Rente: Wird die Rente 3 Monate nach dem Tod weitergezahlt?

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Der Tod eines Rentenbeziehers bringt eine Vielzahl an organisatorischen und bรผrokratischen Herausforderungen mit sich.

Um die Angelegenheiten nach dem Tod eines Rentenempfรคngers korrekt zu regeln, sind mehrere Schritte erforderlich. Hierbei wird oft die Frage gestellt, wie lange die Rente und das Pflegegeld gezahlt werden. Wir geben Antworten!

Warum ist eine schnelle Meldung des Todesfalls wichtig?

Nach dem Tod eines Rentenbeziehers sollte der Sterbefall umgehend beim Renten Service der Deutschen Post gemeldet werden. Diese Meldung ist entscheidend, um รœberzahlungen zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Rentenansprรผche korrekt abgewickelt werden.

Das Standesamt stellt fรผr die Abmeldung bei der Rentenversicherung ein spezielles Exemplar der Sterbeurkunde aus.

Falls das Bestattungsunternehmen diese Aufgabe nicht รผbernimmt, ist es am einfachsten, die Abmeldung persรถnlich in einer Postfiliale vorzunehmen. Dazu benรถtigen Sie den Rentnerausweis des Verstorbenen oder eine Mitteilung รผber die Rentenleistungen sowie die Sterbeurkunde.

Wie lange wird die Rente nach dem Tod weitergezahlt?

GemรครŸ ยง 102 Absatz 5 SGB VI wird die Rente eines Verstorbenen bis zum Ende des Kalendermonats gezahlt, in dem der Tod eingetreten ist.

Das bedeutet, dass alle gesetzlichen Renten, die der Betroffene zuletzt erhalten hat, bis zum Ende des Todesmonats gezahlt werden.

Diese Gelder gehen in die Erbmasse ein und kรถnnen zur Deckung anfallender Kosten genutzt werden. Hรคufig kommt es vor, dass bei einem Todesfall am Monatsende auch noch im Folgemonat Rentenzahlungen erfolgen.

Diese zuviel gezahlten Betrรคge werden normalerweise automatisch zurรผckgebucht. Daher empfiehlt es sich, das Konto des Verstorbenen noch fรผr eine gewisse Zeit bestehen zu lassen, um Rรผckbuchungen zu ermรถglichen.

Welche Ansprรผche hat der hinterbliebene Partner?

Fรผr den hinterbliebenen Ehe- oder Lebenspartner gilt die Regelung des sogenannten Sterbevierteiljahrs. Innerhalb der drei Monate nach dem Tod des Rentenbeziehers gelten bei der Witwenrente Sonderregelungen.

In dieser Zeit erhalten selbst finanziell gut situierte Witwen oder Witwer die Hinterbliebenenrente, vorausgesetzt, der Verstorbene bezog eine Altersrente oder erfรผllte die Anspruchsvoraussetzungen.

Die Hinterbliebenenrente wird in dieser Zeit in voller Hรถhe der gesetzlichen Rente des Verstorbenen gewรคhrt. Praktisch bedeutet dies, dass die Altersrente nicht nur im Sterbemonat, sondern auch in den folgenden drei Monaten in voller Hรถhe weitergezahlt wird.

Was ist der Sterbequartalsvorschuss?

Nach dem Tod eines Rentenbeziehers kรถnnen auf den hinterbliebenen Ehe- oder Lebenspartner zahlreiche finanzielle Lasten zukommen.

Daher zahlt die Rentenversicherung auf Antrag die drei vollen Monatsrenten, die der Witwe oder dem Witwer zustehen, auf einmal aus. Diese Regelung, oft als Sterbevierteljahr bezeichnet, heiรŸt offiziell Sterbequartalsvorschuss.

Die Einmalzahlung muss innerhalb von 30 Tagen nach dem Tod beim Renten-Service der Deutschen Post beantragt werden. Wird der Antrag nicht gestellt, erhรคlt der Hinterbliebene die drei Renten als monatliche Einzelzahlungen.

Erst nach dem Sterbevierteiljahr greifen die eigentlichen Regeln der Hinterbliebenenrente, wobei dann nur ein Teil der Rente des Verstorbenen gezahlt wird.

Bei der groรŸen Witwenrente sind dies 60 beziehungsweise 55 Prozent der Altersrente des Verstorbenen, wobei Einkommen der Witwe oder des Witwers auf die Rente angerechnet wird.

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Wir lange wird das Pflegegeld nach dem Tod gezahlt?

Die meisten Verstorbenen haben zuletzt Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. Angehรถrige mรผssen die Pflegeversicherung รผber den Tod des Betroffenen informieren, falls diese Aufgabe nicht von einem Bestattungsunternehmen รผbernommen wird.

Nach dem Tod stehen Erben unter Umstรคnden noch Zahlungen der Pflegeversicherung zu, insbesondere wenn der Verstorbene Pflegegeld erhielt, weil er รผberwiegend von Angehรถrigen gepflegt wurde. Das Pflegegeld wird fรผr den vollen Todesmonat gezahlt, auch wenn der Tod am Monatsanfang eintrat. Bereits รผberwiesenes Geld muss nicht zurรผckgezahlt werden.

Tipp: Achten Sie auf Nachzahlungen des Pflegegelds

Wenn sich die gesundheitliche Situation des Verstorbenen in den letzten Monaten verschlechtert hat und eine Hรถherstufung des Pflegegrads beantragt wurde, besteht mรถglicherweise Anspruch auf Nachzahlungen. Diese Mรถglichkeit sollten Sie im Auge behalten und gegebenenfalls bei der Pflegekasse nachfragen. Erben mรผssen in solchen Fรคllen unter Umstรคnden einen Erbschein vorlegen.

Was gilt bei Pflege-Rechnungen, die nach dem Tod eingehen?

Erben รผbernehmen nicht nur das Vermรถgen, sondern auch die Verbindlichkeiten des Verstorbenen. Sie mรผssen daher eingehende Rechnungen bezahlen, es sei denn, sie schlagen das Erbe aus. Das Erbe kann dadurch deutlich gemindert werden.

Die Pflegeversicherung erstattet jedoch auch Rechnungen, die nach dem Tod des Pflegebedรผrftigen eingehen, etwa fรผr Hilfsmittel, Verhinderungspflege, den Entlastungsbetrag und Leistungen zur Wohnungsanpassung.

Diese Erstattungsleistungen kรถnnen innerhalb von zwรถlf Monaten nach dem Tod des Pflegebedรผrftigen bei der Pflegekasse eingereicht werden.

Rechnungen eines Pflegedienstes, die รผber das gesetzliche Sachleistungsbudget hinausgehen, werden jedoch auch nach dem Tod des Pflegebedรผrftigen nicht erstattet und mรผssen aus dem Erbe beglichen werden.