Arbeit ohne Perspektive – das Resultat der Zeitarbeit

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Obwohl eine Mutter fünf Tage die Woche arbeitet, bleiben ihr monatlich nur 150 Euro mehr, als mit Hartz IV. Die geringen Löhne, die in der Zeitarbeitsbranche gezahlt werden, führen dazu, dass sich die Lebenssituation der Familie nicht verändert hat.

„Ich möchte meinen Kindern ein Vorbild sein“

Die in Berlin lebende Mutter von fünf Kindern, arbeitet 30 Stunden die Woche für monatlich 1100 Euro. Sie arbeitet für eine Leiharbeitsfirma im Pflegedienst. Nebenbei schmeißt sie den Haushalt und zieht ihre 5 Kinder allein groß. Ihr monatliches Gehalt, zuzüglich Kindergeld und einer Aufstockung des Amtes, ergeben zusammen unwesentlich mehr, als die ihr zuvor gezahlten Hartz IV-Leistungen. Arbeiten geht sie trotzdem. Nicht wegen der 150 Euro mehr, sondern um ihren Kindern ein Vorbild zu sein. Sie selbst habe ihren Schulabschluss mit 18 Jahren nachgeholt, da sie mit 15 das erste Mal Mutter wurde. Bei ihren Kindern legt sie nun großen Wert auf Bildung.

Leiharbeit, sonst drohen Sanktionen

Schon lange wird das lukrative Geschäft zwischen den Jobcentern und der Zeitarbeitsbranche auf Kosten der Erwerbslosen kritisiert. Die Jobcenter drängen Hartz IV-Bezieher in die Zeitarbeit, ansonsten drohen den Beziehern harte Sanktionen. Dadurch sind Arbeitslose gezwungen, nahezu jede Arbeit zu allen Bedingungen anzunehmen. Angepriesen wird Zeitarbeit als Sprungbrett zurück ins Berufsleben, auch wenn dies kaum der Fall ist. Vielmehr ist das Konstrukt ein ausschlaggebender Grund dafür, dass es in Deutschland einen enorm großen Niedriglohnsektor mit hohen Zahlen von Leiharbeitern und befristeten Beschäftigungsverhältnissen gibt.

Trotz Arbeit keine verbesserte Lebenssituation

Trotz Arbeit muss auch in der sechsköpfigen Familie jeder Cent mehrmals umgedreht werden. Die Kleidung wird unter den Kindern weitergereicht.  Die Familie isst so gut wie nie auswärts und die Mutter kocht, was die Angebote im Discounter hergeben.

Trotz Arbeit hat sich die Lebenssituation der Familie also nicht verändert. Grund dafür ist die Kooperation der Jobcenter mit Leiharbeitsfirmen. Hätte man die Mutter an eine unbefristete Stelle vermittelt, würde sie auch angemessen vergütet werden. Damit wäre die Familie auch nicht mehr auf die Aufstockung vom Amt angewiesen.

Ernstzunehmende Unterstützung scheint nach wie vor Mangelware zu sein. Hartz IV-Bezieher werden durch unzureichende Bezahlung ausgebeutet. Dass diese nicht sonderlich motiviert sind, unter solchen Bedingungen zu arbeiten, ist nur nachvollziehbar.

 

Hartz IV abschaffen?

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