Abmahnungen sind oft unwirksam und damit auch die Kündigung

Teilen
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Eine Abmahnung in einem Betrieb ist häufig der erste Schritt in Richtung Kündigung. Meist werden sogenannte “verhaltensbedingte Kündigungen” ausgesprochen. In vielen Fällen sind diese aber unwirksam, weshalb eine Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht dann erfolgreich ist, erklärt Cem Altug, Anwalt aus Hannover. Mit Hilfe einer Klage beim Arbeitsgericht kann eine Abfindung erwirkt werden.

Wir nennen die vier häufigsten Gründe für die Unwirksamkeit einer verhaltensbedingten Abmahnung.

Unrichtige Angaben in der Abmahnung

Der Arbeitgeber wirft dem Arbeitnehmer ein pflichtwidriges Verhalten vor, was aber den Realitäten nicht entspricht. “Die Abmahnung ist nur wirksam, wenn das vorgeworfene Verhalten deutlich in der Abmahnung bezeichnet ist und der Arbeitgeber nachweisen kann, dass ein arbeitsvertragswidriges Vergehen vorliegt” sagt Rechtsanwalt Altug. Die Abmahnung ist demnach unwirksam, wenn nur einer der Vorwürfe nicht stimmt.

Unzureichende Angaben oder nicht klar benannte Angaben in der Abmahnung

Die Angaben in der Abmahnung müssen nicht nur den Tatsachen entsprechen, sondern müssen auch präzise beschrieben sein.

Es reicht nicht aus, wenn der Arbeitgeber in die Abmahnung schreibt, der Arbeitnehmer sei “häufig zu spät zur Arbeit gekommen”. Es muss eindeutig beschrieben sein, wann und wie oft der Abgemahnte zu spät an seinem Arbeitsplatz war. Aus Erfahrung weiß Altug: “Viele Abmahnungen sind unzureichend beschrieben und schon deshalb unwirksam”.

Der Arbeitgeber muss demnach genau beschreiben, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit der Arbeitnehmer zu spät zur Arbeit kam.

Unzureichend auf die Folgen einer Abmahnung hingewiesen

Meistens vergessen die Chefs deutlich zu schreiben, was bei einem erneuten Pflichtverstoß passiert. So muss der Arbeitgeber, wenn denn die Abmahnung den Tatsachen entspricht und eindeutig den arbeitsrechtlichen Verstoß benennt, die Folgen eines weiteren Verstoßes in der Abmahnung aufzeigen. “Steht das nicht in der Abmahnung oder nur leicht umschrieben, ist die Abmahnung unwirksam”, so Altug.

Abmahnung wurde mündlich erteilt

Zwar dürfen Abmahnungen auch mündlich erteilt werden, allerdings sind diese regelmäßig unwirksam, weil das Gesagte im Widerspruch zu dem steht, was der Abgemahnte gehört hat. Demnach steht dann Aussage gegen Aussage. Die mündliche Abmahnung ist demnach unwirksam.

Kündigung nach einer Abmahnung

Unwirksame Abmahnungen führen zu unwirksamen Kündigungen. War die Abmahnung nicht rechtens, ist es auch die Kündigung nicht. Es macht demnach immer Sinn gegen die Kündigung vorzugehen und einen spezialisierten Anwalt damit zu beauftragen. Eine Möglichkeit bietet hierzu “Arbeitnehmer.Support“.

Erst Kündigungsschutzklage, dann Abfindung

Zunächst wird der Anwalt eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einlegen. Weil aber das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Angestelltem “vergiftet” ist, werden oft Abfindungen vor dem Arbeitsgericht ausgehandelt. Wehren sich Arbeitnehmer nicht gegen eine Kündigung, entgehen den Betroffenen zum Teil sehr hohe Abfindungen.

Arbeitnehmerrechte sind in Deutschland sehr weit gefasst. Auch andere Tatsachen sprechen für eine unwirksame Kündigung. Weiteres hierzu lesen Sie auch hier: Kündigung und Abfindung: 5 Tipps sollte man immer einhalten

Hartz IV abschaffen?

Loading ... Loading ...