Rente 67: Unsozial, unsensibel, unakzeptabel

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"Die Volkssolidarität weist die Forderung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble nach einer weiteren Anhebung der Altersgrenze für die Rente über das 67. Lebensjahr hinaus entschieden zurück. Sie ist zutiefst unsozial, weil sie darauf hinausläuft, dass immer mehr Menschen Beiträge bezahlen sollen, ohne dafür im Alter eine einigermaßen angemessene Gegenleistung zu erhalten." Das erklärte der Präsident der Volkssolidarität, Prof. Gunnar Winkler, am Dienstag in Berlin zu Äußerungen von Bundesinnenminister Schäuble im Magazin "Cicero".

Die Volkssolidarität halte die Forderung von Schäuble für "brandgefährlich für die Glaubwürdigkeit der gesetzlichen Rente". Diese Forderung ignoriere, dass viele Ältere die durchschnittliche Rentenlaufzeit von heute knapp 17 Jahren gar nicht erreichen, sondern oftmals deutlich früher sterben, vor allem ältere Arbeitslose und Einkommensschwache. Bei dieser Gruppe sei die Lebenserwartung um sieben Jahre geringer als bei Besserverdienenden. "Dies ist ein Grund dafür, dass wir das jetzt anstehende Gesetz für die Rente mit 67 ablehnen. Das gilt erst recht für die weitergreifende Forderung von Schäuble."

Winkler kritisierte die von Schäuble geäußerte Ansicht, dass eine weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit "wahrscheinlich das wirksamste Vorsorgeprogramm gegen Demenz" sei. Wer so argumentiert, müsse sich nicht über den Vorwurf wundern, gegenüber den Betroffenen unsensibel zu sein. "Wir sagen ja zu einem aktiven Leben im Alter. Aber wir sagen Nein zu einer gesetzlich erzwungenen Altersgrenze bei der Rente als Therapieinstrument. Das ist nicht nur absurd und kontraproduktiv, sondern auch geschmacklos."

Der Präsident der Volkssolidarität stellte klar: "Die Äußerungen von Herrn Schäuble sind für uns unakzeptabel. Sie tragen dazu bei, die Menschen zu verunsichern und den Sozialabbau zu beschleunigen. Solche Weihnachtsbotschaften sind mehr als überflüssig."

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