Krankengeld kann rückwirkend gezahlt werden

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Wann wird Krankengeld gezahlt und wie lange? Wie hoch ist es? Wer hat einen Anspruch darauf? Diese und weitere Fragen beantworten wir im folgenden Beitrag.

Wann gibt es Krankengeld?

Wenn Sie erkranken zahlt Ihr Arbeitgeber erst einmal sechs Wochen den Lohn / das Gehalt weiter. Nach diesen sechs Wochen übernimmt dann die Krankenkasse und zahlt Krankengeld. Dieses läuft maximal 78 Wochen. Da die Lohnfortzahlung einberechnet wird, sind es im Regelfall höchstens 72 Wochen.

Wie hoch ist das Krankengeld?

Die Krankenversicherung zahlt gewöhnlich 70 Prozent ihres letztes Brutto-Einkommens als Krankengeld, jedoch nicht mehr als 90 Prozent vom Netto. Über den Daumen können Sie mit 80 Prozent Ihres Nettogehalts rechnen.

Worauf müssen Sie achten?

Beim Krankengeld geht es um Leistungen und um Zeiten. Deshalb sollten Sie am besten Ihre Krankmeldung persönlich bei der Krankenversicherung abgeben und sich diese Abgabe schriftlich bestätigen lassen. Wenn Sie das mit der Post erledigen, sollten Sie ein Einschreiben mit Rückschein nutzen, um einen Beleg zu haben.

Krankengeld gibt es rückwirkend

Es werden für jeden Kalendermonat 30 Tage berechnet, auch für den Februar mit 28 Tagen und die sieben Monate mit 31 Tagen. Immer muss eine gültige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorliegen.

Welchen Nachweis brauchen Sie, um Krankengeld zu beziehen?

Für das Krankengeld ist nach den sechs Wochen Lohnforzahlung eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung notwendig. Diese sollte die Krankenkasse umgehend erhalten. In der Regel informiert der Arbeitgeber die Krankenkasse, wenn das Gehalt ausläuft, sie aber immer noch krank geschrieben sind. Dann schickt Ihnen die Krankenkasse den Antrag auf Krankengeld.

Gibt es Krankengeld auch bei Arbeitslosigkeit?

Krankengeld gibt es auch, wenn Sie Arbeitslosengeld I beziehen. Hier tritt die Behörde an Stelle des Arbeitgebers. In den ersten sechs Wochen zahlt also die Agentur für Arbeit das Arbeitslosengeld aus, und dann springt die Krankenkasse ein.

Allerdings muss die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei Arbeitslosigkeit für alle Erwerbstätigkeiten gelten und nicht nur für ihren gelernten Beruf.

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Je höher das Einkommen, desto größer der Verlust

Die Höhe des Krankengeldes sinkt relativ mit der Höhe des Einkommens, da eine Beitragsbemessungsgrenze gilt. Diese lag 2020 in Westdeutschland bei 6.900 Euro, und möglich waren damit höchstens 3.281 Euro Krankengeld pro Monat.

Aussteuerung und Blockfrist<7h2>
Das Krankengeld läuft also nach 78 Wochen aus (faktisch durch die Lohnfortzahlung nach 72 Wochen). Was ist jetzt aber, wenn Ihre Krankheit weiter besteht? Wird die Krankenkasse dafür nie wieder Krankengeld bezahlen?

Es ist kompliziert. Bei der Krankenkasse gilt eine sogenannte Blockfrist. Wurde für eine Krankheit Krankengeld bezahlt, dann gilt bei der Versicherung eine Blockfrist von 36 Monaten, also von drei Jahren. In dieser Zeit können Sie für dieselbe Krankheit kein Krankengeld bekommen.

Auch nach den drei Jahren ist ein mögliches erneutes Krankengeld an Bedingungen geknüpft. In den 36 Monaten muss es erstens mindestens sechs Monate gegeben haben, in denen Sie wegen Ihres Leidens nicht krankgeschrieben waren. Sie müssen zweitens mindestens sechs Monate lang Beiträge an die Krankenversicherung gezahlt haben.

Wie läuft es mit dem Antrag?

Wenn Sie krankgeschrieben sind, ist der Prozess in der Regel einfach. Wenn der Arbeitgeber das Ende der Lohnfortzahlung der Krankenkasse übermittelt, dann meldet sich diese bei Ihnen. Sie müssen vor allem darauf achten, ohne Lücken Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bei Vorgesetzten und Krankenversicherung abzugeben.