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Doku: Neue Wut. Ein Film über den Hartz IV Protest

Weiterhin keine Annäherungen an soziale Bewegungen. Die SPD hält an der Rente mit 67 und der grundgesetzwidrigen Hartz IV Reform fest.

Der soziale Protest sammelt sich und böckelte langsam wieder ab. Wir erinnern uns: Noch im Jahre 2004 gab es fast jeden Montag Demonstrationen gegen Hartz IV. Doch heute ist wohl kaum noch etwas davon zu spüren. Die Menschen haben sich mit ihrem Schicksal scheinbar abgefunden. Viele die damals noch nicht betroffen waren, sind heute jedoch selbst in der misslichen Lage, von Hartz 4 abhängig zu sein. Martin Keßler hat verschiedene Protestler begleitet, um aufzuzeigen, welche Kraft eine sog. soziale Bewegung entfalten könnte, wenn sie denn nur wolle. ein Film, den die gegen-hartz.de Redaktion durchaus empfehlen kann.

Der Film
Ob Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV, Opelstreik oder der Aufstand der Studenten. Seit Herbst 2003 erlebt Deutschland immer neue Wellen sozialer Proteste. Der Dokumentarfilmer Martin Keßler und sein Team haben die verschiedenen Protestwellen mit ihrer Videokamera begleitet. Daraus ist der Film "neueWUT" entstanden (90min).

Im Mittelpunkt des Films stehen Menschen, die von sozialen Kürzungen oder Lohneinbußen betroffen sind oder seit Jahren keine Arbeit mehr finden und sich wehren. Auf der Strasse und vor den Werkstoren. Martin Keßler und sein Team haben einige von ihnen über ein Jahr lang begleitet. Um zu zeigen, warum sie aufbegehren, wohin sie ihre Wut treibt und ob aus all dem eine neue soziale Bewegung entsteht. Aus Arbeitslosen und Automobilarbeitern, aus Globalisierungskritikern und Gewerkschaftern, aus "Ossis" und "Wessis".

In den Betrieben
Auch in den Betrieben brodelt es, ob bei Mercedes, Opel oder VW. Die Automobilarbeiter sollen auf Lohn verzichten, millionenschweren Sparprogrammen zustimmen. Andernfalls seien die deutschen Produktionsstandorte in Gefahr. In Südafrika, Asien oder Polen könne man eben kostengünstiger produzieren, sagt das Management. Viele Beschäftigte wollen sich das nicht bieten lasssen und ziehen vor die Werkstore. Doch wie dem Management die Stirn bieten? Streiken oder Verhandeln? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Auch innerhalb der IG Metall.
Martin Keßler und sein Team haben die Proteste bei Mercedes, Opel und VW begleitet. Und die Auseinandersetzungen über die rechte Anwort auf "die Erpressungen des Managements".

"Wir haben nicht nur mit den Automobilarbeitern über ihre Wut gesprochen", erläutert der Filmemacher, "sondern auch mit den protestierenden Arbeitslosen und Studenten. Für viele ist das Maß gestrichen voll. Die sind stinksauer." Nur wie schafft man es, all diese Zumutungen von Studiengebühren bis Hartz IV zu stoppen? Und wie soll eine andere Politik denn aussehen? Darüber ist man sich lange noch nicht einig.

Ob es sich bei den verschiedenen Protestwellen bereits um eine neue soziale Bewegung handelt, oder um einzelne "Scharmützel" bei der Verteidigung des bisherigen Sozialstaates. Auch darüber sind die Meinungen geteilt. Nicht nur unter den Demonstranten. Darüber und über andere grundlegende Fragen haben wir u.a. mit dem Sozialwissenschaftler Pater Friedhelm Hengsbach gesprochen. Auch mit Gewerkschaftsführer wie Frank Bsikske, Jürgen Peters oder Michael Sommer. Und mit Politiker wie Franz Müntefering, Wolfgang Clement, Oskar Lafontaine oder Gregor Gysi.

www.neuewut.de

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