Unicef Kinderbericht lässt aufhorchen

Volkssolidarität: Perspektiven für Familien sichert Zukunft für Kinder Politischer Pressespiegel zum Bericht Unicef: Kinder in Deutschland leben schlecht

"Armut von Kindern ist immer Armut der Familien, in denen die Heranwachsenden leben. Wer wirklich etwas dagegen tun will, muß unter anderem dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen für Familien und Kinder verbessert werden." Darauf machte der Präsident der Volkssolidarität, Prof. Dr. Gunnar Winkler, am Mittwoch in Berlin aus Anlass des UNICEF-Berichtes zur Situation der Kinder in Industrieländern aufmerksam.

"Es ist bezeichnend, dass der Exportweltmeister immer wieder im Mittelfeld landet, wenn es um die Lage der Kinder geht. Der UNICEF-Bericht ist ein weiteres Armutszeugnis für die herrschende Politik", betonte Winkler. Er zeige, dass die Bundesrepublik noch weit entfernt sei davon, kinderfreundlichstes Land zu werden. Der Bericht mache zurecht darauf aufmerksam, dass ein politisches Gesamtkonzept fehle, damit Kinder aus benachteiligten Familien bessere Chancen bekommen." Wer die Gesellschaft zunehmend allein ökonomischen Kriterien unterordne, muss sich über solche Ergebnisse nicht wundern. Wohlklingende und gut gemeinte Absichtserklärungen reichen nicht aus, um die Situation zu verbessern."

Wenn Eltern von Langzeitarbeitslosigkeit, 1-Euro-Jobs und Niedriglöhnen betroffen seien, hätten die Kinder wenig Chancen auf bessere Lebensverhältnisse, so Winkler. Das sei kein spezifisches Ostproblem, wie der Bericht zeige. Aber: "In nicht wenigen Städten Ostdeutschlands müssen bis zu 35 Prozent der Kinder Sozialgeld erhalten, weil das Einkommen der Eltern nicht ausreicht." Die Betroffenen seien vom Alltag Gleichaltriger ausgeschlossen, warnte Winkler. Ihnen blieben kostenpflichtige Freizeitangebote verwehrt. "Sie können nicht mit anderen mithalten und sind deshalb sozial isoliert." Es seien die Kleinsten, die die Armut in den
Familien zu spüren bekommen, so Winkler. "Das erlebt auch unser Verband in seinen Einrichtungen."

"Der Zustand einer Gesellschaft zeigt sich daran, was sie für ihre Kinder tut", betonte der Verbandspräsident. "Die Volkssolidarität fordert eine Politik für Kinder und Eltern, die allen eine sichere Zukunftsperspektive bietet."


Und die Linkspartei meint:

Kinderfreundlichkeit in Deutschland Fehlanzeige
Zum heute vorgestellten UNICEF-Bericht zur Situation der Kinder in Industrieländern erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein: Die heute vorgestellte UNICEF-Studie bestätigt einmal mehr, dass Deutschland ein kinderunfreundliches Land ist. Trotz positiver Wirtschaftsprognosen und steigender Bankgewinne haben Kinder und Jungendliche schlechtere Entwicklungschancen als in vergleichbaren Ländern. Deshalb wundert es auch nicht, dass die Studie eine erschreckende Perspektivlosigkeit konstatiert. Kinder sind auch im 21. Jahrhundert nach wie vor das größte Armutsrisiko in Deutschland. Die Chancen auf Betreuung, Bildung und Gesundheit hängen stark vom Geldbeutel der Eltern ab. Alle Maßnahmen der Politik waren bisher nur Kosmetik. Die vollmundigen Ankündigungen der Großen Koalition schlagen sich nicht positiv in der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen nieder.

Die Linkspartei.PDS unterstützt die von UNICEF aufgestellten Forderungen nach einem gezielten Ausbau von Bildungs- und Förderangeboten für benachteiligte Familien, bessere Bildungs- und Förderungsangebote zur Integration von Kindern, für die Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung u.a.m. Die Linkspartei verlangt seit Langem, dass Bildung als Investition nicht nur verbal gefordert sondern als Bildungsquote in öffentlichen Haushalten verankern wird. Über eine bessere frühkindliche Bildung hinaus fordern wir eine Gemeinschaftsschule für alle Kinder sowie bessere und ausreichende Ausbildungsplätze.

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem Deutschland von UNICEF ein Armutszeugnis zur Situation von Kindern und Jugendlichen ausgestellt wurde, das Bundeskabinett mit der Novelle zur Ausbildungsförderung eine weitere Nullrunde für BAföG-Empfänger beschlossen hat. (14.02.07) Weitere Meldungen

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