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Hartz IV Kochbuch in aller Munde

Bild: Lucie Gerhardt / Pixelio.de

Zwei erwerbslose Autoren veröffentlichen ein "Hartz IV Kochbuch". Argumentationshilfe für ALG- II-Regelsatz-Kürzungsabsichten

Zwei Erwerbslose aus Niedersachsen haben ein "Hartz-IV-Kochbuch" geschrieben und nun ihre dreizig Rezepte vorgestellt. Das kostengünstigste Gericht kostet 2,59 und das Teuerste 5,43 Euro. Die Rezepte sind jeweils für 2 Personen erstellt worden. Das Kochbuch wird u.a. auch in der Bildzeitung durch einen Artikel beworben. Der Aufhänger: Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hätte mit seinem "Speiseplan" die Idee gebracht. Sarrazin wollte mit seinem Speiseplan deutlich machen, dass der ALG II Regelsatz "zu hoch" sei, denn man könne sich angeblich auch mit weniger Geld "ausreichend" ernähren.

In diesem Kontext betrachtet, ist das Kochbuch ein Farce. Wozu noch ein menschenwürdiges Leben einfordern, wenn man doch mit wenig Geld rund 30 Kochrezepte zubereiten kann, die weniger als fünf Euro kosten? Doch geht es nur um das harte Überleben? Sollen Menschen, die in die Hartz IV Falle geraten sind, zur "Strafe" ständig auf der Suche nach "Angeboten" sein und alle Discounter der Stadt durchqueren?

Sicher kann das Kochbuch auch genutzt werden, um sich Anregungen zu verschaffen. Doch muss es ausgerechnet ein "Hartz IV Kochbuch" sein? Das Kochbuch könnte auch "Kostengünstiges Kochen" heißen. Denn so liefert es in diesem Zusammenhang nur "Munition" für diejenigen, die weiter am Regelsatz nach unten schrauben wollen. Das ist Armen(Ab-)speisung in Reinkultur. (21.11.2008)

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