Rede und Antwort mit Inge Hannemann

Die mutige Jobcenter-Mitarbeiterin steht Rede und Antwort

23.07.2013

Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung des Sozialforums Herne und der Linkspartei zum Thema „Sanktionsapparat Jobcenter“ sprach Inge Hannemann über das aus ihrer Sicht menschenunwürdige System Hartz IV. Wie die zwangsbeurlaubte Jobcenter-Mitarbeiterin berichtete, sei es während ihrer Tätigkeit immer mehr darum gegangen, den Erwerbslosen Leistungsmissbrauch zu unterstellen.

Inge Hannemann kämpft gegen Willkür und Missstände in Jobcentern
Inge Hannemann kennt den Arbeitsalltag im Jobcenter. In ihrem privaten Blog macht sie regelmäßig auf Missstände in den Jobcentern und in dem Hartz IV System aufmerksam. Sie kämpft für die Rechte von Hartz IV-Betroffenen und fordert die Abschaffung aller Sanktionen gegen Leistungsberechtigte. All das hat dazu geführt, dass die mutige Jobcenter-Mitarbeiterin seit dem 22. April 2013 von ihrem Arbeitgeber, dem Jobcenter Hamburg-Altona, zwangsbeurlaubt wurde. Daraufhin klagte Hannemann gegen die Suspendierung und auf die Fortsetzung ihrer Beschäftigung. Das Verfahren läuft noch.

Hannemann spricht mittlerweile öffentlich in den Medien und auf Veranstaltungen über das aus ihrer Sicht menschenunwürdige System Hartz IV. Das Handelsblatt bezeichnete die mutige 44-Jährige als „Hartz-IV-Rebellin“. „Es ist kein Kampf, es ist ein Einstehen für Demokratie“, sagte Hannemann bei der Veranstaltung des Sozialforums und der Linkspartei am Buschmannshof in Wanne-Eickel. Das habe sie von ihren Eltern gelernt. „Jeder Mensch ist gleich!“

Bundespräsidenten und Arbeitsminister ignorierten Hannemanns Vorwürfe
Im Rahmen der Veranstaltung zum Thema „Sanktionsapparat Jobcenter“ stand Hannemann Rede und Antwort. Sie kennt die Arbeitsweise der Jobcenter seit 2005, als sie ihre Stelle in der Behörde antrat. Im Laufe der Zeit habe es immer schärfere interne Weisungen gegeben und die die Einsparpläne aus Berlin seien höher geschraubt worden. „Es ging immer stärker darum, Erwerbslosen Leistungsmissbrauch zu unterstellen“, erläuterte die zwangsbeurlaubte Jobcenter-Mitarbeiterin. Das habe große Zweifel in ihr geweckt.

Hannemann berichtete auch von der Enttäuschung darüber, dass Bundespräsidenten und Arbeitsminister nicht nicht auf ihre Briefe reagiert hätten, in denen sie ihre Zweifel und Vorwürfe schilderte.
Nach ihrer ersten Station in Wanne-Eickel folgen für Hannemann weitere Auftritte in Köln, Gelsenkirchen, Duisburg und Essen. (ag)

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