Rentenerhöhung 2024: Mehr Rente als bislang voraus gesagt durch steigende Löhne

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Ein Anstieg der Nominallöhne im dritten Quartal 2023 deutet darauf hin, dass die Rentenerhöhung zum 1. Juli 2024 höher ausfallen könnte als bisher angenommen. Im Zeitraum Januar bis September 2023 ist in der Bundesrepublik Deutschland ein durchschnittlicher Anstieg der Nominallöhne um 6,16 Prozent zu verzeichnen.

Dies könnte auf eine höhere Rentenerhöhung im Vergleich zu den 3,4 Prozent im Vorjahr 2022 hindeuten, wie das Statistische Bundesamt in seinen Pressemitteilungen vom 7. Februar 2023 (Nr. 048) und später vom 27. April 2023 (Nr. 166) beschrieben hat.

Höherer Anstieg der Nominallöhne im Jahr 2023 gegenüber 2022

Die revidierten Werte zeigen, dass die Nominallöhne im Jahr 2023 gegenüber 2022 um mehr als 3 Prozentpunkte gestiegen sind. Dies lässt auf eine Rentenanpassung von über 3,5 Prozent hoffen, wie Rechtsanwalt und Rentenberater Peter Klöppel bestätigt.

Die Vorhersagen für eine potenzielle Rentenerhöhung im Jahr 2024 basieren auf dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung von November 2023, der eine Erwartungshaltung von über 3,5 Prozent nahelegt.

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Im Vergleich dazu stiegen die Nominallöhne laut Pressemitteilung 166 des Statistischen Bundesamtes von 2022 auf 2021 um rund 2,6 Prozent. Mit der letzten Rentenanpassung zum 1. Juli 2023 wurden die Renten im Westen um 4,39 Euro und im Osten um 5,86 Prozent auf einen einheitlichen Rentenwert von 37,60 Euro angehoben.

Höherer Anstieg der Renten erwartet

Die Diskrepanz zwischen den Prognosen des Rentenversicherungsberichts und der tatsächlichen Nominallohnentwicklung wirft daher Fragen auf. Während die Erwartungen für die Rentenanpassung 2024 bei 3,5 Prozent liegen, spiegelt dieser Wert nicht die Nominallohnentwicklung bis zum Ende des dritten Quartals 2023 wider.

Wichtig: Es gibt einen Unterschied zwischen Nominallöhnen und Reallöhnen, letztere berücksichtigen die Inflationsrate und zeigen die Kaufkraft des Lohns. Ein Anstieg der Nominallöhne um 4 Prozent bei einer gleichzeitigen Inflation von 6 Prozent bedeutet beispielsweise einen Reallohnverlust von -2,0 Prozent.

Die Entwicklung der Nominallöhne im Jahr 2023 zeigen allerdings ein kontinuierliches Wachstum:

  • Quartal 2023: 5,6 Prozent
  • Quartal 2023: 6,6 Prozent
  • Quartal 2023: 6,3 Prozent

Wirtschaftswissenschaftler sieht höhere Rente in 2024

Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Raffelhüschen sagte anhand dieser positiven Lohnentwicklung, dass eine Rentenwertsteigerung von 5 bis 6 Prozent zum 1. Juli 2024 möglich wäre, im Gegensatz zu den bisherigen Aussagen der Bundesregierung, die aktuell 3,5 Prozent prognostiziert. Allerdings sind dies momentan lediglich Schätzungen.

Noch keine abschließende Bekanntgabe der Rentenanpassung

Bis zur Bekanntgabe der Rentenwerte zum 1. Juli 2024 durch Bundesminister Hubertus Heil im März 2024 bleibt also noch viel Raum für Spekulationen und Hochrechnungen. Die bisher prognostizierten 3,5 Prozent sind also nicht in Stein gemeißelt, sondern nur eine erste Schätzung. Wie hier erläutert, gehen Experten jedoch von einer höheren Rentenanpassung aus als bisher angenommen und hochgerechnet.

Erwerbsminderungsrente steigt ab 2024

Für die Erwerbsminderungsrente soll es ebenfalls Anpassungen geben: Hier steht die Erhöhung bereits fest. So kommt am 1. Juli 2024 ein Zuschlag von bis zu 7,5 Prozent für Bestandsrentner mit Erwerbsminderung, wenn deren Erwerbsminderung zwischen Januar 2001 und 31. Dezember 2008 definiert wurde.

Was ist der Rentenwert?

Der Rentenwert gibt an, was ein Entgeltpunkt wert ist. Solche Entgeltpunkte sammeln Rentenversicherte in all den Jahren, in denen sie in die Rentenversicherung eingezahlt haben.

Die Rente errechnet sich aus den Entgeltpunkten multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert. Der Rentenwert liegt derzeit in Ost und West bei 37,60 Euro.

Wie steigen die Renten weiter?

Seit 2012 sind die Renten im Westen um 26 Prozent und im Osten um 40 Prozent gestiegen. Nach 2025 könnte es mit den Rentenerhöhungen erst einmal vorbei sein. Grund dafür ist der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor.

Wenn nämlich die Zahl der Rentenbezieher schneller steigt als die der Beitragszahler, dann steigen die Renten weniger als die Löhne.

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