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IAB zieht positive Hartz IV Bilanz

IAB zieht positive Hartz IV Bilanz

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zieht eine positive Bilanz der Arbeitsmarktreform Hartz IV. In Berlin stellte der IAB-Direktor, Joachim Möller, die Ergebnisse vor. Möller konstatierte eine "verhalten positive Hartz-IV-Bilanz". In der Tendenz, so Möller, würden die gesteckten Ziele von Hartz IV erreicht. Doch was ist erreicht?

Hartz IV sollte im Ursprung, laut der damaligen Bundesregierung, eine Re-Integration in den Arbeitsmarkt von sog. Langzeitarbeitslosen erreichen. Doch wie sehen die tatsächlichen Ergebnisse aus? Laut der IAB Bilanz sei eines der größten Probleme, Hartz IV Betroffene in ein "normales Berufsleben" zu verhelfen, nicht erreicht worden. Der IAB Direktor musste eingestehen: "Der Ausstieg aus Hartz IV gelingt immer noch relativ selten". Etwa Drei Viertel der Erwerbslosen beziehen ein Jahr durchgängig Hartz IV Leistungen. Von dem Viertel, die den Ausstieg schaffen, findet nur die Hälfte eine reguläre Arbeit. Jeder Achte landet in der Leiharbeit.

Für die Betroffenen selbst hat Hartz IV meistenteils nur Demütigungen, Sanktionen und Ein-Euro-Jobs gebracht. Die sog. Reform hat eigentlich nur bewirkt, dass der Druck für Arbeitnehmer erhöht wurde. Die Löhne sinken und die Konkurrenz für Arbeitnehmer auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist heftiger und stärker geworden. Selbst höher Qualifizierte nehmen immer häufiger Jobangebot zu schlecht bezahlten Gehältern an. Arbeitsmarktpolitisch entblößt sich Hartz IV als Rohrkrepierer mit vielen Nebenwirkungen. Der Zusammenhang zwischen Hartz IV und Niedriglöhnen ist laut IAB nicht erwiesen. Doch die Realität zeigt diesen Zusammenhang sehr deutlich. Fakt ist, die Löhne sind gesunken, weil viele Menschen mit Ein-Euro-Jobs und sogenannten Fördermaßnahmen auf dem 3. Arbeitsmarkt beschäftigt werden. Nach bereits einem Jahr Arbeitslosigkeit landen die Menschen in die Hartz-IV-Falle. Der finanzielle Absturz und die Entrechtung sind vorprogrammiert.

Hartz Iv hat eine Abwärtsspirale beim Lohn produziert. Das Wohlbefinden der Industrie kostest dem Staat und damit dem Steuerzahlern Milliarden. Etwa 1,3 Millionen Arbeitnehmer verdienen so wenig, dass sie Ihr Gehalt mit Hartz IV aufbessern müssen, um überhaupt Leben zu können.

Das IAB weist zwar daraufhin, dass viele Menschen eine Beschäftigung aufgenommen haben, aber wissen nicht, wie lange sie anschließend tatsächlich beschäftigt waren. Oftmals werden Hartz-IV-Betroffene auf Probe beschäftigt, und sobald ein regulärer Arbeitsvertrag abgeschlossen werden müssen, finden sich die Betroffenen im örtlichen Jobcentern wieder. Die Menschen brauchen tatsächliche Hilfe und kein Hartz IV. Die Einführungen eines gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohns wäre schon mal ein Anfang in die richtige Richtung. (16.12.2009)

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