Unter unseren Lesern kursiert die Vorstellung, dass die letzten Jahre vor der Rente besonders wichtig sind, sich also außergewöhnlich auf die Höhe der Rente auswirken. Stimmt das? Woher diese Vorstellung kommt, und wie die Rente wirklich berechnet wird, das zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.
Inhaltsverzeichnis
Zählen die letzten Arbeitsjahre mehr für die Rente?
Die Jahre vor der Rente werden von der gesetzlichen Rentenversicherung nicht gesondert gerechnet. Jeder Euro, den Sie in die Rentenkasse einzahlen, zählt gleich. Ihre Rente wird aus allen Beitragsjahren berechnet.
Wann Rentenbeiträge gezahlt werden – spielt das eine Rolle?
Die Rentenansprüche werden mittels diverser Punkte berechnet. Die Höhe der Altersrente fällt dabei individuell und sehr unterschiedlich aus. Wesentlich sind die Entgeltpunkte, die sich Versicherte verschaffen, indem sie in die Rentenkasse einzahlen oder anzurechnende Zeiten nachweisen können.
Kurz gesagt: Je mehr Beiträge Sie geleistet haben, desto höher wird voraussichtlich Ihre Rente ausfallen.
Der Zeitpunkt der Beitragszahlungen ist unwichtig. Es spielt also keine Rolle, ob Sie diese kurz vor Rentenbeginn oder zu Beginn Ihrer Versichertenzeit geleistet haben.
Entgeltpunkte: So wird Ihre gesetzliche Rente berechnet
Wenn Sie ein Jahr lang genau so viel verdienen wie der Durchschnitt aller Versicherten, dann erhalten Sie exakt einen Entgeltpunkt (auch Rentenpunkt genannt). Wenn Sie weniger verdienen, erhalten Sie anteilig weniger Rentenpunkte, und wenn Sie mehr verdienen, sind es anteilig mehr. Höheres Einkommen bringt allerdings nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze mehr Rentenpunkte. Wann die Einzahlungen erfolgen, ist unerheblich.
Lesen Sie auch:
- Drei wichtige Zuschüsse zur Rente in 2025
- Rente ohne Abschlag: Diese Jahrgänge können noch vor 67 in die Altersrente gehen
Unterschied zwischen Rente und Pension: Häufiger Irrtum
Woher kommt die falsche Vorstellung, dass späte Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse besonders zählen? Vermutlich verwechseln viele hier die gesetzliche Rente mit den Beamtenpensionen – oder auch mit den Vereinbarungen in manchen Betriebsrenten.
100 % spam-frei • jederzeit abbestellbar
Denn bei der Beamtenpension zählen tatsächlich die letzten zwei Jahre vor dem Ruhestand. Ein fester Prozentsatz des Bruttogehalts in diesen Jahren ist Grundlage der Höhe der Pension. Deren genauer Satz hängt dann von der geleisteten Dienstzeit ab. Bei 40 Jahren Dienstzeit gilt der maximale Satz von 71,75 Prozent.
Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es bisweilen Klauseln, die einen Bonus für langjährige Mitarbeiter enthalten. Diese werden so für ihre “Treue” belohnt. Langjährige Mitarbeiter sind in der Regel älter und damit näher an der Rente.
Darum sind spätere Jahre oft trotzdem rentenwirksam
Tatsächlich erhöhen trotzdem viele Renteneinzahler ihre Rente in späteren Zeiten ihres Berufslebens noch einmal erheblich. Dafür gibt es viele Gründe: Wer lange in seinem Job ist, verdient in der Regel mehr als ein Berufsanfänger. Mit dem höheren Einkommen steigen auch die Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Damit sammeln sich in späteren Jahren mehr Rentenpunkte an.
Andere arbeiteten nur in Teilzeit, als die Kinder klein waren. Sie steigen auf Vollzeit um, wenn die Kinder diese Betreuung nicht mehr benötigen. Wiederum steigt das Gehalt und damit die Renteneinzahlungen. Die Rente steigt jetzt also nicht, weil die späteren Jahre stärker gezählt würden. Sie werden gleich gezählt, und da Sie mehr verdienen, bekommen Sie mehr Rentenpunkte.
So sammeln Sie schon in jungen Jahren Rentenpunkte
Ebenso kann auch der gegenteilige Effekt wirken. Das passiert zum Beispiel, wenn Sie in jungen Jahren gut verdienen und somit reichlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, in ihren 50ern aber den Job verlieren. Sie rutschen vom Arbeitslosengeld in die Grundsicherung und finden schließlich nur noch Beschäftigungen, deren Einkommen weit unter dem früheren liegt. Dann haben Sie in jungen Jahren mehr Rentenpunkte gesammelt als kurz vor der Rente.
Rentenberechnung: Das müssen Sie über Entgeltpunkte wissen
Die Rentenberechnung hängt nicht vom Alter des Rentenversicherten ab, sondern von der Höhe der eingezahlten Beiträge sowie der angerechneten Zeiten. Die Rentenpunkte werden in jedem Alter des Versicherten gleich berechnet.




