Ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 profitieren Sie von zahlreichen Vergünstigungen, beispielsweise im Arbeitsleben, öffentlichen Nahverkehr und bei Steuererleichterungen.
Entscheidend sind dabei die Merkzeichen auf Ihrem Schwerbehindertenausweis. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie einen solchen Ausweis beantragen.
1. Beratung durch den Hausarzt
Ihr erster Ansprechpartner sollte Ihr Hausarzt sein. Er kann beurteilen, ob ein Schwerbehindertenausweis für Sie infrage kommt und Ihnen bei den erforderlichen Nachweisen und Attesten helfen. Auf Wunsch stellt er eine Stellungnahme zu Ihrem Gesundheitszustand aus, die Sie Ihrem Antrag beilegen können.
2. Ärzte von der Schweigepflicht entbinden
Damit das Versorgungsamt alle notwendigen Informationen erhält, müssen Sie Ihre behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht entbinden. Ohne Ihre schriftliche Zustimmung dürfen diese keine Daten weitergeben. Oft finden Sie entsprechende Vordrucke beim Versorgungsamt oder direkt bei den Antragsformularen.
3. Wichtige Dokumente sammeln
Für die Bewertung Ihres Antrags benötigt das Versorgungsamt zahlreiche Dokumente. Diese Unterlagen helfen, Ihren Grad der Behinderung richtig einzuschätzen:
- Ärztliche Befunde und Gutachten: Angaben zu Behandlungszeiträumen, Namen und Adressen der Ärzte.
- Krankenhaus- und Reha-Berichte: Entlassungsberichte und ähnliche Nachweise.
- Amtliche Gutachten: Bereits vorliegende Bescheide von Krankenkassen, Pflegekassen, Rententrägern oder Arbeitsagenturen.
- Unfall- und Berufskrankheitenbescheide: Anerkennungsbescheide von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten.
- Weitere relevante Anträge: Informationen zu bereits gestellten Anträgen bei verschiedenen sozialen Leistungsträgern.
Es ist wichtig, alle Dokumente einzureichen, die Ihre täglichen Einschränkungen belegen. Auch scheinbar nebensächliche Beeinträchtigungen sollten erwähnt werden.
4. Antragstellung durch Dritte
Wenn Sie den Antrag nicht selbst stellen können, dürfen auch andere Personen dies für Sie übernehmen. Bei Jugendlichen unter 15 Jahren müssen beide Erziehungsberechtigten unterschreiben. Vollmachtpersonen benötigen den vollständigen Namen, Adresse und Telefonnummer sowie einen Nachweis der Vollmacht. Ein offizieller Betreuer legt eine Kopie der Betreuungsurkunde bei.
5. Passendes Antragsformular wählen
Die Antragsformulare für einen Schwerbehindertenausweis unterscheiden sich je nach Bundesland. Wählen Sie das Formular Ihres Wohnsitzbundeslands und informieren Sie sich über die Kontaktdaten Ihres zuständigen Versorgungsamts.
Ausweisverlängerung nicht verpassen
Der Schwerbehindertenausweis ist in der Regel fünf Jahre gültig. Beantragen Sie die Verlängerung rechtzeitig, etwa drei Monate vor Ablauf. Senden Sie formlos ein Lichtbild, Ihren Namen, Geburtsdatum und das Geschäftszeichen an die zuständige Behörde. Änderungen Ihres Gesundheitszustands melden Sie ebenfalls dem Versorgungsamt, welches dann den Grad der Behinderung neu bewertet und den Ausweis entsprechend anpasst.



