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Hartz IV führt zu Billiglohn

DGB-Studie: Niedriglohnsektor gestiegen

Über eine halbe Million Menschen müssen mit Hartz IV aufstocken

11.01.2012

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB müssen 560.000 Menschen trotz einer Arbeitsstelle ihren Lohn mit Hartz IV aufstocken, um nicht unter das Existenzminimum zu fallen.

Der Arbeitsmarktexperte des DGB, Wilhelm Adamy, erklärte gegenüber der Zeitung „Junge Welt“, dass der Niedriglohnsektor in Deutschland massiv gewachsen ist. Allerdings ist die Zahl der betroffenen Vollzeitbeschäftigten leicht zurückgegangen, da es den Gewerkschaften gelungen war, in 11 Branchen einen Mindestlohn durchzusetzen. „Für die Familien gibt es einen Kinderzuschlag, der die Hartz-IV-Bedürftigkeit mitunter verhindert.“ Auffällig ist, dass der Anteil der Teilzeitbeschäftigten mit Hartz IV deutlich angestiegen ist. In ganz Deutschland müssen immerhin 2,5 Prozent aller Arbeitnehmer ihr Einkommen mit Hartz IV aufstocken.

Insbesondere sind Branchen betroffen, die im Binnengewerbe tätig sind, wie beispielsweise im Handel oder Dienstleistungssektor. „Im Gaststättengewerbe müssen rund acht Prozent noch Hartz IV leben. Etwa jeder zehnte Leiharbeiter musste 2010 mit staatlicher Unterstützung beantragen.“ so der Arbeitsmarktexperte gegenüber der Zeitung. Laut Studienergebnisse hat rund die Hälfte der erwerbstätigen Hartz-IV-Bezieher nicht mehr als 6,50 Euro in der Stunden erhalten. Jeder vierte Betroffene hat sogar für weniger als 5 Euro pro Stunde gearbeitet. Gravierende Unterschiede bestehen auch bei Männern und Frauen: Männer bekamen durchschnittlich 7,30 Euro (Ostdeutschland 6,70 Euro) und Frauen erhielten im Westen nur sechs und mit Osten Deutschlands nur 5,60 Euro durchschnittlich (Erhebungen 2008/2009). Laut DGB subventioniert der Staat die Aufstockung mit jährlich vier Milliarden Euro. Steuergelder für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht gerecht entlohnen. (sb)

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