Freier Eintritt mit dem Ausweis bei Schwerbehinderung – Was jetzt geht

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Freier Eintritt mit dem Schwerbehindertenausweis: Was wirklich gilt

Wer einen Schwerbehindertenausweis hat, möchte unkompliziert wissen, wo der Eintritt kostenlos ist. Die ernĂŒchternde, aber wichtige Vorbemerkung lautet jedoch: FĂŒr Kultur- und Freizeiteinrichtungen gibt es in Deutschland in der Regel keinen bundesweit einheitlichen Rechtsanspruch auf kostenlosen Eintritt allein wegen des Schwerbehindertenausweises.

Viele ErmĂ€ĂŸigungen oder Freikarten beruhen auf freiwilligen Regelungen der jeweiligen Einrichtung oder des Betreibers und können sich daher von Ort zu Ort deutlich unterscheiden. .

Warum der Ausweis allein nicht automatisch „gratis“ bedeutet

Der Schwerbehindertenausweis weist zunĂ€chst die Schwerbehinderung nach, also einen Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50. FĂŒr Eintrittspreise ist das zwar hĂ€ufig die Eintrittskarte zu Rabatten, aber nicht automatisch zu kostenfreiem Zugang.

Viele Museen, Theater, Kinos, SchwimmbĂ€der, Tierparks oder Veranstalter gewĂ€hren ErmĂ€ĂŸigungen, manche auch freien Eintritt – nur ist das meist eine hausinterne Regelung, keine Pflicht. In der Praxis bedeutet das: Selbst wenn zwei Einrichtungen in derselben Stadt Ă€hnliche Angebote haben, können die Konditionen komplett unterschiedlich sein.

„Begleitperson frei“ ist oft wahrscheinlicher als „Inhaber frei“

In vielen FĂ€llen ist nicht der Eintritt der schwerbehinderten Person selbst kostenlos, sondern der Eintritt der Begleitperson. Das hĂ€ngt vor allem am Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis. „B“ steht fĂŒr die Berechtigung, eine Begleitperson mitzunehmen.

Im Verkehr ist diese Mitnahme rechtlich besonders klar geregelt; im Freizeitbereich ĂŒbernehmen viele Anbieter dies freiwillig und lassen die Begleitung kostenfrei hinein, weil die Begleitung fĂŒr den Besuch nötig sein kann.

Gerade bei Kinos und BĂŒhnen ist das ein verbreitetes Modell: Die schwerbehinderte Person zahlt regulĂ€r oder ermĂ€ĂŸigt, die Begleitperson erhĂ€lt eine Freikarte oder wird im Buchungssystem als kostenfreie Begleitung gefĂŒhrt. Berliner Kinos kommunizieren diese Regelung beispielsweise ausdrĂŒcklich.

