Sparkasse ersetzt S-ID-Check: Ohne Umstellung können Online-Kartenzahlungen scheitern
Wer seine Sparkassen-Karte beim Einkauf im Internet verwendet, sollte jetzt das Freigabeverfahren prüfen. Die bisherige S-ID-Check-App wird durch S-pushTAN abgelöst; ohne eingerichteten Nachfolger können Zahlungen scheitern, sobald eine zusätzliche Bestätigung verlangt wird.
Die Warnung vor Einschränkungen hat damit einen konkreten Anlass. Betroffen ist die Sicherheitsfreigabe für Online-Kartenzahlungen, nicht automatisch jeder Einsatz der Bankkarte.
Was beim Bezahlen im Internet geändert wird
Beim Verfahren 3-D Secure bestätigt der Karteninhaber, dass er die gerade angeforderte Online-Zahlung tatsächlich veranlasst hat. Bei Mastercard heißt das Verfahren Mastercard Identity Check, bei Visa Visa Secure.
Bisher erledigten viele Sparkassen-Kunden diese Freigabe mit S-ID-Check. Künftig übernimmt S-pushTAN diese Aufgabe und bündelt damit Funktionen, für die bislang häufig zwei Anwendungen erforderlich waren.
Seit dem 16. Januar 2026 sind bereits keine neuen Registrierungen für die S-ID-Check-App mehr möglich. Wer das Verfahren neu einrichten muss, wird auf den Nachfolger verwiesen.
Ende 2026 oder Januar 2027: Die Termine richtig einordnen
Der CHIP-Beitrag nennt Ende 2026 als Zeitpunkt der Einstellung. Die Sparkasse Hannover und die Förde Sparkasse nennen dagegen ausdrücklich den 31. Januar 2027als Ende der bisherigen Nutzung beziehungsweise Abschalttermin.
Die Berliner Sparkasse schreibt wiederum, dass Ende 2026 der Support für S-ID-Check eingestellt wird. Das Ende der Unterstützung und die technische Abschaltung sind unterschiedliche Angaben; aus diesem Hinweis allein lässt sich kein bundesweiter Zahlungsausfall zum 1. Januar 2027 ableiten.
Kunden sollten deshalb die Mitteilung ihrer eigenen Sparkasse prüfen und die Umstellung möglichst noch 2026 erledigen. Wer erst beim nächsten dringenden Einkauf beginnt, kann an einer noch ausstehenden Freischaltung oder am Postversand der Registrierungsunterlagen hängen bleiben.
Welche Karten und Kunden betroffen sind
Handlungsbedarf besteht vor allem für Kunden, die Online-Kartenzahlungen noch mit S-ID-Check bestätigen. Das Verfahren betrifft Kreditkarten und kann auch für die Sparkassen-Karte Basis sowie Sparkassen-Cards mit zusätzlicher Debit-Mastercard- oder Visa-Debit-Funktion erforderlich sein.
Die Ablösung der Freigabe-App ist keine allgemeine Sperre der physischen Karte für den Einkauf im Geschäft oder das Geldabheben. Eine neue Karte ist allein wegen des Wechsels auf S-pushTAN nicht erforderlich.
Tabelle: Was Kunden jetzt prüfen sollten
| Bisherige Nutzung | Was jetzt zu tun ist |
|---|---|
| Online-Kartenzahlungen werden mit S-ID-Check bestätigt | Die betroffenen Karten für die Freigabe mit S-pushTAN einrichten. |
| S-pushTAN wird bereits für Überweisungen verwendet | Prüfen, ob auch die Karten registriert sind; gegebenenfalls den angebotenen Umstellungsassistenten nutzen. |
| Das Online-Banking läuft mit chipTAN | S-pushTAN für Online-Kartenzahlungen zusätzlich einrichten; chipTAN kann für das Online-Banking bestehen bleiben. |
| Es besteht kein Online-Banking-Zugang | Die Registrierung für Online-Kartenzahlungen über die Sparkasse veranlassen und zugesandte Unterlagen abwarten. |
| Die jeweilige Karte wird bereits über S-pushTAN freigegeben | Für diese Karte ist der Wechsel bereits erfolgt. |
Eine installierte App allein genügt nicht
Viele Kunden haben S-pushTAN bereits auf dem Smartphone, weil sie damit Überweisungen bestätigen. Daraus folgt allerdings nicht, dass ihre bislang über S-ID-Check genutzten Karten ebenfalls für die neue Zahlungsfreigabe registriert sind.
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Die Finanz Informatik beschreibt dafür eine aktive Neuregistrierung und einen Überführungsassistenten in der S-pushTAN-App. Dieser begleitet den Wechsel und die Zustimmung zu den erforderlichen Bedingungen.
Die Einrichtung sollte bis zur Erfolgsmeldung abgeschlossen werden. Weitere Hintergründe erläutert unser Beitrag zur Umstellung auf S-pushTAN.
chipTAN kann bleiben – auch ohne Online-Banking ist die Einrichtung möglich
Wer Überweisungen mit chipTAN freigibt, muss dieses Verfahren wegen der Kartenumstellung nicht aufgeben. S-pushTAN lässt sich zusätzlich für die Bestätigung der Online-Kartenzahlungen verwenden.
Auch Kunden ohne Online-Banking können ihre Karte für das Verfahren registrieren. Die Sparkasse Schwaben-Bodensee beschreibt dafür den getrennten Postversand eines Registrierungsbriefs und eines Aktivierungspassworts.
Gerade deshalb sollte die Umstellung nicht bis unmittelbar vor einer Reisebuchung oder einem anderen wichtigen Kauf aufgeschoben werden. Die Unterlagen müssen zunächst eintreffen, bevor die Einrichtung abgeschlossen werden kann.
Die echte Umstellung macht betrügerische Nachrichten nicht glaubwürdig
Eine tatsächlich bevorstehende Änderung ist ein willkommener Vorwand für Phishing. Die Sparkassen warnen vor Nachrichten, die angebliche Sicherheitsupdates oder auslaufende TAN-Verfahren zum Anlass nehmen, Zugangsdaten abzufragen.
Kunden sollten die bekannte App direkt öffnen oder die Internetadresse ihrer Sparkasse selbst aufrufen. Passwörter, PIN und TAN gehören nicht in die Hände vermeintlicher Bankmitarbeiter, die per E-Mail, SMS oder Telefon danach fragen.
Wie solche Täuschungen Druck aufbauen, zeigt unser Beitrag über gefälschte Sparkassen-Mails mit angeblich drohender Kontosperre. Eine unerwartete Aufforderung zur Zahlungsfreigabe sollte immer geprüft werden, bevor sie bestätigt wird.
Die Sparkassen müssen den Wechsel verständlich erklären
Eine App weniger kann Bankgeschäfte vereinfachen. Für Menschen, die nur gelegentlich online bezahlen, bleiben die Unterscheidung zwischen Banking-App und Freigabe-App sowie die zusätzliche Kartenregistrierung trotzdem erklärungsbedürftig.
Von den Sparkassen ist deshalb mehr zu erwarten als ein Hinweis auf eine Abschaltung. Kunden brauchen eine eindeutige Terminangabe, verständliche Anleitungen und erreichbare Hilfe, bevor eine Zahlung abgelehnt wird.
Quellen und Stand: Angaben geprüft am 25. Oktober 2026 anhand von Sparkasse.de, Sparkasse Hannover, Berliner Sparkasse, Förde Sparkasse, Sparkasse Schwaben-Bodensee, Finanz Informatik und S-ID-Check.




