Rentenanpassung 2011 kein Ausgleich

Leichte Rentenerhöhung kein Ausgleich für Kaufkraftverlust

05.04.2011

„Die Volkssolidarität ist besorgt darüber, dass die Kaufkraftverluste bei den Renten weiter zunehmen“, erklärte der Präsident des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Prof. Dr. Gunnar Winkler, am Mittwoch. „Durch die vorgesehene Rentenanpassung von 0,99 Prozent werden die Rentnerinnen und Rentner noch mehr von der Wohlstandsentwicklung abgehängt.“ Der Verbandspräsident äußerte sich im Zusammenhang mit einer Stellungnahme des Verbandes für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zum Entwurf der Rentenwertbestimmungsverordnung 2011. Diese Verordnung, die von der Bundesregierung beschlossen wird, ist maßgeblich für die Rentenanpassung 2011.

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Winkler wies darauf hin, dass die gesetzlichen Renten durch eine Anpassung von 0,99 Prozent zum 1. Juli bei einer von führenden Wirtschaftsinstituten prognostizierten Preissteigerungsrate von zwei Prozent oder mehr für 2011 weiter an Wert verlieren. "Von einem spürbaren Plus für Rentnerinnen und Rentner bei der Rentenanpassung zum 1. Juli 2011 kann keine Rede sein. Effektiv muss man angesichts der steigenden Preise sowie der Belastungen bei Gesundheit und Pflege von einer Minusrunde sprechen." Die Stellungnahme der Volkssolidarität zeige, dass seit 2000 ein deutlicher Kaufkraftverlust der gesetzlichen Renten eingetreten ist. Die im Vergleich zur erwarteten Preissteigerungsrate niedrigere Rentenanpassung 2011 werde den bisher eingetretenen Realwertverlust der Renten weiter verstärken.

Winkler kritisierte die Abkopplung der Renten von der Lohnentwicklung durch die Dämpfungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel. "Außerdem zahlen die Rentner jetzt mit einer gekappten Rentenanpassung dafür, dass ihre Bezüge in der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht auch noch gekürzt wurden. Da diese Kappung der Rentenanpassung auch in den nächsten Jahren erfolgen soll, sehen wir wenig Grund für optimistische Prognosen. Wenn Altersarmut verhindert werden soll, sind Anstrengungen notwendig, damit die Renten nicht weiter an Wert verlieren, sondern mit den Löhnen Schritt halten können. Die Volkssolidarität fordert daher, die Kürzungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel abzuschaffen." (pm)

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