Rente: Grundsicherung im Alter oder Grundrente?

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Die Begriffe Grundsicherung im Alter oder Grundrente bei der Altersrente führen leicht zur Verwirrung. Obwohl sie sich nahezu gleich anhören, bezeichnen sie jeweils etwas gänzlich anderes.

Rentenbeiträge oder Sozialleistung

Die Grundrente, genauer gesagt, der Grundrentenzuschlag, ist nämlich eine Versicherungsleistung, bei der Rentenzeiten und Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse berücksichtigt werden. Die Grundsicherung im Alter ist hingegen wie Sozialhilfe und Bürgergeld eine staatliche Sozialleistung.

Grundsicherung gibt es ohne Rentenbeiträge

Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist eine staatliche Fürsorgeleistung, zu der das Sozialstaatsprinzip des Grundgesetzes verpflichtet. Sie springt wie andere staatliche Fürsorge (zum Beispiel Bürgergeld) dann ein, wenn die Betroffen aus eigenen Mitteln ihr Existenzminimu nicht finanzieren können.

Staatliche Fürsorgeleistungen unterscheiden sich von Versicherungsleistungen gerade darin, dass Sie für diese keine Gegenleistung erbracht haben. Kurz gesagt: Eine Versicherung, egal, ob Unfall-, Kranken- oder Rentenversicherung zahlt Sie im Fall der Fälle aus, weil Sie zuvor eingezahlt haben.

Eine staatliche Fürsorge tritt hingegen nicht in Kraft, weil ein Bürger eingezahlt hat, sondern weil ein Mensch hilfebedürftig ist. Es zahlt der Staat, also die Gesamtheit der Steuerzahler.

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Grundsicherung bedeutet Bedürftigkeit

Wie auch beim Bürgergeld gibt es einen Anspruch auf Grundsicherung im Alter nur bei Bedürftigkeit. Dafür wird Ihr Vermögen und Einkommen geprüft. Nur wenn dies unter einer kritischen Grenze liegt, sind Sie berechtigt, Grundsicherung zu beziehen.

Das Einkommen des Partners wird dabei einbezogen. Verdient Ihre Ehefrau oder Ihr eingetragener Lebenspartner so gut, dass Sie über die gesetzte Armutsgrenze kommen, dann gibt es keine Grundsicherung im Alter.

Die Grundsicherung fällt nicht üppig aus, denn ebenso wie das Bürgergeld reicht die Pflicht des Sozialstaats nur so weit, das soziale und ökonomische Existenzminimum für Bedürftige zu sichern – mehr aber auch nicht.

Im Unterschied zu gesetzlichen Renten, zu denen auch der Grundrentenzuschlag gehört, müssen Sie weder in die Versicherungskasse einzahlen noch eine Wartezeit erfüllen, um Anspruch auf Grundsicherung zu bekommen.

Der Grundrentenzuschlag gehört zur gesetzlichen Rente

Die seit drei Jahren gültige Grundrente ist keine Sozialleistung. Wer Grundrente erhalten kann, muss lange in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt haben, ebenso wie andere langfristig Versicherte auch. Sie wurde ausdrücklich eingeführt, um die Rente von Menschen aufzustocken, die lange in die Rentenkasse einzahlten und trotzdem nur wenig Rente im Alter bekommen.

Das gilt besonders für Menschen in langjähriger geringfügiger Beschäftigung, für Versicherte in Teilzeit, Versicherte in schlecht bezahlten Jobs, für Menschen, die viel Zeit mit Kindererziehung und Pflege von Angehörigen verbrachten. Es handelt sich also nicht um eine eigenständige Rente, sondern um einen Zuschlag zur eigentlichen Rente. Dieser wird individuell berechnet.

Ein Beispiel mit einem Mindestlohn von 12,00 Euro veröffentlichte 2023 der DGB: “Die Aufwertung geringer Rentenansprüche aus langjähriger Beitragszahlung sichert den Beschäftigten regelmäßig eine Rente über der Grundsicherung. Mit der neuen Grundrente gibt es nach 45 Jahren Arbeit in Vollzeit, zum (…) Mindestlohn von 12 Euro, rund 1.060 Euro Rente. Ohne die vorgesehene Grundrente wären es nur 860 Euro.”

Wann gibt es die Grundrente?

Den Grundrentenzuschlag gibt es zu Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten, Hinterbliebenenrenten und Erziehungsrenten. Ein Anspruch entsteht erst bei mindestens 33 Jahren Grundrentenzeiten in der Deutschen Rentenversicherung.

Antrag auf Grundsicherung, bei Grundrente läuft die Prüfung automatisch

Es gibt einen weiteren wichtigen Unterschied. Eine Grundsicherung im Alter müssen Sie beantragen und begründen. Der Grundrentenzuschlag wird hingegen von der Deutschen Rentenversicherung und den jeweiligen Finanzämtern automatisch geprüft. Wenn Sie zu den 4,3 Prozent der Rentner und Rentnerinnen gehören, die diesen Anspruch haben, dann wird die Grundrente direkt der eigentlichen Rente zugeschlagen.