Neurenten unterhalb der Armutsgrenze

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Neurentner, die 2020 in den Ruhestand gegangen sind, haben weniger als die Durchschnittsrente erhalten. Außerdem liegt das Rentenniveau unter der Armutsgrenze, sodass immer mehr auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind.

Neurenten wegen Corona unterhalb der Durchschnittsrente

Wer 2020 in Rente gegangen ist, hat 5,4 Prozent weniger Rente erhalten, als durchschnittlich ausgezahlt wird. Die durchschnittliche Rente betrug 904 Euro, Neurentnern erhalten jedoch nur 855 Euro monatlich. Bei diesem Betrag handelt es sich um den Nettorentenbetrag, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sind bereits abgerechnet.

In den „neuen“ Bundesländern lag die Rente 2020 bei durchschnittlich 925 Euro. Aufgrund der früheren DDR-Rentenstruktur ohne Sonderkassen für Beamte und Selbstständige, sowie mit höheren Frauenanteil etwas höher als in den „alten“ Bundesländern, wo Renter durchschnittlich 869 Euro netto erhalten.

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Linke kritisiert Niedriglöhne und Altersarmut

Dietmar Bartsch, Fraktionschef der Linken, der diese Zahlen beim Bundesarbeitsministerium erfragt hatte, kritisiert die Arbeitsmarktstrukturen, die zu diesen niedrigen Durchschnittsrenten führen. Es drohe noch mehr Altersarmut aufgrund des breiten Niedriglohnsektors, mahnte Bartsch. „Dass Neurentner weniger Rente bekommen, zeigt deutlich, dass die jahrelangen Probleme auf dem Arbeitsmarkt immer mehr auf die Rente durchschlagen.“ Im Alter auf Grundsicherung angewiesen zu sein, sei erniedrigend.

Aufgrund der Corona-krise droht auch für das kommende Jahr ein weiterer Rückgang des Rentenniveaus sowie der Hartz IV-Regelsätze.

Bild: bilderstoeckchen / AdobeStock

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