Hartz IV macht chronisch krank

Mehr chronische Krankheiten bei Hartz IV Beziehern

Hartz IV Regelsätze vor dem Bundessozialgericht


24.06.2012

Die Bundesregierung gab nun erstmals in einer Antwort auf eine kleine Antwort der Bundestagsfraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ zu, dass Bezieher von Hartz IV-Leistungen häufiger an chronischen Krankheiten und psychischen Störungen leiden, als im Vergleich Erwerbstätige. „Ergebnisse auf der Basis von Daten der gesetzlichen Krankenkassen und des repräsentativen Gesundheitssurveys des Robert Koch-Instituts (RKI) deuten darauf hin, dass chronische Erkrankungen und Gesundheitsstörungen bei Arbeitslosen häufiger als bei Erwerbstätigen auftreten“, wie es in der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums hieß (Antwort, Bundesregierung: 17/9860).

Demnach haben Erwerbslose im Vergleich zu Arbeitnehmern ein „signifikant erhöhtes Morbiditätsrisiko“ bei zahlreichen Erkrankungen. „Zudem sind sie mit durchschnittlich 20,9 Krankheitstagen pro Jahr deutlich länger arbeitsunfähig als alle anderen Versichertengruppen der gesetzlichen Krankenversicherung.“

Erwerbslose Frauen sind mit 22,8 Tagen deutlich häufiger arbeitsunfähig als weibliche Angestellte (12,4 Tage). Dies gilt ebenso für erwerbslose Männer. Hier betragen die Werte 19,5 und 9,7 Tage. Der Erkrankungsschwerpunkt liegt bei Hartz IV Betroffenen bei den Muskel- und Skeletterkrankungen. 30,2 Prozent der AU-Tage (Arbeitsunfähigkeit) entfallen allein auf diese Erkrankungen. Jeder vierte AU-Tag (25 Prozent) wird inzwischen durch psychische Störungen verursacht. 2007 lag der Anteil der AU-Tage bei psychischen Erkrankungen noch bei 21 Prozent. Krankheiten des Kreislaufsystems verursachen insgesamt nur 5 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage, wobei ab einem Lebensalter von 45 Jahren ein deutlicher Anstieg zu beobachten ist, der erst bei den über 60-Jährigen wieder spürbar sinkt (BKK-Bundesverband, Gesundheitsbericht 2010). Insgesamt nehmen Beeinträchtigungen der körperlichen Gesundheit und des seelischen Befindens mit Dauer der Arbeitslosigkeit sukzessive zu (Robert Koch-Institut, GEDA Studie 2010).

Im Jahre 2011 hatte die Bundesagentur für Arbeit vermeldet, dass rund 330.000 Arbeitslosengeld II-Bezieher als chronisch bzw. dauerhaft krank gelten. Sie würden daher nur „bedingt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen“. Das IGES Institut ermittelt anhand einer wissenschaftlichen Studienarbeit, dass „Arbeitslosigkeit zu Stress eigener Art“ führt. Dadurch leiden viele Betroffene überdurchschnittlich häufig an psychischen Erkrankungen wie Depressionen. (sb)


Bild: Aka / pixelio.de

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