Stromanbieterwechsel: Mit diesem Trick locken Anbieter in die teure Falle

Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt aktuell vor untergeschobenen Energieverträgen. Gerade in Zeiten stetig steigender Strom- und Energiekosten versuchen Anbieter Verträge mit Tricks unterzujubeln. Und das, obwohl es eine Gesetzesänderung im Jahre 2021 im Sinne des Verbraucherschutzes gab.

SMS Trick zum Annehmen von Angeboten

Die Preise für Strom und Heizung steigen seit Monaten massiv an. Vor allem für Hartz IV Bezieher und Niedriglöhner wird die Situation zunehmend kritischer. Diese Situation nutzen einige Anbieter aus, um Kunden in Verträge zu drängen, die sich im Nachhinein als finanziell unvorteilhafter herausstellen.

Seit einer Gesetzesänderung im Sommer 2021 ist der Abschluss eines rechtsgültigen Energievertrags am Telefon verboten. Allerdings versuchen nun einige Anbieter, auf anderem Wege Verbrauchern Verträge unterzujubeln. Ein Trick ist, eine SMS zu versenden. Die “Beratungsgespräche” lenken dann vom Inhalt der Nachrichten ab.

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Fälle häufen sich

“Uns liegen Fälle vor, in denen Betroffene in diesen Telefonaten, die häufig mittels verbotener Kaltakquise zustande kommen, ungewollt Verträge abgeschlossen haben – per SMS”, warnt die Verbraucherzentrale Hamburg. Denn im Verlauf des Gesprächs bekamen die Angerufenen ein Angebot per Textnachricht auf ihr Handy. Am Telefon forderte der Anrufer nämlich dazu auf, das Angebot anzunehmen. Vielen Kunden ist aber nicht klar, dass sie damit den Vertrag rechtskräftig abschließen.

Diesen Umweg nutzen die Energieversorger, da im Sommer 2021 das Energiewirtschaftsgesetz geändert wurde. Die wesentliche Änderung war, dass Verträge nicht mehr am Telefon abgeschlossen werden dürfen. Festgelegt wurde: “Es bedarf einer ausdrücklichen Erklärung der Verbraucherin oder des Verbrauchers – per Brief, SMS oder E-Mail.”

In der Vergangenheit wurden die Kunden von geschulten Mitarbeitern der Versorger regelrecht überrumpelt, so dass die Kunden dann die Verträge am Telefon abschlossen.

Angebliches Beratungsgespräch lockt in die Falle

Heute nun wird ein “Beratungsgespräch” geführt, dass vom eigentlichen Inhalt der SMS ablenkt. “Bitte nehmen Sie das Angebot an”, heißt es oft am anderen Ende der Leitung. Der Angerufenen “stimmt” ahnungslos dem Angebot zu und schließt damit den Vertrag ab.

Statt aber einen besseren Vertrag abgeschlossen zu haben, entpuppt sich dieser im Detail oftmals als sehr viel teurer. Denn die Details werden oftmals überlesen.

Sofort kündigen und vom Widerruf Gebrauch machen

Dennoch ist man auch dann als Verbraucher nicht machtlos. “Betroffene können einen abgeschlossenen Vertrag jedoch innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Diese Frist beginnt erst dann, wenn sie über die Möglichkeiten des Widerrufs belehrt wurden. Wer also per SMS einen Vertrag abgeschlossen hat, kann diesen noch widerrufen”, so der Rat der Verbraucherzentrale.

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