Kaum über die Hälfte nach Jobaufnahme Hartz IV frei

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Nach Hartz IV: Trotz Job müssen 40 Prozent weiter aufstocken

Das oberste Ziel der Jobcenter ist, Hartz IV Beziehende in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das funktioniert hier und da oder eben schlecht. Viele Menschen sind nämlich dennoch nicht weg von Hartz IV. Weil der Lohn zu gering ist, müssen viele weiterhin mit Hartz IV aufstocken, wie eine kleine Anfrage der Partei “Die Linke” an die Bundesregierung offenbarte. Besonders Alleinerziehende sind betroffen.

Etwa 40 Prozent der Arbeitnehmer müssen nach einem Wechsel in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiterhin Hartz IV beziehen. Das ergeht aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Etwas über die Hälfte nach dem Wechsel Hartz IV frei

Nur 58,4 Prozent der alleinstehenden Hartz IV Bezieher mussten nach der Jobaufnahme keine aufstockenden Leistungen beantragen. Noch geringer war der Anteil derjenigen, die über 55 Jahre alt sind. Hier lag der Anteil der sogenannten bedarfsdeckenden Integration bei nur 46,9 Prozent. Wer Alleinerziehend ist, kann meist nicht ohne zusätzliche Sozialleistungen über die Runden kommen. Hier lag der bedarfsdeckende Anteil bei gerade einmal 38,4 Prozent.
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Bedarfsdeckende Integration ist eine Wortschöpfung der Statistiker der BA. Diese Integration ist dann erfüllt, wenn der ehemalige Hartz IV Leistungsbezieher nach Beginn der Jobaufnahme 3 Monate keine Leistungen nach dem SGB II erhält.

Arm trotz Arbeit

Die arbeitsmarktpolitische Expertin der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann, kritsiert das dahinterliegende struktuelle Problem. „Trotz Arbeit bleiben viele im Hartz-IV-System gefangen“. Denn Hartz IV Beziehende werden massenhaft in prekäre Beschäftigung gedrängt. Wer sich weigert, bekommt Sanktionen in Form von Geldkürzungen zu spüren. Aus diesem Grund forderte die Politikerin erneut einen Mindestlohn von 12 Euro, damit “Hartz IV trotz Arbeit” verhindert wird.

Hartz IV abschaffen?

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