Mythos von der Förderung: Hartz IV bedeutet oft Langzeitarbeitslosigkeit

Teilen
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Hartz IV war unter dem Motto „Fordern und Fördern“ angetreten. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen zeigt jedoch, dass das System Armutsstrukturen festigt und die Erzählung von der Förderung ein Mythos ist.

Hunderttausende Langzeitarbeitslose in Hartz IV gefangen

Eine Anfrage an das Bundesarbeitsministerium hat ergeben, dass jeder sechste Betroffene von Hartz IV bereits mindestens zehn Jahre von Armut betroffen ist. Demnach gibt es zurzeit 5,32 Millionen Betroffene.

Davon sind 1,19 Millionen weniger als ein Jahr arbeitslos, während 924.000 bereits über zehn Jahre in Hartz IV stecken. Besonders erschreckend ist, dass 467.000 Betroffene bereits seit der Einführung des Hartz IV-Systems 2005 im Leistungsbezug stehen.

Lesen Sie auch:
Abfindungen nach Corona-Kündigungen oft zu niedrig – Das ist zu tun!
Hartz IV: Muss das Jobcenter auch Kabelfernsehen zahlen?
Schlimme Schufa-Drohung: Inkassobüro wurde gestoppt

Repressionen ohne nachhaltige Vermittlung

Angesichts der Tatsache, dass die Jobcenter in dem sanktionsbewährten Repressionssystem Hartz IV keine nachhaltige Vermittlung nach den Kenntnissen und Interessen der Betroffenen betreiben, sondern allein eine zügige Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt für die Statistik zählt, sind diese Zahlen keine wirkliche Überraschung.

Tatsächlich haben die Jobcenter ihre Weiterbildungsangebote über die letzten Jahre abgebaut. Nur zwei Prozent der Hartz IV-Bezieher erhalten überhaupt eine Weiterbildung. An sinnfreien aufgezwungenen Maßnahmen mangelt es jedoch nicht. Im Fordern sind die Jobcenter Spitze. Fördern findet nahezu überhaupt nicht statt. Die Erzählung vom „faulen Hartzer“ basiert nicht auf der Arbeitsbereitschaft der Betroffenen, sondern auf dem System Hartz IV, in dem die Jobcenter gar nicht daran interessiert sind, ihre „Kunden“ in qualifizierte und nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse zu bringen.

Bild: frittipix / AdobeStock

Hartz IV abschaffen?

Loading ... Loading ...