Leipzig: Hartz IV Empfänger als Bahnbegleiter

Die Stadt Leipzig will die Pläne von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in die Tat umsetzen: Hartz IV Empfänger in Mission als "Fahrgastbegleiter" bei den LVB Verkehrsbetrieben. Neue 1 Euro Job Vergabe bei den Leipzigern Verkehrsbetrieben

Bereits in den nächsten Tagen sollen die ersten Fahrgastbegleiter eingesetzt werden. Die Stadt Leipzig erhofft sich damit, dass vorallem "die Schäden durch Vandalismus" reduziert werden. Weiterhin sollen die Hartz IV Bahnbegleiter Auskünfte zu Fahrplänen und Umsteigemöglichkeiten geben. Damit sich die Fahrgastbegleiter im "Auskunftgeben" gut auskennen, erhalten sie zuvor ein "intensives Deeskalations-Training", um in (wahrscheinlichen) Konfliktsituationen entsprechend reagieren zu können. Obendrauf gibt es monatlich "satte"150 Euro zusätzlich zum ALG II.

Doch die Armut zwingt tatsächlich viele ALG II Empfänger/innen dazu, diesen unterbezahlten Ein Euro- Job anzunehmen. Bereits 600 Menschen aus den unterschiedlichsten Bildungs- und Altersschichten hätten sich beworben.

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"Aktiv Office" statt feste Beschäftigung
Bereits vor 2 Wochen gab es zahlreichen Protest gegen die Pläne der ARGE Leipzig, einen neuen Billiglohnsektor zu schaffen, anstatt reguläre Arbeitsverhältnisse zu ermöglichen. Zwar wird versprochen, dass die Ein Euro Jobber eine Aussicht haben, ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu bekommen; Es sollten dann aber "ausgewöhnlich gute Mitarbeiter sein". Dies macht deutlich, dass mit dieser Art von Arbeit kein neuer Beschäftigungssektor geschaffen werden soll, sondern vielmehr kostengünstig mit 1 Euro Jobbern die Innere Sicherheit bewahrt werden soll. Es wäre doch auch gleich möglich gewesen, neue Arbeitsstellen bei den LVB- Verkehrsbetrieben zu schaffen, anstatt die Vergabe von Ein- Euro Jobs zu realisieren.

Die Überflüssigen" in Leipzig und starteten bereits am 16.Oktober ihr Projekt als Busbegleiter.
Ausgerüstet mit den roten T-Shirts, Markenzeichen der Überflüssigen enterten sie an der Endstelle Lindenauer Bushof die Linie 60 und machten lautstark gegen das Tiefensee Projekt mobil. Begleitet von einem Kamerateam des Mitteldeutschen Rundfunks wurden Flugblätter gegen die Ein Euro Jobs verteilt, sowie mit einem Rollenspiel die Aufgaben der zukünftigen Busbegleiter kabarettreif auf die Schippe genommen. (sm, 14.11.)

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