Ex-Gastarbeiter oft von Altersarmut betroffen

Studie: Jeder zweite türkischstämmige Rentner lebt an der Armutsgrenze

16.09.2014

Unter ehemaligen Gastarbeitern ist die Altersarmut mehr als dreimal so hoch wie bei deutschen Rentnern. Das ergab eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Demnach sind insbesondere türkischstämmige Senioren häufig von Armut bedroht. Als armutsgefährdet gelten in Deutschland Menschen, die über weniger als 60 Prozent des mittleren und nach Bedarf gewichteten Einkommens verfügen. Das nach Bedarf gewichtete Einkommen richtet sich nach der Zahl der Haushaltsmitglieder.

Mehr als jeder zweite ehemalige Gastarbeiter ist von Altersarmut bedroht
Die Forscher griffen zur Bewertung der sozialen Situation der ehemaligen Gastarbeiter auf neue Daten der Deutschen Rentenversicherung und des Mikrozensus zurück. Die Analyse ergab, dass mehr als 40 Prozent der Migranten aus den ehemaligen Anwerbeländern im Rentenalter von Armut bedroht sind. Damit ist die Quote dreimal höher als bei deutschen Senioren. Besonders gravierend ist die Situation vieler türkischstämmiger Rentner, von denen mehr als die Hälfte (54,7 Prozent) von Altersarmut bedroht ist. Zum Vergleich: Von den deutschen über 65-Jährigen sind der Auswertung zufolge 12,5 Prozent durch Armut gefährdet.

Aus der Türkei stammende männliche Migranten über 65 Jahre erhalten hierzulande eine durchschnittliche Rente von 742 Euro, türkischstämmige Frauen kommen lediglich auf 363 Euro. Die aus Italien eingewanderten ehemaligen Gastarbeiter dieser Altersgruppe beziehen im Schnitt 963 Euro, während Italienerinnen 467 Euro erhalten. Die Durchschnittsrente deutscher Senioren beträgt dagegen 1.109 Euro und die der Rentnerinnen im Durchschnitt 572 Euro. Die Forscher führen als Gründe für die erhöhte Altersarmutsgefährdung ehemaliger Gastarbeiter unter anderem an, dass diese häufig nur gering bezahlte Beschäftigungen gefunden hätten. (ag)

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