P-Konto: 1.500 Euro sind sicher

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Ab dem 1. Juli 2024 wird die pfändungsfreie Grenze auf 1.491,75 Euro angehoben. Bei einem Pfändungsschutzkonto rundet sich dieser Betrag auf 1.500 Euro auf. Diesen darf kein Gläubiger antasten.

Die erhöhte Pfändungsfreigrenze

Pfändungsfreigrenzen sollen es Schuldnern ermöglichen, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gläubiger dürfen dann nur das pfänden, was über diesem Betrag liegt.

Die Freigrenze sorgt nicht nur für ein Minimum an finanzieller Sicherheit, sondern soll Schuldner auch dazu motivieren, weiter zu arbeiten oder sich Arbeit zu suchen. Denn Menschen, denen ihr gesamter Arbeitslohn sofort wieder entzogen wird, könnten auch gleich zuhause bleiben.

Das P-Konto

Schuldner können ihr Girokonto in ein P-Konto umwandeln. Dieses Pfändungsschutzkonto sichert das dort liegende Geld bis zu einer gewissen Grenze. Dieses kann von Gläubigern nicht abgezogen werden.

Kontoguthaben, welches sich auf einem P-Konto befindet und innerhalb der Pfändungsfreigrenzen liegt, gehört nicht zur Insolvenzmasse (Paragraf 36 Abs. 1 InsO i. V. m. § 850 k ZPO).

Ein Insolvenzverwalter darf deshalb ein bestehendes P-Konto nicht auflösen, und er muss beim Einrichten eines P-Kontos nicht einbezogen werden.

Kein neues Konto

Für ein Pfändungsschutzkonto müssen Sie kein neues Konto eröffnen. Der Status des vorhandenen Girokontos wird angepasst, Bankleitzahl und Kontonummer bleiben dieselbe, und auf Kontoauszügen ist nicht notiert, dass es sich jetzt um ein P-Konto handelt.

Wann können Sie das Konto einrichten?

Generell können Sie immer ein Pfändungsschutzkonto beantragen. Sie müssen sich allerdings beeilen, wenn Gläubiger bereits die Vollstreckung gestartet haben. Dann bleiben Ihnen nur noch vier Wochen, um die Umwandlung des Kontos zu beantragen.

Kann die Bank sich weigern?

Der Paragraf 850 Absatz 7 ZPO verpflichtet Banken dazu, auf Wunsch des Kunden das bestehende Konto in ein P-Konto umzuwandeln.

Dürfen Sie mehrere P-Konten haben?

Nein, auch wenn Sie mehrere Konten führen, dürfen Sie nur eins davon in ein P-Konto verwandeln. Dieses muss einer Person zugeordnet werden, und deshalb können gibt es bei gemeinsam geführten Konten keinen Pfändungsschutz.

Was müssen Sie berücksichtigen?

Die Bank ist verpflichtet, die Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos der Schufa zu melden. Weitere Nachteile sind, dass Sie ein P-Konto nicht überziehen und keine Kreditkarte nutzen können.

Ein P-Konto lohnt sich deshalb vor allem, wenn Ihnen tatsächlich eine Kontopfändung droht.

Das P-Konto gewährt Freiraum

Das P-Konto ermöglicht Ihnen, trotz Schulden, mit Ihrem Geld zu haushalten. Wenn Sie nämlich in einem Monat den monatlichen Freibetrag nicht ausgeben, dann können Sie das restliche Geld auf die nächsten drei Monate übertragen.

So lassen sich sogar kurzfristig etwas größere Summen sparen, wenn Anschaffungen gemacht werden müssen.

Vorsicht allerdings: Nach Ablauf dieser Frist kann auch das Geld gepfändet werden, das aus vorhergehenden Freibeträgen stammt.

Warum sollten Schuldner ein P-Konto einrichten?

Das P-Konto gewährt den Schutz des pfändungsfreien Einkommens und rettet Ihre Kontoverbindung während eines Insolvenzverfahrens. Es ist die einzige Möglichkeit, den unpfändbaren Teil des Bankguthabens schon im Vorfeld eines Entschuldungsverfahrens vor den Gläubigern zu schützen.