Elterngeld: Vom Sein & Schein der Familienpolitik

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Vom Sein und Schein unserer Familienpolitik
Ein Leserbeitrag von Monika H.

Nun ist es endlich da, das neue Elterngeld. Ein Segen für alle werdenden Eltern. Die Chancen zu mehr Kindersegen in Deutschland, sind nach Aussagen der Politiker um vieles gestiegen. Wirklich? Sehen wir uns doch mal die Realität an: Vom neuen Elterngeld profitieren nur Besserverdienende, aber auch nur dann, wenn nach dem Erziehungsurlaub weiter gearbeitet werden kann. Dazu gehören eine Betreuungsmöglichkeit und ein Arbeitgeber , der auch mal Fehltage der Mutter durch Krankheit des Kindes in Kauf nimmt. Fehlt eines von diesen Bedingungen, folgen finanzielle Einbußen für die betroffene Familie, die beim Wegfall eines Verdienstes, schon Existenz bedrohend sein kann.

Viele Paare wissen das und fallen auf die plumpe Masche der scheinbaren Familienfreundlichkeit nicht herein. Um Kinder in die Welt zu setzen, bedarf es mehr als ein Jahr Elterngeld. Zum Beispiel eine Zukunft für Eltern und Kinder. Angefangen bei Chancenlosigkeit vieler Jugendlicher bei der Ausbildungsplatzsuche, bis zur Übernahme nach der Ausbildung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Später kommt eine vergebliche Stellensuche, bis hin zum ALG II-Bezug hinzu. Dann ist es in den Augen der Steuern zahlenden schon wieder verantwortungslos, unter diesen Bedingungen Kinder in die Welt zu setzen. Zumal die Arbeitsplatzsuche für die Mutter nahezu aussichtslos ist. Nicht nur finanzielle Nöte kommen dann hinzu, es folgen Ausgrenzung und Diskriminierung. Oft brechen Familien unter diesem Druck auseinander, einen Ausweg gibt es auf Grund fehlender Arbeitsplätze nicht. Und ich spreche hier nicht von den so genannten "Jugendlichen mit niedrigen Bildungsniveau". Das haben viele junge Leute erkannt, sie verzichten zu Gunsten der Arbeit auf Kinder. Die Paare, die auf Grund Ihres Kinderwunsches sozial in den Abgrund gezogen wurden (ALG II), müssen sich nun sagen lassen "die Kinder auf Staatskosten großzuziehen". Wer nicht ganz weltfremd ist weiß aus der Vergangenheit und Gegenwart, dass gerade die Mittellosen in vielen Ländern Kinder in die Welt setzen. Meist reicht es gerade zum Überleben und doch bekommen sie Kinder. Vielleicht weil sie materiell nichts zu verlieren haben? Für Eltern die erwerbslos sind, oder die Einkommen am Existenzminimum beziehen, ist das Elterngeld nicht gedacht. Für sie hat sich die Chance, ein Kind großziehen zu können ,finanziell dramatisch verschlechtert. Ihnen steht nun bloß noch die Hälfte des vorherigen Erziehungsgeldes zur Verfügung , da sich der Bezugszeitraum halbiert hat. Sicher nicht ohne Grund. In unserer "familienfreundlichen Gesellschaft" sollen sich die armen, am sozialen Abgrund stehenden Menschen, nicht unkontrolliert vermehren. Unser Sozialstaat kann das nicht mehr bezahlen.

Arbeitslosigkeit ist in den Augen der Politiker vererbbar. Sicher wird auch bald das dafür "verantwortliche Gen" gefunden. Das beste Beispiel sind Studien, die belegen : "Viele Sozialhilfeempfänger beziehen die Hilfe schon in dritter Generation". Wenn es nicht an den Genen liegt, dann an der Vorbildwirkung der Eltern. Die Kinder finden es ganz toll , auf vieles verzichten zu müssen , das Gefühl zu haben, minderwertig zu sein und soziale Kälte ihrer Mitmenschen erfahren zu dürfen. An solchen "Sozialschmarotzern" ist doch jeder Arbeitsplatz verschwendet. Schade, das die Wiedervereinigung erst 17 Jahre her ist. Es reicht noch nicht um diese Theorie zu untermauern. Und dass, wo gerade im Osten Deutschlands die meisten "Sozialschmarotzer" leben. Dem muss man beizeiten entgegenwirken. Mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit in Talkshows und entsprechenden Berichten in den Medien wird es sicher bald gelingen. Kinder sind die Zukunft einer Gesellschaft. In Ländern wie Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen hat man das erkannt! Deutschland braucht keine Kinder, sondern materiell orientierte "egoistische Konsumenten". Sie sollen nicht über den Sinn des Lebens nachdenken, sondern nur dazu dienen, das Vermögen und die Macht der Reichen dieses Landes weiter zu erhöhen. Wenn diese Rechnung aufgeht, ist unsere Gesellschaft am Ende. Denn sie wird das Ernten, was sie gesät hat! (Monika H., 13.02.07)

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