Schulden: Negative Schufa-Einträge erschweren KFZ-Zulassung

Die Zulassung eines Autos kann erschwert sein, wenn Betroffene aufgrund von Schulden einen Schufa-Eintrag erdulden müssen. Der Grund für die erschwerte Zulassung ist nicht etwa die KFZ-Zulassungsstelle, sondern der Abschluss eine KFZ-Haftpflichtversicherung. Diese Auswege können dabei helfen, dennoch eine Zulassung des PKWs zu erreichen.

Schlechter Schufa Score erschwert KFZ-Zulassung

Wer ein PKW bei der KFZ-Zulassungsstelle zulassen will, muss eine Bestätigung seines Versicherers vorlegen. Die meisten Versicherungen prüfen jedoch die Bonität des Versicherungsnehmers. Hierfür holen sich die Anbieter eine Schufa-Auskunft ein.

Die Schufa ist die “Schutzgemeinschaft für die allgemeine Kreditsicherung” und sammelt darüber Daten, ob z.B. Kredite rechtzeitig abgezahlt wurden, eine Privatinsolvenz vorliegt oder Konten bei Banken überzogen sind.

Negative Einträge bei der Schufa können zum Beispiel sein, wenn sich Zahlungsausfälle ereignet haben, Zahlungsrückstände ergeben oder Kredite seitens des Anbieters gekündigt wurden. Darüberhinaus werden auch Informationen aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen adaptiert.

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Abschuluss einer KFZ-Haftplicht ist gesetzlich vorgeschrieben

Der Abschluss einer KFZ-Haftpflicht ist in Deutschland vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Demnach dürfen Versicherer nicht einfach einen Antrag ablehnen, auch wenn negative Einträge bei der Schufa vorhanden sind. Allerdings dürfen Versicherer einen Vertrag kündigen, wenn Beiträge (schon ab dem Erstbetrag) nicht gezahlt werden.

Reduzierte Haftpflicht mit weniger Leistungen

“Ist die Bonität bei einem Versicherungsantragsteller niedrig, darf der Versicherer eine Haftpflichtversicherung mit deutlich reduzierten Leistungen anbieten”, berichtet Rechtsanwalt Cem Altug von der Verkehrsrechtskanzlei “Advocar“. So kann zum Beispiel die Deckungssumme auf das gesetzliche Minimum reduziert sein.

Somit werden nur maximal 7,5 Millionen Euro für Personenschäden, 1,12 Millionen Euro für Sachschäden und 500.000 Euro für Vermögensschäden im Schadensfall versichert.

In den meisten Tarifen liegen die Deckungssummen deutlich darüber. Die meisten Anbieter versichern z.B. 100 Millionen Euro für Personenschäden. Zusatzleistungen wie z.B. die Mallorca-Police, der Kfz-Schutzbrief oder Verkehrsrechtsschutz fallen weg.

Schwierig wird es, wenn man sich ein Auto auf Raten kauft und eine Teil- und Vollkasko verlangt wird. Diese wird bei einem negativen Schufa-Ergebnis sicher nicht angeboten.

Das gleiche gilt, wenn ein erhöhtes Unfallrisiko besteht, weil in der Vergangenheit viele Unfälle passierten. Auch dann verweigern die Anbieter regelmäßig eine Teil- oder Vollkasko.

Nicht alle Versicherer fordern eine Schufa-Auskunft

Allerdings ist auch der Konkurrenzdruck groß bei den Versicherungsanbietern. Nicht jede Versicherung verweigert daher bestimmte Tarife oder fordert erst gar keine Bonitätsprüfung ein, weshalb sich eine längere Suche – auch im Internet bei Vergleichsportalen – sich sicher anbietet.

Wer den persönlichen Kontakt zu seinem Versicherungsmakler sucht, kann ebenfalls gute Chancen haben, eine vernüftige Autoversicherung zu bekommen, wie auch der Versicherungsexperte Wolfgang Schütz vom Vergleichsportal Verivox rät.

“Wenn möglich, sollte der Antragsteller auch die Vorauskasse für ein Jahr von selbst anbieten”, berichtet Schütz. Wer nachweisen kann, zuvor regelmäßig seine Versicherungspolice gezahlt zu haben, ist ebenfalls im Vorteil.

Letzter Ausweg: Versicherung über eine andere Person

Wenn das alles nicht hilft, ist es ratsam einen Freund oder nahen Verwandten zu fragen, ob dieser das Auto auf seinen Namen zulässt und die Versicherung abschließt.

Das setzt allerdings ein hohes Vertrauensverhältnis vorraus und ebenfalls eine gute Bonität der Person, die das Auto zulassen will.

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