Freier Eintritt mit einem Grad der Behinderung

Einrichtung und Ort Voraussetzung fĂŒr freien Eintritt
Museen des Stadtmuseums Berlin Besucher mit Schwerbehindertenausweis – regelmĂ€ĂŸig also ab GdB 50 – erhalten freien Eintritt. Dazu gehören unter anderem das Museum Ephraim-Palais, das Museum Nikolaikirche und das Museum Knoblauchhaus. Eingetragene Begleitpersonen sind ebenfalls kostenfrei.
Potsdam Museum Menschen mit einem GdB ab 50 erhalten auch zu kostenpflichtigen Sonderausstellungen freien Eintritt. Bei Merkzeichen „B“ ist außerdem die Begleitperson frei. Die stadtgeschichtliche Dauerausstellung ist fĂŒr alle Besucher kostenlos.
Deutsches Museum MĂŒnchen Schwerbehinderte Kinder und Jugendliche von 6 bis einschließlich 17 Jahren haben ab GdB 50 freien Eintritt. Erwachsene ab GdB 50 zahlen ermĂ€ĂŸigt. Bei Merkzeichen „B“ ist die Begleitperson kostenfrei.
Deutsches Museum Bonn Schwerbehinderte Kinder und Jugendliche von 6 bis einschließlich 17 Jahren erhalten ab GdB 50 freien Eintritt. FĂŒr Erwachsene gelten andere beziehungsweise ermĂ€ĂŸigte Tarife.
Gutenberg-Museum MOVED in Mainz Ab GdB 50 gilt zunĂ€chst der ermĂ€ĂŸigte Eintritt. Ist zusĂ€tzlich das Merkzeichen „B“ eingetragen, erhalten die schwerbehinderte Person und eine Begleitperson freien Eintritt.
Oide Wiesn in MĂŒnchen Schwerbehinderte Menschen erhalten ab GdB 50 freien Eintritt. Bei Merkzeichen „B“ ist auch eine Begleitperson frei. FahrgeschĂ€fte mĂŒssen gesondert bezahlt werden.
Opel-Zoo in Kronberg Erwachsene und Kinder erhalten ab GdB 80 freien Eintritt. Bei den Merkzeichen „B“ oder „H“ ist außerdem eine Begleitperson kostenfrei. Bei GdB 50 bis 70 wird lediglich ein ermĂ€ĂŸigter Preis gewĂ€hrt.
Tierpark Hellabrunn in MĂŒnchen Erwachsene erhalten ab GdB 90 freien Eintritt. Schwerbehinderte Kinder bis einschließlich 14 Jahre haben bereits mit Schwerbehindertenausweis freien Eintritt. Bei Merkzeichen „B“ ist auch eine Begleitperson kostenfrei.
Movie Park Germany in Bottrop Freier Eintritt bei GdB 100, wenn zusĂ€tzlich eines der Merkzeichen „aG“, „Bl“, „B“ oder „H“ eingetragen ist. Die Begleitperson erhĂ€lt keinen freien Eintritt, sondern einen Sondertarif.
Aquazoo Löbbecke Museum DĂŒsseldorf Schwerbehinderte Menschen erhalten ab GdB 80 freien Eintritt. Eine Begleitperson ist kostenfrei, wenn deren Notwendigkeit im Ausweis vermerkt ist. UnabhĂ€ngig davon ist der Museumseintritt sonntags fĂŒr alle frei.
KIT – Kunst im Tunnel DĂŒsseldorf Menschen mit Schwerbehindertenausweis – damit grundsĂ€tzlich ab GdB 50 – erhalten freien Eintritt.
Kunsthalle DĂŒsseldorf Menschen mit Schwerbehindertenausweis erhalten freien Eintritt. Ein bestimmter höherer GdB wird in der veröffentlichten Regelung nicht verlangt.
SchifffahrtMuseum DĂŒsseldorf Schwerbehinderte Personen erhalten freien Eintritt. Als Nachweis ist der Schwerbehindertenausweis erforderlich.
Stadtmuseum DĂŒsseldorf Menschen mit Schwerbehindertenausweis erhalten nach der veröffentlichten Übersicht der Stadt DĂŒsseldorf freien Eintritt.
Hetjens – Deutsches Keramikmuseum DĂŒsseldorf Besucher aus EU-Staaten erhalten bei GdB 100 freien Eintritt. Eine notwendige, im Ausweis vermerkte Begleitperson ist ebenfalls kostenfrei.
Filmclub 813 in Köln Bei einem Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen „B“ erhalten die schwerbehinderte Person und eine Begleitperson freien Eintritt.
Japanisches Kulturinstitut Köln Nach Angaben der Stadt Köln erhalten Menschen mit Behinderung und ihre Begleitperson freien Eintritt. Die konkrete Nachweisregel sollte vor dem Besuch erfragt werden.
Radstadion Köln Menschen mit Behinderung und ihre Begleitperson haben nach der veröffentlichten Kölner Übersicht freien Eintritt. Bei einzelnen Veranstaltungen können abweichende Veranstalterregeln gelten.

Hinweis zur Begleitperson: Das Merkzeichen „B“ fĂŒhrt außerhalb des öffentlichen Personenverkehrs nicht automatisch zu einem gesetzlichen Anspruch auf freien Eintritt. Auch diese Freikarten beruhen bei Museen, Zoos, Kinos oder Freizeitparks regelmĂ€ĂŸig auf freiwilligen Betreiberregelungen. Deshalb sollten die Konditionen unmittelbar vor dem Besuch noch einmal auf der verlinkten Anbieterseite geprĂŒft werden.

Weitere Einordnung: Freie Eintritte mit dem Schwerbehindertenausweis – was wirklich gilt.

Öffentlicher Verkehr

Am deutlichsten ist die Lage bei Bus und Bahn. Wenn im Ausweis das Merkzeichen „B“ eingetragen ist und die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson nachgewiesen ist, hat die Begleitperson im Nah- und Fernverkehr Anspruch auf unentgeltliche Beförderung. Das ist im Sozialrecht geregelt und wird von Verkehrsunternehmen entsprechend umgesetzt.

FĂŒr Bahnreisen hat die Deutsche Bahn zudem eigene Service-Regelungen, die in der Praxis relevant sind: Unter bestimmten Voraussetzungen sind kostenfreie Sitzplatzreservierungen im Fernverkehr fĂŒr die schwerbehinderte Person und die Begleitperson möglich; außerdem werden Hinweise zur Buchung und zur notwendigen Dokumentation gegeben.

