Mehr Rente mit Minijob – Lohnt sich das?

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Minijobs sind seit 2013 in der gesetzlichen Rentenkasse versicherungspflichtig. Arbeitgeber zahlen eine Pauschale für beschäftigte Minijobber.

Die Jobber selbst leisten einen eigenen Rentenbeitrag. Lohnt sich dieser, um die Rente zu erhöhen? Welche Vorteile bietet ein Minijob für die gesetzliche Altersrente?

Müssen Minijobber in die Rentenkasse einzahlen?

Bei einem Verdienst bis zu 400 Euro können Minijobber darauf verzichten, ihren Teil zum Rentenbeitrag zu zahlen, wenn sie es dem Arbeitgeber melden. Bei mehreren Minijobs werden die einzelnen Verdienste addiert, und auch hier gilt die Grenze von 400 Euro.

Minijobber müssen die Befreiung beantragen

Minijobber konnen sich ohne weitere Bedingungen von ihrem Eigenbetrag zur Rente befreien lassen. Diesen Wunsch müssen sie allerdings ihrem Arbeitgeber in einem schrfitlichen Antrag mittteilen. An die Rentenversicherung geht dann nur noch der Pauschalbetrag des Arbeitgebers.

Einmal befreit heißt immer befreit

Wichtig ist: In einem Minijob heißt “einmal berfreit immer befreit”. Sie können sich also im selben Minijob nicht erst von der Versicherungspflicht befreien lassen und Monate später entscheiden, doch in die Rentenkasse einzuzahlen.

Bei einem neuen Minijob gilt jedoch von Anfang an wieder ihr monatlicher Rentenbeitrag, bis Sie dort einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht stellen.

Lohnen sich die Rentenbeiträge finanziell?

Die Deutsche Rentenversicherung informiert: “Bei einem Monatsverdienst von 538 Euro steigt die monatliche Rente nach einem Jahr im Minijob derzeit um etwa 5 Euro.”

Ein Brot mehr im Monat ist nicht gerade die Welt. Eine große Steigerung der Rente können Sie also durch Rentenbeiträge während des Minijobs nicht erwarten.

Wie hoch ist der Rentenbeitrag für Minijobber?

Der monatliche Rentenbeitrag beim Minijob liegt deutlich über dem, was Sie später als Plus auf der Rente haben. Laut der deutschen Rentenversciherung zahlen Minijobber bei einem Monatsverdienst von 450 Euro 16,20 Euro, das sind die 3,6 Prozent, die sie zu den 15 Prozent Pauschalbetrag ihres Arbeitgebers beisteuern.

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Minijobs und Erwerbsminderung

Die “Minierhöhung” der späteren Rente ist aber nicht der wesentliche Grund, warum Minijobs in Bezug auf Renten eine Bedeutung haben. Wichtiger als die Höhe der Rentenbeiträge ist, dass die Rentenversicherung diese zählt.

Bei Invalidität bedeutet das: Die Eigenbeiträge von Minijobbern zählen für die fünf Jahre Wartezeit und die drei durchgehenden Jahre Pflichtbeiträge innerhalb der letzten fünf Jahre, die Voraussetzung für eine Erwerbsminderungsrente sind.

Die Rentenversicherung erklärt: “Durch einen versicherungspflichtigen Minijob kann der Versicherte eine bereits erworbene Absicherung bei Erwerbsminderung aufrechterhalten.”

Bei unvorhergesehenen Geschehen wie einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit ist die Voraussetzung für eine Erwerbsminderungsrente bereits bei einem einzigen gezahlten Beitrag an die Rentenkasse gegeben.

Der Minijob wird angerechnet

Was für die Erwerbsminderungsrente gilt, das gilt ebenso für die Altersrente. Rentenbeiträge bei Minijobs werden für die Wartezeit bei der gesetzlichen Altersrente angerechnet.

Minijobs können so Lücken füllen, um mit 35 Jahren Wartezeit als langjährig Versicherter begünstigt zu werden oder sogar mit 45 Jahren Wartezeit als besonders langjährig Versicherter.

Informieren Sie sich

Sollten sich Minijobber also von der Zahlung des Eigenbetrags zur Rente befreien lassen oder nicht? Letztlich entscheiden Sie das selbst. Informieren Sie sich, prüfen Sie Ihre angerechneten Rentenzeiten und bedenken Sie, dass bei einer Befreiung von der Rentenversicherung auch eine bereits erworbene Absicherung im Invaliditätsfall ungültig wird.