Berufsberatung: Hartz IV Jugendliche diffamiert

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In Rheine wird bei der Berufsberatung zwischen "Hartz IV Jugendlichen" und jungen Menschen aus "normalen Familien" unterschieden

In Rheine wird bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur zwischen jungen Menschen, die aus sog. "Hartz IV Familien" entstammen oder Familien, deren Eltern berufstätig sind, unterschieden. In einem entsprechenden Anmelde Formular bei der Berufsberatung müssen die jungen Menschen unter anderem angeben, ob die Eltern ALG II beziehen. Auf dem Formular wird konkret die Frage gestellt: "Beziehen Sie oder Ihre Eltern Arbeitslosengeld II (HartzIV): Ja… Nein…" Erst nach dieser Frage wird nach dem Schulabschluss gefragt. Ist also der soziale Status wichtiger, als der Schulabschluss bei der Berufsberatung?

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass sich die Berufs- und Ausbildungschancen für junge Menschen aus prekären Verhältnissen sich zumeist schwieriger gestalten. Neu ist allerdings, dass diese ungleich verteilten Chancen nun bei der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit staatlich organisiert werden. Es ist wohl für die Arbeitsagentur entscheidend, aus welchen familiären Verhältnissen ein junger Mensch entstammt.

Auf Anfrage des Online Magazins "scharf links" bestätigte die Bundesagentur für Arbeit, dass das Formular der Arbeitsagentur Rheine nicht den allgemeinen BA Vorgaben entspricht."Der beigefügte Vordruck entspricht nicht den zentralen Vorlagen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Für die berufliche Beratung/ Orientierung ist es vollkommen unerheblich, ob der Jugendliche selbst oder seine Eltern Empfänger von Leistungen aus der Grundsicherung sind. Die BA hat den gesetzlichen Auftrag Berufsberatung und Berufsorientierung anzubieten. Wir werden die Agentur für Arbeit Rheine darauf hinweisen, dass der Vordruck nicht mehr zu verwenden ist und ausschließlich die zentralen Vordrucke zu nutzen sind."

Warum ist es überhaupt möglich, dass Arbeitsagenturen ihre eigenen Formulare zusammen stellt und diese noch nicht einmal den Vorgaben der Bundesagentur für Arbeit entsprechen. Es ist davon auszugehen, dass Rheine kein Einzelfall darstellt. (07.11.2009)

Hartz IV abschaffen?

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