Wenn eine Begleitung nötig ist, soll sie nicht zusĂ€tzlich bezahlen mĂŒssen. Ein Anspruch wie im Verkehr entsteht daraus zwar nicht automatisch, aber die Chance steigt deutlich, wenn „B“ im Ausweis steht.

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Museen und Ausstellungen: Von „Rabatt“ bis „komplett frei“ – je nach TrĂ€ger

Viele Museen gewĂ€hren bei GdB ab 50 einen reduzierten Eintritt. Bei den Staatlichen Museen zu Berlin wird eine ErmĂ€ĂŸigung fĂŒr Schwerbehinderte (GdB mindestens 50) ausdrĂŒcklich ausgewiesen.

Daneben gibt es HĂ€user, die noch weiter gehen und Menschen mit Schwerbehindertenausweis freien Eintritt einrĂ€umen. Das Stadtmuseum Berlin nennt als Regel ausdrĂŒcklich freien Eintritt fĂŒr Besucherinnen und Besucher mit Schwerbehindertenausweis.

Auch große Museen arbeiten hĂ€ufig mit Mischmodellen: Das Deutsche Museum in MĂŒnchen nennt freien Eintritt fĂŒr bestimmte Gruppen und fĂŒhrt zugleich die kostenfreie Begleitperson bei eingetragenem „B“ an.

FĂŒr den Inhaber hĂ€ngt es oft von Alter, Ticketkategorie oder Sonderregelungen ab, wĂ€hrend die Begleitung bei „B“ vergleichsweise hĂ€ufig kostenfrei ist.

Kino, Theater, Konzerte: HĂ€ufig eine Freikarte fĂŒr die Begleitung – aber nicht ĂŒberall

Im Kulturbereich ist die Bandbreite groß. Manche Betreiber geben die Freikarte fĂŒr die Begleitperson offen an und haben dafĂŒr klare AblĂ€ufe, auch online. Der Zoo Palast Berlin beschreibt beispielsweise die Möglichkeit, bei Merkzeichen „B“ eine kostenfreie Begleitung zu buchen.

Andere Ketten oder HĂ€user regeln es Ă€hnlich; die Yorck Kinos in Berlin weisen die freie Begleitung gegen Vorlage eines Ausweises mit Merkzeichen „B“ explizit aus.

Gleichzeitig existieren auch Kulturorte, die statt einer Freikarte „nur“ eine ErmĂ€ĂŸigung anbieten oder die Begleitperson nicht kostenlos, sondern ebenfalls ermĂ€ĂŸigt einlassen. Das ist rechtlich zulĂ€ssig, weil es sich außerhalb klar geregelter Bereiche meist um freiwillige Konditionen handelt.

SchwimmbĂ€der, Zoos, Tierparks, Freizeitparks: Sehr oft ErmĂ€ĂŸigung, manchmal „Begleitung frei“

Bei kommunalen BÀdern, Zoos oder Tierparks lohnt sich besonders der Blick in die Preislisten, weil StÀdte und kommunale Betriebe hÀufig sozialpolitische Ziele verfolgen und entsprechende Tarife anbieten.

Gleichzeitig arbeiten auch viele private Anbieter mit Rabatten, die an GdB oder Merkzeichen geknĂŒpft sind. Generell gilt: Freier Eintritt ist möglich, aber statistisch seltener als ermĂ€ĂŸigte Tickets; die kostenfreie Begleitperson bei Merkzeichen „B“ ist hĂ€ufig der praktischere Hebel.

Urlaubsort und Kurtaxe: Nicht Eintritt, aber oft spĂŒrbare Entlastung

Wer „freien Eintritt“ sagt, meint oft allgemein Entlastung bei Kosten am Urlaubsort. Ein typisches Beispiel ist der Kurbeitrag beziehungsweise die Kurtaxe. Hier sind ErmĂ€ĂŸigungen oder Befreiungen verbreitet, aber nicht einheitlich, weil die Grundlage kommunale Satzungen sind.

Einige Behördenportale weisen ausdrĂŒcklich darauf hin, dass Schwerbehinderte je nach Gemeinde ErmĂ€ĂŸigungen erhalten können.

Das ist kein Eintritt in eine Einrichtung, wirkt sich aber unmittelbar auf die Urlaubskosten aus und ist deshalb ein Punkt, den viele Betroffene erst spÀt entdecken.