich berechtigt zu einer gesetzlichen Altersrente und hätte einen Anspruch auf 98 Euro pro Monat.
Auch mit Anrechnungszeiten sind Bezüge oft gering
Solche extrem niedrigen Renten gibt es in der Realität allerdings bei der regulären Altersrente kaum. Dann müsste ich außer diesen fünf Jahren ausschließlich von Sozialhilfe gelebt haben.
Diverse andere Zeiten, auch solche ohne Beiträge, werden bei der regulären Altersrente nämlich angerechnet, darunter auch Zeiten mit Arbeitslosengeld oder Bürgergeld.
Letztlich bleibt die häufigste Altersrente, nämlich die einfache oder reguläre, mit fünf Jahren Wartezeit und Regelaltersgrenze, trotzdem im Schnitt die niedrigste.
Welche Altersrente ist die höchste?
Die einfache Altersrente setzt mit fünf Jahren die geringste Wartezeit voraus. Die höchste Wartezeit müssen diejenigen erfüllen, die eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte erfüllen. Das sind 45 Jahre.
Um eine zwei Jahre vorgezogene Rente mit 65 Jahren in Anspruch nehmen zu können, muss ich also die Zeit seit dem 20. Lebensjahr durchgehend als Versicherter angerechnet bekommen.
Im Unterschied zur regulären Altersrente werden Zeiten des Bürgergeldes dabei nicht erfasst, und auch andere Anrechnungszeiten ohne Beiträge bei anderen Altersrenten zählen nicht.
Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte ist diejenige, die im Durchschnitt aller Altersrenten am höchsten ausfällt.
Rentenpunkte sind entscheidend für die Höhe der Rente
Dann kommt die Altersrente für schwerbehinderte Menschen, und dann die Altersrente für langjährig Versicherte.
Das ist auch klar, denn wer mindestens 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt hat, der hat auch reichlich Rentenpunkte gesammelt.
Er kann mehr Entgeltpunkte vorweisen als jemand mit mindestens 35 Anrechnungsjahren als langjährig Versicherter oder Mensch mit Schwerbehinderungen, und erheblich mehr als ein regulärer Altersrentner mit mindestens fünf Jahren Wartezeit.



