Immer mehr Hartz IV Aufstocker

In Deutschland müssen immer mehr Menschen ihr Einkommen mit Hartz IV aufstocken

13.05.2011

Ein weit verbreiteter Irrtum vieler ist, dass nur Erwerbslose Hartz IV Leistungen beziehen. Wer von seinem Lohn sich und seine Familien nicht ernähren kann, hat einen Anspruch auf aufstockende Hartz IV Leistungen. Nach Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit ist die Gesamtzahl der Aufstocker im letzten Jahr auf 1,383 Millionen Menschen angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein Anstieg von 4,4 Prozent. Seit 2007 ist sogar ein Anstieg von satten 13 Prozent zu beobachten.

Viele Unternehmen nehmen Aufstocken bewusst in Kauf
Nach Meinung der Bundesagentur sind die Gründe für den deutlichen Anstieg vielfältig. Zum einen gebe es immer mehr Firmen die bewusst einen geringes Entgelt bezahlen und quasi damit rechnen, dass der Rest mit Hartz IV Leistungen aufgestockt wird. Besonders stark ist ein Anstieg bei den Teilzeit-Arbeitsverhältnissen und Minijobs, aber auch bei den Selbstständigen (sog. Freelancer) zu verzeichnen. Auffallend ist, dass es in ostdeutschen Bundesländern mit fünf Prozent aller Arbeitnehmer deutlich mehr Hartz IV Aufstocker gebe als im Westen, wo es lediglich 2,1 Prozent sind.

Niedriglöhne vor allem bei der Zeitarbeit und im Dienstleistungsgewerbe
Vielfach müssen Menschen in der Leiharbeit (11,8 Prozent), in der Gastronomie (8,5) und bei anderen Dienstleistungsberufen wie Friseure zusätzliche ALG II Leistungen beantragen. Um eine Aufstockung zu verhindern, plädieren Gewerkschaften, Oppositionsparteien und Sozialverbände schon länger einen gesetzlichen Mindestlohn der flächendeckend gilt. (sb)

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