Rentner protestiert für menschenwürdige Grundsicherung im Alter

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Immer mehr Menschen sind auf Grundsicherung im Alter angewiesen, weil die Rente nicht mehr zum Überleben reicht. Der Rentner Artur Streit hatte bereits Anfang 2020 eine Petition an den Bundestag eingereicht, die eine menschenwürdige Grundsicherung fordert. Mit einer aktuellen Online-Kampagne will er seine Forderung vor der Bundestagswahl unterstreichen.

Bundestagspetition für gerechtere Grundsicherung im Alter eingereicht

Die soziale Spaltung der Gesellschaft kommt auch im Alter deutlich zu Tage. 2020 waren 560.000 Senioren auf Grundsicherung im Alter angewiesen, um ihren Lebensunterhalt decken zu können. Die Zahl derjenigen, die Rente unterhalb des Existenzminimus erhalten, ist jedoch viel höher und steigt stetig. Vor allem Minijobber sind massiv von Altersarmut bedroht. Der Rentner Artur Streit, der selber von Grundsicherung betroffen ist, hatte daher Anfang letzten Jahres eine Petition an den Bundestag eingereicht.

Mittlerweile wurde ihm mitgeteilt, dass sich der Petitionsausschuss des Bundestages nach der Bundestagswahl mit der Petition befassen wird. Um seine Forderungen angesichts der anstehenden Wahl nochmals zu unterstreichen, hat Streit daher eine Online-Kampagne mit dem Titel „Menschenwürdige Grundsicherung für RentnerInnen – SOFORT! Statt Flaschensammeln!“auf dem Portal Change.org erstellt, die bereits fast 42.000 Menschen unterzeichnet haben.

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Grundsicherung im Alter soll zum Leben reichen

Streit fordert eine Erhöhung der Grundsicherung im Alter, die sich bisher an dem Hartz IV-Regelsatz von aktuell 446 Euro orientiert. Das reiche zum Leben nicht. Außerdem habe man im Alter gesundheitsbedingt höhere Ausgaben, die man sich so nicht leisten könne. Die soziale Teilhabe werde auf den wöchentlichen Bedarf der Tafel beschränkt. Stattdessen könne man sich im Fernsehen anschauen, wie andere leben, so der Rentner. Er zeigt sich verwundert darüber, warum die niedrigen Renten trotz des steigenden Anteils älterer Menschen in der Gesellschaft kein wirkliches politisches Thema sei. „Wie können die Menschen verdrängen, dass sie später in Armut leben werden?“, fragt er sich im Neuen Deutschland.

Außerdem kritisert Streit die zum Teil entwürdigende Behandlung durch Mitarbeiter des Sozialamtes. Der rentner fordert konkret mindestens 650 Euro Grundsicherung im Alter zusätzlich zu einer Warmmiete von mindestens 450 Euro, die Einführung eines Freibetrags von 300 Euro und eine freie Wohnortwahl. Denn genauso wie arbeitsfähigen Arbeitslosen ist es Menschen, die von Grundsicherung im Alter betroffen sind, gesetzlich verboten, sich länger als vier Wochen im Ausland aufzuhalten.

Bild: galitsin / AdobeStock

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