Gas- und Strompreise steigen nochmals stark – und kein Ende in Sicht

Eine aktuelle Auswertung des Verbraucherportals “Verivox” zeigte, dass sich die Preise für Strom und Gas noch einmal um rund 19,5 Prozent erhöhen werden. Besonders betroffen seien die Grundversorger.

Schon jetzt müssen Verbraucher und Verbraucherinnen Höchstpreise für Strom und Gas zahlen. Im Besonderen sind Haushalte von den ausufernden Energiekosten betroffen, die Grundsicherungs- bzw. Hartz IV Leistungen beziehen. Hier müssen die Stromkosten von den Regelleistungen gezahlt werden, ohne dabei Zuschüsse von den Jobcentern zu erhalten.

Rasanter Anstieg der Strompreise

Im April 2022 liegt der durchschnittliche Strompreis aktuell bei 43,42 Cent/kWh. Vor 12 Monaten lag der durchschnittliche Strompreis noch bei 29,28 Cent/kWh.

Gaspreise um 135 Prozent verteuert

Beim Gas kletterte die Teuerungsrate noch weiter nach oben. Eine exemplarische Familie mit einem durchschnittlichem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden musste im letzten Jahr noch 1184 Euro pro Jahr zahlen. Heute sind es derzeit 2787 Euro. Damit hat sich Gas um 135 Prozent verteuert.

Weiterer Anstieg angekündigt

Allerdings ist kein Ende in Sicht. Die ohnehin auf Rekordniveau liegenden Energiekosten sollen in den Monaten April, Mai und Juni noch einmal stark steigen, wie das Vergleichsportal Verivox mitteilte. Dabei beziehen sich die Energieexperten auf Mitteilungen der Energieversorger.

Stromtarife steigen um 19,5 Prozent an

Für die benannten drei Monate haben unterschiedliche Grundversorger, in deren Versorgungsgebiet etwa 13 Millionen Haushalte fallen, beim Strom 166 Preisanpassungen angekündigt. Im Ergebnis verteuern sich die Tarife im Durchschnitt um 19,5 Prozent.

Als Grund hierfür nannte Energie-Experte Thorsten Storck, dass sich die Preise im Großhandel für die Stromversorger innerhalb eines Jahres verdreifacht haben. Zwar fällt Mitte 2022 die EEG-Umlage weg, dieses könnte jedoch nur den Preisanstieg “leicht abmildern”.

Gaspreise steigen um 42,3 Prozent

Gas soll sich laut Expertem im zweiten Quartal in den Tarifen um 42,3 Prozent verteuern. Hier registrierte “Verivox” 118 Preiserhöhungen von Grundversorgern in dem Vergleichsgebiet von rund 6 Millionen Haushalten.

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„Alle Gasanbieter in Deutschland haben mit historisch hohen Einkaufspreisen zu kämpfen“, sagt Verivox-Experte Storck. „Der Krieg in der Ukraine und ein möglicher Gas-Lieferstopp verschärfen die Situation noch zusätzlich.“ Verbraucher/innen müssten sich daher auf weitere Preiserhöhungen bei Strom und Gas einstellen.

Verbrauchern bleibt nur Sparen oder Tarifwechsel

Es gibt nicht viele Möglichkeiten, Strom und Gas effektiv zu sparen. Neben Tips, wie das Ausstellen von Standby-Geräten, könnte auch an eine Halbierung der Duschzeit gedacht werden, rät das Verbraucherportal.
Wer jeden Tag duscht und 8 Minuten lang unter einer normalen Brause steht, zahlt bei den aktuellen Gaspreisen (13,94 Cent/kWh im April 2022) dafür rund 276 Euro pro Jahr.

Duschzeit halbieren

Wird die Duschzeit halbiert, können rund 138 Euro pro Jahr eingespart werden. Vor einem Jahr lag der durchschnittliche Gaspreis noch bei 6,29 Cent/kWh und die jährlichen Kosten bei 188 Euro. Eine Halbierung der Duschzeit hätte damals 94 Euro eingespart.

Wird das warme Wasser mit Strom erwärmt, was in ungefähr 20 Prozent der deutschen Haushalte der Fall ist, liegen die jährlichen Kosten für die tägliche 8-Minuten-Dusche bei 611 Euro pro Jahr.

Wer die Duschzeit auf 4 Minuten reduziert, spart damit rund 306 Euro im Jahr. Im April 2021 lag die mögliche Einsparung durch die Halbierung der Duschzeit noch bei 225 Euro.

Anbieterwechsel mit Bedacht

Eine weitere Möglicheit, die Teuerungsrate zu senken, ist der Wechsel zu einem anderen Anbieter. Dabei sind aber zahlreiche Details zu beachten, damit am Ende aus einer Ersparnis nicht eine Verteuerung wird. Lesen Sie dazu: Stromanbieterwechsel: Mit diesem Trick locken Anbieter in die teure Falle

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