Banken wuchern mit Dispo-Zinsen

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Fianztest: Banken wuchern mit Dispo-Zinsen.

(14.09.2010) Laut einer Studie der Stiftung Warentest verlangen in Deutschland ansässige Banken zum Teil hohe Überziehungszinsen (Dispositions-Zinsen). Teilweise berechnen die Banken bis zu 17 Prozent für Überziehung des Kontos. Insgesamt hat das Verbrauchermagazin „Finanztest“ 992 Banken und Sparkassen gestestet. In Deutschland existieren insgesamt 2121 Geldinstitute.

Die Banken nehmen teilweise horrende Zinsen für die Überziehung des Kontos. Laut Stiftung Warentest verlangen Banken wie die Targobank (ehemals Citibank) oder Santander Bank fast 17 Prozent für die Überziehung des Girokontos. Aber auch kleine Banken wie örtliche Sparkassen oder Genossenschaftsbanken verlangen bis zu 14 Prozent. Und das obwohl ansonsten die Zinsen derzeit extrem niedrig sind. So werden derzeit für die Finanzierung von Geschäften bei der Europäischen Zentralbank nur ein Prozent Zinsen verlangt. So kritisiert das Verbrauchermagazin „Finanztest“: "Zweistellige Dispozinsen sind sehr hoch, wenn sonst die Zinsen historisch niedrig sind"

Das löst vor allem bei den Kunden viel Unverständnis hervor. Denn so niedrig wie jetzt, war der europäische Leitzins noch nie. Die Europäische Zentralbank versucht derzeit mit extrem niedrigen Zinsen die durch die Finanzkrise gebeutelte Wirtschaft anzukurbeln. Kredite sind in der sogenannten Euro-Zone sehr günstig, um wirtschaftliche Finanzierungen zu ermöglichen. Ein weitere wesentlicher Punkt ist, dass durch die historisch niedrigen Zinsen Geldanlagen unattraktiv werden und statt dessen Kredite zur Ankurbelung der Wirtschaft vergeben werden sollen. Deshalb bekommen Bankkunden derzeit auch nur bis zu zwei Prozent Zinsen für Anlagen auf dem Tagesgeldkonto.

Doch was machen die meisten Banken? Sie befolgen zwar bei Tagesgeldkonten den niedrigen Leitzins, geben diesen aber nicht auch beim Dispo-Kredit weiter. Noch schlimmer wird es, wenn der Überziehungsrahmen über das Dispositions-Limit überschritten wird. Teilweise müssen dann Kunden über 20 Prozent zahlen. Damit verschulden sich Haushalte noch weiter und die Banken verdienen sich eine „goldene Nase“. Das grenze bereits an „Wucher“ wie Finanztest konstatiert. So nannte das Verbrauchermagazin die Konditionen verschiedener Genossenschaftsbanken in Nord- und Süddeutschland. Solche extrem hohen Zinsen auf Schulden sind ein großes Problem für diejenigen, die sowieso schon sehr wenig Geld zur Verfügung haben und deshalb teilweise das Konto überziehen müssen. Laut der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist jedes sechste Konto überzogen. Um so höher die Überziehung, um so höher auch die Gefahr von Überschuldung. Mit den wuchernden Überziehungszinsen tragen die Banken wesentlich bei. (gr)

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