Hartz IV: Kostenexplosion des ALG nur ein Mythos?

Mit Phantomzahlen versuchen Politiker und so genannte Experten eine Kostenexplosion beim ALG II herbeizureden. Der Zweck ist klar: Es soll der Eindruck vermittelt werden, dass Arbeitslosengeld II (ALG II) sei so teuer, weil zu üppig bemessen und weil es viele Erwerbslose zu Unrecht beziehen. Mit der Rede von einer Kostenexplosion sollen weitere Kürzungen und Einschnitte vorbereitet werden.

Dabei ist die Kostenexplosion genauso unzutreffend und herbeigelogen wie der behauptete massenhafte Leistungsmissbrauch. Erheblich gestiegen sind lediglich die Verwaltungskosten und die kann man nun wirklich nicht den Erwerbslosen anlasten.

Es steht jeden Tag in der Zeitung. Die Ausgaben fürs Arbeitslosengeld II (ALG II) explodieren und steigen ins Uferlose. Und es gibt massenhaft Leistungsmissbrauch: "Arbeitslose zocken Geld ab, das ihnen gar nicht zusteht." Das ärgert viele. Erst recht, wenn der eigene, bescheidene Lohn kaum bis zum Monatsende reicht, man aber über Steuern das ALG II noch mitbezahlen muss. Doch was ist, wenn die Vorwürfe gegen Arbeitslose gar nicht stimmen? Wem nützt die ganze Hetze eigentlich wirklich?

Das ALG II ist so teuer, weil millionenfach Arbeitsplätze fehlen und die Zahl derer stetig ansteigt, die länger als ein Jahr arbeitslos sind. Diesen Anstieg der Langzeitarbeitslosen hätte es auch ohne Hartz IV gegeben. Gäbe es heute noch die alte Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe, dann würden alles in allem 41,0 Mrd. Euro im Jahr dafür ausgegeben. Hartz IV kostet 40,9 Mrd. Euro- also nahezu exakt den gleichen Betrag. Das hat das Bundesarbeitsministerium ausgerechnet.

Den Beweis liefert die Bundesregierung selbst
Den Nachweis für den Mythos der Kostenexplosion erbringt die Bundesregierung selbst. In ihrem neuen Bericht zur Entwicklung von Hartz 4 im Vergleich zur Sozialhilfe werden die Kosten einzeln aufgelistet. Einen Kostenvergleich zur alten Sozialhilfe und dem heutigen Arbeitslosengeld II finden Sie hier

Hartz IV abschaffen?

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